Henkel nach Zahlen schwach
Dax geht leichter aus dem Handel

Enttäuschende Unternehmensnachrichten, ein deutlich gestiegener Euro sowie anziehende Ölpreise haben am Dienstag die Kurse an den deutschen Aktienmärkten ins Minus gedrückt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 4 323 Punkten.

HB FRANKFURT. Damit setzte der Leitindex seine Talfahrt der vergangenen Handelstage fort. „Der Mix aus Euro- und Ölpreisanstieg sorgt für Druck auf die Kurse“, sagte ein Händler. „Hinzu kommen enttäuschend ausgefallene Unternehmensnachrichten wie die Geschäftszahlen der Deutschen Börse“, fügte er hinzu. „Wir befinden uns nach wie vor in einer Konsolidierung“, sagte Händler Raed Mustafa von der BW Bank. „Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt, so lange sich der Dax über der Marke von etwa 4210 Punkten hält.“ Der Euro gewann fast zwei Cent und lag mit 1,3240 Dollar erstmals seit Mitte Januar wieder über der Marke von 1,32 Dollar. Für ein Barrel (rund 159 Liter) leichtes US-Öl mussten erstmals seit Ende November wieder mehr als 50 Dollar bezahlt werden.

Mit seinen Geschäftserwartungen für 2005 sorgte der Konsumgüterhersteller Henkel für Ernüchterung bei den Anlegern. „Beim Ausblick hat man sich doch mehr erhofft. Der war schon enttäuschend“, sagte ein Händler. Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. Die Henkel-Aktie verlor 4,9 Prozent auf 68,59 Euro.

Ebenfalls mit Aktienverkäufen reagierten die Anleger auf den weniger stark als erwartet ausgefallenen Gewinnanstieg der Deutschen Börse im Schlussquartal 2004. „Trotz einer guten Umsatzentwicklung im vierten Quartal, die unsere hohen Erwartungen erfüllte, verfehlte das Quartalsergebnis der Deutschen Börse unsere Erwartungen und den Marktkonsens“, schrieb LRP-Analyst Olaf Kayser in einer Studie. Die Deutsche Bank stufte die Titel zurück. Deutsche-Börse-Aktien fielen um knapp ein Prozent auf 52,40 Euro.

Der Aktienkurs des Mischkonzerns ThyssenKrupp gab 1,3 Prozent auf 17,16 Euro nach. Börsianer führten dies auf Befürchtungen zurück, die Geschäfte des Stahlproduzenten könnten durch kräftige Preiserhöhungen bei Eisenerz belastet werden. Der größte japanische Stahlproduzent Nippon Steel hatte einer Preiserhöhung von 71,5 Prozent für Erz-Lieferungen einer brasilianischen Mine zugestimmt. BW-Bank-Händler Mustafa nannte zudem den geplatzten Verkauf des Autofedern-Geschäfts als Belastungsfaktor für Thyssen-Krupp.

Größter Dax-Gewinner waren mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 7,85 Euro die Aktien des Chipherstellers Infineon. „Bei einem Kurs von unter acht Euro kann man sich eine Infineon ruhig ins Depot legen“, sagte ein Händler.

Pro Sieben Sat.1 überzeugt mit Ausblick

Gefragt waren nach der Vorlage von Geschäftszahlen die Titel von Pro Sieben Sat.1, die mit einem Plus von über vier Prozent der größte Gewinner im MDax waren. Der größte deutsche TV-Konzern rechnet nach dem Rekordgewinn des vergangenen Jahres für 2005 trotz verhaltener Erwartungen für den Werbemarkt mit nochmals deutlich steigenden Erträgen.

Unter Druck gerieten bei den Nebenwerten die Anteilsscheine von Schwarz Pharma. Die Papiere verloren 3,4 Prozent auf 35,45 Euro. Nach einem Gewinneinbruch kündigte der Arzneimittelhersteller eine deutlich reduzierte Dividende an. Für 2005 erwartet Schwarz Pharma einen rückläufigen Umsatz.

Für nur wenig Überraschung sorgte die Veröffentlichung der von 24 bis 28 Euro laufenden Preisspanne des Börsenkandidaten Premiere. Im außerbörslichen Handel waren die Titel des Bezahlfernseh-Senders nach Aussage von Händlern bereits gefragt. Premiere strebt seine Erstnotiz für den 9. März an.

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