Hoffnung auf Schwarz-Gelb schwindet
Miese Stimmung am Frankfurter Aktienmarkt

Schwindende Hoffnungen auf eine schwarz-gelbe Regierung nach der Bundestagswahl haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag unter starken Druck gesetzt. Zusätzlich zu den Gewinnmitnahmen aufgrund der Wahlaussichten zogen auch schwache Vorgaben der Wall Street den Index nach unten.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Dax hielt sich aber knapp über der Marke von 4900 Punkten und beendete den Xetra-Handel 1,8 % tiefer bei 4901,88 Zählern. "Die Leute machen Kasse, weil die Chancen auf eine schwarz-gelbe Regierung, auf die alle gesetzt hatten, sinken", sagte ein Händler. Verstärkt werde der Abwärtstrend des Dax durch die fallenden Kurse an der Wall Street. "Das Minus liegt noch im Rahmen, schließlich liegen wir immer noch gut 500 Punkte über dem Niveau vor Ankündigung der Neuwahlen", sagte dagegen ein anderer Börsianer.

Als weiteren Belastungsfaktor nannten einige Börsianer den großen Verfall an den Terminmärkten am kommenden Freitag. Viele Anleger hätten bislang damit gerechnet, dass Kontrakte auf den Dax bei einem Stand von etwa 5000 Punkten auslaufen. "Das muss jetzt revidiert werden", betonte ein Händler. "Da will keiner auf dem falschen Fuß erwischt werden."

Mit einem Minus von jeweils rund 2,5 % auf 40,80 beziehungsweise 44,13 ? gehörten die Aktien von Daimler-Chrysler und Volkswagen zu den größten Verlierern im Dax. "Die Autowerte haben in den vergangenen Tagen wie üblich von der Vorfreude auf die IAA profitiert", sagte ein Händler. Nachdem die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) ihre Pforten geöffnet habe, nähmen einige Anleger erst einmal Gewinne mit.

Die Papiere von Porsche gaben dagegen lediglich um 0,3 % auf 667,96 ? nach. Die kräftige Nachfrage nach neuen Versionen der Modelle 911 und Boxster bescherte dem Sportwagen-Hersteller im abgelaufenen Geschäftsjahr bei Absatz und Umsatz ein Rekordergebnis. Der Umsatz habe dennoch unter seinen Schätzungen gelegen, betonte Analyst Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Das Index-Schwergewicht Allianz baute seine Vortagesverluste aus. "Das sind noch die Nachwehen der Kapitalerhöhung von gestern", sagte ein Händler. Die Platzierung sei sehr schleppend gelaufen, so dass der Platzierungspreis mit 105 ? noch während des Handels am unteren Ende der Preisspanne festgelegt worden war. Daher hätten einige Banken mehr Anteile erhalten als erwartet. Ein Ende der Talfahrt der Allianz-Aktie, die sich um 1,9 % auf 103,50 ? verbilligte, sei noch nicht in Sicht, betonte ein Marktteilnehmer.

Im M-Dax legten die Titel von Fresenius gegen den Markttrend um 1,7 % auf 111,40 ? an. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte die Papiere des Gesundheitskonzerns zum Kauf empfohlen. Die Aktien des nicht in einem großen Index notierten Kabelnetzbetreibers Primacom brachen um 60 % auf 1,64 ? ein. Dem hoch verschuldeten Mainzer Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit, nachdem Banken einen Kredit nicht verlängert haben.

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