HVB-Aktie größter Verlierer
Dax schließt im Sog schwacher US-Börsen tiefer

Der Deutsche Aktienindex hat die Kursgewinne vom Vormittag nicht halten können und schloss im Minus. Verlierer des Tages war die Münchener Hypo-Vereinsbank.

HB FRANKFURT. Die allgemein erwartete Anhebung des US-Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent sowie die Aussicht auf weiter nur moderat ansteigende Zinsen in den USA hatten die Anleger zunächst mit Aktienkäufen quittiert. Im weiteren Handelsverlauf allerdings setzten schwächere US-Börsen sowie Gewinnmitnahmen den Dax unter Druck, nachdem der deutsche Leitindex sich nicht nachhaltig über der Marke von 4 100 Punkten halten konnte.

Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Verlust von 0,44 Prozent auf 4 035 Punkten. Am Vormittag hatte der Dax die Marke von 4 100 Zählern noch kurzzeitig überwunden, nachdem die US-Notenbank den Leitzins erwartungsgemäß am Vorabend moderat angehoben hatte. „Dem Markt fehlt die Initialzündung, um die 4 100-Punkte-Marke nachhaltig zu überwinden“, sagte ein Händler. „Da wir das nicht geschafft haben, nehmen nun einige Anleger Gewinne mit.“ Die Umsätze der auf Xetra gehandelten Dax-Aktien lagen mit 97 Mill. deutlich über dem Vortageswert von 77 Mill. Titeln.

Die Wall Street in New York verzeichnete zum Handelsschluss in Deutschland deutlich Kursverluste. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel ein Prozent auf 10 327 Zähler, der Technologieindex Nasdaq Composite verlor 1,6 Prozent auf 2 015 Punkte. Die Bekanntgabe von US-Konjunkturdaten sorgte unterdessen für wenig Bewegung. „Die US-Daten lagen im Großen und Ganzen im Rahmen der Erwartungen“, sagten Händler. Während die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe etwas schlechter als erwartet ausfielen, ging der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager im Juni wie von Experten prognostiziert auf 61,1 von 62,8 Punkten im Vormonat zurück.

Händler erwarten weitere Zinsschritte der Fed

Die US-Zinsentscheidung nahmen die Investoren überwiegend gelassen auf. Der begleitenden Kommentar der US-Notenbanker sorgte in der ersten Handelshälfte für gute Stimmung. „Entscheidend war dabei das Stichwort „maßvolles Tempo weiterer Zinserhöhungen'. Das sorgt für Erleichterung an den Märkten“, sagte Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der LBBW. Fast alle der am Mittwoch nach der Zinserhöhung von Reuters befragten 20 Primärhändler rechnen mit einer weiteren Anhebung des US-Leitzinses auf 1,5 Prozent im August. Bis Ende des Jahres erwarten die Volkswirte im Mittel eine Erhöhung auf 2,0 Prozent. „Entscheidend ist, dass es keine aggressiven Zinsschritte geben wird“, sagte Schallenberger. Mit der Anhebung des Leitzinses verteuert sich die Kreditaufnahme.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ließ unterdessen am Donnerstag den Leitzins wie erwartet unverändert bei 2,00 Prozent.

Gerüchte belasten HVB-Aktie

Mit Abstand größter Verlierer bei den Dax-Werten waren mit einem Kursrückgang von 3,9 Prozent auf 14,05 Euro die Papiere der HVB. Nach Aussage mehrerer Händler kursierten Gerüchte am Markt über eine angebliche Senkung der Geschäftsprognose. Die Münchener Großbank wollte dies nicht kommentieren, in Finanzkreisen hieß es aber: „Gerüchte über eine Änderung der Prognose sind ohne Grundlage. Die HVB hält an ihren Zielen für 2004 fest.“

Auch die Aktien des Handelsunternehmens Metro zählten mit einem Kursrückgang von rund 1,5 Prozent auf 38,38 Euro zu den Verlieren. Der Umsatz der deutschen Einzelhändler ging im Mai real um 1,7 Prozent zum Vormonat zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat belief sich das Minus auf 5,2 Prozent. „Die Hoffnungen auf eine Stabilisierung des Konsums haben einen deutlichen Dämpfer erhalten“, sagte Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Auf der Gewinnerseite präsentierten sich die Titel von Thyssen-Krupp mit einem Kursplus von 0,9 Prozent auf 14,14 Euro. Der Industriekonzern gab bekannt, die Preise für einen Spezialstahl zu erhöhen. Dass Thyssen-Krupp die höheren Kosten an die Kunden weitergebe, fassten die Anleger positiv auf, sagte ein Händler. Den kräftigsten Kursanstieg bei den Standardwerten verbuchte aber der Dialysespezialist Fresenius Medical Care. Dessen Aktien verteuerten sich um fast zwei Prozent auf 62,19 Euro.

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