HVB ganz oben auf der Gewinnerliste
Dax lässt Federn

Der Deutsche Aktienindex ist am Mittwoch zeitweise wieder über die 4600-Punkte-Marke geklettert. Die Freude hielt jedoch nicht lange. Zum Handelsschluss gab der Dax sämtliche Kursgewinne der vergangenen sechs Handelstage wieder auf einen Schlag ab. Gewinnmitnahmen und ein kräftiger Anstieg der Ölpreise sind Schuld.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex fiel um rund ein Prozent auf 4548,42 Punkte. Unbeirrt weiter im Plus notierten lediglich die Aktien der HVB, die zwei Tage nach der Vorstellung der Details der Fusion mit dem UniCredito mehr als vier Prozent gewannen.

„Auf die Korrektur hatten einige schon gewartet“, sagte ein Händler. „Das sind Gewinnmitnahmen, und die meisten Leute waren darauf eingestellt“, erklärte Postbank-Händler Ascan Iredi die Kursverluste. „Ich halte das für ein temporäres Ereignis. Für mich ist das eine schöne Kaufgelegenheit“, fügte er hinzu. Kurz nach der Eröffnung hatte der Dax mit 4608 Punkten noch ein Dreijahreshoch erklommen. Eine Reihe von US-Konjunkturdaten, die überwiegend etwas besser als erwartet ausfielen, stützten den Dax nur vorübergehend.

Vor allem Gewinnmitnahmen bei den im Dax besonders schwer gewichteten Versorgerwerten Eon und RWE drückten den Dax ins Minus. Auf Sicht von drei Monaten zählen beide Werte zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten. Sie hatten seit Mitte Mai von der Aussicht auf einen Regierungswechsel in Berlin profitiert, der mit längeren Laufzeiten für die Atomkraftwerke beider Energieriesen einher gehen könnte. Die Eon-Aktien fielen um 2,3 %, die von RWE um 2,6 %.

Als weiteren Auslöser für die Kursverluste nannten Händler den an den internationalen Terminmärkten deutlich anziehenden Ölpreis. Die erwartete Anhebung der Fördermengen durch die Opec führte nicht zu einer Entspannung. Vielmehr sorgte ein überraschend großer Rückgang der Öl-Lagerbestände in den USA für einen Anstieg des Ölpreises um 1,60 Dollar auf 56,60 Dollar je Barrel (159 Liter) der an den Finanzmärkten richtungweisenden US-Leichtölsorte WTI.

Händler verwiesen auch auf den dreifachen Verfallstermin an den Terminbörsen am Freitag. Am so genannten Hexensabbat verfallen Optionen und Futures auf Indizes sowie Aktienoptionen. Oft versuchen Anleger die Kurse, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Daher kann es zu größeren Kursschwankungen einzelner Aktien kommen. Händler verwiesen darauf, dass vor allem mit einigen Schwergewichten der Dax in die gewünschte Richtung beeinflusst werden kann.

Mit fast fünf Prozent Kursgewinn standen die HVB-Aktien im Dax ganz oben auf der Gewinnerliste und folgten damit Händlern zufolge der UniCredito-Aktie nach oben, die in Mailand 4,3 % auf 4,41 € stieg. „Wir sind sehr positiv, was den Deal angeht“, begründete Analyst Leonardo Tubatto von SG Securities in Mailand die Kursentwicklung. „Die HVB-Aktien steigen, weil der Markt den Deal einfach mag“, fasste ein Händler in Frankfurt die Stimmung zusammen.

Einige Händler erklärten den Kursgewinn auch mit dem Verkauf der 27,7-prozentigen HVB-Beteiligung an Rhön-Klinikum. Das Paket wurde für 54 € je Aktie bei Investoren platziert. Das Transaktionsvolumen betrug der HVB zufolge gut 258 Mill. €. Die Aktien des Rhön-Klinikums, die im MDax notiert sind, gaben knapp zwei Prozent auf 54,49 € nach.

Im MDax trieben Spekulationen auf eine Übernahme von Karstadt-Quelle durch die Großaktionärin Madeleine Schickedanz den Aktienkurs des Einzelhandelskonzerns zeitweise um fast neun Prozent in die Höhe. Später schrumpfte das Plus aber auf knapp drei Prozent. Nach Angaben von Karstadt hat der Schickedanz-Beteiligungspool vom 18. Mai bis zum 8. Juni rund 1,8 Mill. Aktien des Handelskonzerns gekauft.

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