Index wurde vor 15 Jahren ins Leben gerufen
Geburtstagskind Dax bricht deutlich ein

Schwache Konjunkturaussichten haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag die Geburtstagsparty verdorben. 26 der 30 Dax-Werte büßten an Börsenwert ein, nachdem das DIW als erstes führendes Forschungsinstitut Deutschlands in diesem Jahr ein leichtes Schrumpfen der Wirtschaftstätigkeit vorausgesagt hatte.

Reuters FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsen-Index schloss 2,3 Prozent tiefer bei 3146 Punkten. „Die Leute sind zuletzt wieder sehr gierig geworden, obwohl die mögliche Rezession in diesem Jahr ein Thema bleibt“, kommentierte der Aktienhändler Torsten Danner von der Privatbank M.M. Warburg. Im zweiten Quartal hatte der Dax trotz schwacher Konjunkturperspektiven und einer deutlichen Euro-Aufwertung spektakuläre 33 Prozent gewonnen. Das halten viele Marktteilnehmer für übertrieben und prognostizieren kurzfristig einen Rückgang in Richtung der 3000-Punkte-Marke.

Am Tag des 15. Dax-Geburtstages prognostizierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für 2003 einen leichten Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent. In ihrem gemeinsamen Frühjahrsgutachten hatten die sechs führenden Institute noch ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt. In den USA fiel zudem der ISM-Einkaufmanager-Index deutlich schlechter als erwartet aus, was die Talfahrt an den Börsen beschleunigte und den Euro weiter in die Höhe trieb. Die europäische Währung lag zuletzt bei 1,1575 Dollar.

Im Mittelpunkt des Frankfurter Handels standen die Aktien von SAP, die um 3,7 Prozent auf 98,89 Euro nachgaben. Zuvor hatte JP Morgan das Papier auf „Neutral“ von „Overweight“ heruntergestuft. Die US-Investmentbank rechnet nach einer Befragung von 100 SAP-Kunden mit einem herausfordernden zweiten Halbjahr für den Walldorfer Konzern. Unter Druck standen auch die Versicherer Allianz und Münchener Rück. Sie verloren 3,9 beziehungsweise 3,4 Prozent.

Wegen einer Kapitalerhöhung ragten im Nebenwerte-Index MDax, der 1,5 Prozent tiefer bei 3478 Punkten schloss, die Titel von Merck heraus, die 8,3 Prozent auf 23,20 Euro einbüßten. „Merck hat große operative Probleme im Pharmabereich und eine schwache finanzielle Position. Die Kapitalerhöhung geht in die richtige Richtung“, sagte Analyst Alexander Groschke von der LB Rheinland-Pfalz. Der Pharma- und Spezialchemiekonzern stockt sein Eigenkapital insgesamt um gut 400 Millionen Euro auf. In der Regel fallen Aktien bei Kapitalerhöhungen, weil sich der Gewinn in Zukunft auf mehr Papiere verteilt.

Der Technologie-Index TecDax gab 2,8 Prozent auf 413 Zähler nach. In den USA tendierten die Märkte zum Handelsschluss in Frankfurt ebenfalls schwächer. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte fiel um 0,45 Prozent und die Technologiebörse Nasdaq um 0,39 Prozent.

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