Hoher Ölpreis bereitet Sorge
Zinsängste belasten US-Börsen

Die Wall Street ist von in der Nähe ihres Allzeit-Hochs befindlichen Ölpreisen und der höchsten Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen seit sieben Monaten im Minus geendet.

HB NEW YORK. Die im Handelsverlauf erreichte höchste Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen seit Juli drückte auf die Stimmung an den US-Börsen. Die US-Notenbank hatte zuvor in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Wirtschaft ein solides Wachstum bescheinigt, woraus Händler wachsende Inflationsrisiken und aggressivere Zinserhöhungen für die Zukunft ableiteten.

Einen Lichtblick in dem unfreundlichen Börsenumfeld boten die Aktien des US-Software-Anbieters Retek. Sie zogen kräftig um 23,75 Prozent an auf 10,63 Dollar. Um das Unternehmen hatte sich am Vortag ein Übernahmekampf zwischen den US-Softwarekonzern Oracle und seinem deutschen Rivalen SAP abgezeichnet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,98 Prozent niedriger mit rund 10.805 Punkten, nachdem er zwischen 10.802 und 10.923 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 1,02 Prozent auf etwa 1207 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,59 Prozent auf rund 2061 Zähler ein.

Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) leichtes US-Öl fiel zum Börsenschluss auf 54,26 Dollar. Er lag damit weit mehr als einen Dollar unter dem im Oktober erreichten Höchststand von 55,65 Dollar. Dämpfend auf den Preis hatte die Bekanntgabe der US-Ölvorräte gewirkt, die dank gestiegener Importe auf dem höchsten Niveau seit Juli lagen. "Die Öllagerbestände sind wie erwartet ausgefallen. Unabhängig von diesen Daten herrscht aber immer noch Furcht (am Markt) vor den Ölpreisen auf diesem Niveau", sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset.

Die Aktien des Halbleiterherstellers Xilinx fielen in dem unfreundlichen Börsenumfeld trotz der Vorlage eines erhöhten Ausblicks um 0,6 Prozent auf 31,27 Dollar. Die Papiere des weltweit größten Chip-Herstellers Intel stiegen hingegen um 0,16 Prozent auf 24,84 Dollar. Das Unternehmen wird am Donnerstag seine Bilanzziele für das 1.Quartal aktualisieren.

Zu den Kursverlierern gehörten die Papiere von McDonald's. Sie büßten 2,84 Prozent auf 32,53 Dollar ein. Negativ auf die Kauflaune der Anleger hatte sich eine Herunterstufung der US-Restaurantkette durch die Investmentbank CSFB ausgewirkt, die das Rating von outperform auf neutral umstellte.

Satte Kursgewinne verzeichneten hingegen an ihrem ersten Börsentag die Aktien der elektronischen Optionsbörse International Securities Exchange, die um 68,89 Prozent auf 30,40 Dollar anzogen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,7 Milliarden Aktien den Besitzer. 682 Werte legten zu, 2700 gaben nach und 117 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien insgesamt 1047 Werte im Plus, 2059 im Minus und 155 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 29/32 auf 95-29/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 4,51 Prozent. Die zehnjährigen Bonds hatten bereits zuvor mit dem Erreichen der 4,5-Prozentmarke die höchste Rendite seit Juli erzielt. Die 30-jährigen Bonds büßten 1-22/32 auf 108-05/32 Zähler ein. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,819 Prozent.

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