Hedge Fonds lösen Positionen auf
Markanter Kurseinbruch an Schweizer Börse

Die Kurse an der Schweizer Börse sind am Montag markant eingebrochen. Händler sprachen von einer negativen Stimmung. Gewinnmitnahmen, Futures- und Index-bezogenen Abgaben sowie Verkäufe von Hedge Fonds, die ihre Positionen auflösen müssten, drückten weltweit auf die Aktienkurse. Es wird erwartet, dass die Korrektur der Märkte andauert, unterbrochen eventuell von vorübergehenden Erholungsphasen.

HB ZÜRICH. „So rasch die Stimmung jetzt negativ geworden ist, so rasch kann sie auch wieder drehen“, sagte ein Händler mit Blick auf die Korrektur im Frühsommer des Vorjahres.

Der Blue Chip-Index SMI notierte gegen 13:00 Uhr 1,71 Prozent tiefer bei 8648,20 Punkten. Der SMI notiert damit unter dem Jahresschlussstand 2007. Alle 25 Standardwerte lagen im Minus.

Als technische Unterstützungen nannten Händler 8 400 und 8 600 Zähler. Die ZKB ortete im nun weit verbreiteten Pessimismus ein ermutigendes Zeichen. Auf Sicht ein bis zwei Wochen sei mit einer Stabilisierung des SMI zu rechnen, so die Bank. Die Bodenbildung nach einem solch starken Rückschlag sei oft mit grösseren Schwankungen verbunden.

Der breite SPI verlor 1,87 Prozent auf 6 846,55 Punkte.

Händler sagten, mit genügend langem Horizont können Engagements wieder ins Auge gefasst werden. Dabei sollte auf Qualität und Standardwerte gesetzt werden. Bei den Nebenwerten gebe es noch immer Titel mit sehr hohen Kursgewinnen. „Das macht sie anfällig auf Gewinnmitnahmen“, sagte ein Börsianer.

Unterstützung für die Aktien wird von der guten Konjunkturverfassung in Europa und Asien sowie wegen den Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen erwartet.

Defensive Aktien wie Nestle, Novartis, Roche oder Swisscom entwickelten sich etwas weniger schlecht als andere Titel. Die grössten Einbussen unter den SMI-Titeln verzeichneten Swatch, ABB und Lonza mit knapp vier Prozent. Dahinter folgten die Finanzwerte Julius Bär und Swiss Re sowie Chemiewert Clariant mit rund drei Prozent.

Swiss Life, die von Credit Suisse aus der „Top Picks' List“ gestrichen wurden, sackten gut zwei Prozent ab. Allerdings gaben auch UBS knapp zwei Prozent nach, obwohl sie von CS neu in die Liste aufgenommen wurden.

Ein Händler sagte, angesichts des schwachen Umfelds verpufften Rating- und Kursziel-Änderungen mehrheitlich wirkungslos. „Wenn sich die Lage beruhigt hat, wird sich der eine oder andere an diese Studien erinnern und dann hilft das etwas. Aber momentan interessiert das kaum.“

Von der Roche-Generalversammlung gab es keine wichtigen Neuigkeiten. Am Dienstag findet das Aktionärtreffen von Konkurrent Novartis statt.

Der Schließtechnik-Spezialist Kaba verfehlte die Ergebniserwartungen klar und gab einen wenig inspirierend Ausblick ab. Kaba büssten neun Prozent auf 339 sfr ein.

Zu den wenigen Gewinnern zählten die Aktien von Getaz Romang, die 20 Prozent auf 1109 sfr hoch schnellten. Der irische Baumaterialhersteller CRH will den Westschweizer Baumaterialhändler in einer freundlichen Übernahme für 1125 sfr je Aktie oder insgesamt rund 540 Mill. sfr kaufen.

Andere jüngst spekulativ gesuchte und stark gestiegene Werte wie Von Roll, Meyer Burger, Petroplus oder Schweiter gaben kräftig nach. „Die Leute machen Kasse“, sagte ein Händler.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%