Heftiger Kursrutsch
Chinesische Anleger fliehen aus Aktien

Die Angst vor einer strafferen Geldpolitik der chinesischen Notenbank treibt die Anleger vom Aktienmarkt. In Shanghai gab der Leitindex vier Prozent nach. Bereits am Freitag waren die Kurse um mehr als fünf Prozent eingebrochen. Unbegründet sind die Sorgen der Anleger nicht: Die Zentralbank bewertet die Inflation in China als problematisch, das spricht für weitere Schritte.
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HB SHANGHAI. Die Aussicht auf eine weitere Straffung der chinesischen Geldpolitik hat die Börse in Shanghai am Dienstag erneut auf Talfahrt geschickt. Der Aktienmarkt ging vier Prozent schwächer bei 2,894 Punkten aus dem Handel - so niedrig wie seit einem Monat nicht mehr. Unter Druck gerieten vor allem Großbanken und Energietitel. In Hongkong schloss der Hang-Seng-Index 1,4 Prozent leichter bei 23.693 Punkten. Der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland verlor 1,7 Prozent.

Unter den Anlegern in Shanghai herrscht seit dem mehr als fünfprozentigen Rückgang am Freitag große Nervosität. Auch diese Verluste wurden durch Spekulationen über Zinsschritte der chinesischen Notenbank ausgelöst. Die chinesische Geldpolitik lastete auch auf anderen asiatischen Börsen, die aber zudem mit der Unsicherheit über die Zukunft des Euro-Sorgenkindes Irland zu kämpfen hatten. In Tokio schloss der Nikkei 0,3 Prozent im Minus bei 9797 Zählern.

Die jüngste Zinserhöhung Chinas trat am Dienstag in Kraft. Es war die erste nach fast drei Jahren. Dennoch bleibt die Inflation nach Einschätzung von Chinas Zentralbankchef Zhou Xiaochuan ein Problem. Die Wirtschaft entwickle sich zwar wie von der Zentralregierung geplant, sagte Zhou auf einer Konferenz. Die Preissteigerungen müssten jedoch im Auge behalten werden.

Unterdessen will China die wachsende Inflation mit Preiskontrollen bei Lebensmitteln bekämpfen, wie staatliche Medien berichteten. In einem zweiten Schritt werde die Volksrepublik zudem verstärkt gegen Spekulationsgeschäfte auf Mais oder Baumwolle vorgehen.

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