Höchster Kurs seit Juni
Euro reagiert positiv auf deutsche Konjunkturdaten

Dank der starken Konjunkturdaten aus Deutschland und den EZB-Beschlüssen ist der Euro am Freitag zeitweise auf 1,27 Dollar gestiegen. Das ist der höchste Kurs seit Juni. Nicht so gut lief es für den Schweizer Franken.
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Der Euro hat am Freitag seine Kursgewinne zum Dollar nach unerwartet starken Konjunkturdaten aus Deutschland ausgebaut. Die Gemeinschaftswährung überwand zeitweise die Marke von 1,27 Dollar. Das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung wurde auch durch die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag gestärkt, unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenstaaten aufzukaufen.

Der Euro gewann zuletzt 0,7 Prozent auf 1,2713 Dollar. Im vorläufigen Tageshoch war die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2714 Dollar gestiegen – den höchsten Innertageskurs seit Juni. Im Tagestief fiel er auf 1,2626 Dollar. In den beiden Vortagen hatte der Euro bereits zum Dollar aufgewertet.

Die deutschen Exporte – wichtigste Stütze der größten Volkswirtschaft der Eurozone – stiegen im Juli überraschend um 0,5 Prozent zum Vormonat. Zudem zog die Industrieproduktion im Juli auf Monatssicht um 1,3 Prozent an, während von Bloomberg News befragte Ökonomen mit einer Stagnation gerechnet hatten.

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den Arbeitsmarktbericht in den USA, der um 14.30 Uhr MESZ bekannt gegeben wird. Einer Umfrage von Bloomberg zufolge wird die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 130.000 gestiegen sein, nachdem im Juli 163.000 Stellen aufgebaut worden waren. Die Daten können Hinweis auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank gelten.

„Wenn die Beschäftigtenzahlen schwach ausfallen, werden die Anleger eine quantitative Lockerung mit mehr Zuversicht einpreisen, und das wird sich negativ auf den Dollar auswirken“, sagte Devisenstratege Paul Robson von der Royal Bank of Scotland Group Plc in London. „Wenn die Zahlen gut ausfallen, wird der Markt seine Erwartung einer quantitativen Lockerung verringern, das wäre positiver für den Dollar.“

Der Yen fiel zuletzt um 0,8 Prozent zum Euro auf 100,36 Yen. Zeitweise wurde ein Kurs von 100,40 Yen erreicht, der niedrigste Yen-Kurs zum Euro seit Juli. Am Donnerstag hatte die japanische Landeswährung bereits um 0,8 Prozent zum Euro verloren. Zum Dollar notierte die japanische Devise zuletzt mit 78,99 Yen um 0,3 Prozent niedriger.

Der Schweizer Franken wertete deutlich ab und notierte zum Euro zuletzt um 0,8 Prozent niedriger bei 1,2146 Franken. Zeitweise wurde mit 1,2155 Franken der niedrigste Kurs seit Januar verzeichnet. Hintergrund sind Spekulationen, die Schweizerische Nationalbank (SNB) könne ihren festgesetzten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken auf 1,22 Franken korrigieren. Zum Dollar notierte der Franken um 0,3 Prozent niedriger bei 95,61 Rappen.

Nach Einschätzung des leitenden Devisenstrategen Lutz Karpowitz von der Commerzbank in Frankfurt ist es allerdings „unwahrscheinlich“, dass die SNB den Mindestkurs anheben wird. „Schließlich kann die Notenbank ja nicht unendlich intervenieren und damit letztlich auch Liquidität in Franken schaffen“, sagte Karpowitz. Die aktuelle Kursbewegung sei wahrscheinlich „nicht mehr als ein Strohfeuer“.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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