Index markiert neues Jahrestief
Dax aus Terrorangst auf Talfahrt

Die Bombenanschläge in der spanischen Hauptstadt und die Angst vor einer Wachstumsabschwächung in den USA haben die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Der Dax verlor zeitweise mehr als vier Prozent.

HB FRANKFURT. „Wir haben ein Sammelsurium von Gründen, die hinter den Kursverlusten stehen“, sagte Analyst Giuseppe Amato von Lang & Schwarz. „Die US-Märkte stehen auf morschem Unterholz, das hat die Stimmung an der Börse ohnehin schon belastet. Die Anschläge von Madrid kamen dazu, waren aber keinesfalls der alleinige Auslöser der Verluste.“

Der Dax beendete den Xetra-Handel mit 3,5 Prozent im Minus bei 3905 Punkten. Alle 30 im wichtigsten deutschen Index geführten Papiere verbuchten Kursverluste. Später wurden die Verluste leicht begrenzt. Der L-Dax beendete den Parketthandel bei 3929 Punkten. Der späte L-MDax schloss bei 4775 Punkten. Zuvor war der MDax mit einem Minus von 2,66 Prozent bei 4755 Punkten aus dem Xetra-Handel gegangen. Der L-TecDax beendete den Handel im späten Geschäft mit 601 Zählern. Der TecDax hatte mit Minus 4,32 Prozent bei 590 Punkten geschlossen.

Bei der Explosion von zehn Bomben in Pendlerzügen starben in der spanischen Hauptstadt mehr als 180 Menschen, etwa 900 wurden verletzt. „Kurzfristig orientierte Anleger haben auf die Nachrichtenlage zeitweise mit Panikverkäufen vor allem bei Aktien reagiert, bei denen sie noch Kursgewinne hatten“, sagte Händler Stefan Müller von Sal. Oppenheim.

Während die spanische Regierung für die Anschläge die baskische Separatistenorganisation ETA verantwortlich machte, kamen an den Finanzmärkten Zweifel auf. Arnaldo Otegi, Vorsitzender der verbotenen nationalistischen Basken-Partei Batasuna, sagte in einem Radiointerview, die Attentate könnten eine „Operation von Gruppen des arabischen Widerstandes sein“. Spanien, das kurz vor Parlamentswahlen steht, hatte die Entscheidung von US-Präsident George W. Bush für einen Krieg im Irak unterstützt.

„Es gibt die Befürchtung, dass die El Kaida hinter den Anschlägen steckt“, fasste ein Händler die Stimmung im Markt zusammen. Ein anderer Börsianer ergänzte: „Wenn es doch nicht die ETA war, hat das Ganze eine andere Dimension. Dann ist es kein Spanien-spezifisches Thema mehr.“

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