Infineon-Aktie am Index-Ende
Dax rettet sich über 3300-Punkte-Marke ins Wochenende

Es war keine gute Woche für den deutschen Leitindex. Auch am Freitag ging es auf und ab für das Börsenbarometer, das sich bis zum Handelsende zwar nicht mehr in die Gewinnzone hangeln, sich aber deutlich von seinen Tagestiefs erholen konnte.

HB FRANKFURT/MAIN. Nach zwischenzeitlichen Gewinnen, aber auch dem Fall unter die Marke von 3300 Punkten fiel der Leitindex zum Handelsende letztlich nur um 0,04 % auf 3324,85 Punkte. Die Wochenbilanz war mit minus 7 % deutlich negativ. Der MDax sank um 0,46 % auf 3985,62 Punkte. Der TecDax gab um 1,94 % auf 485,49 Zähler nach.

"Angesichts der widersprüchlichen US-Konjunkturdaten halten sich die Anleger so kurz vor dem Wochenende mit Käufen zurück", sagte ein Frankfurter Händler. So wurde das höhere Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal durch einen unerwartet starken Rückgang des Konsumentenvertrauens im September getrübt. Die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung hatte den Dax seit Mitte März mehr als 50 % zulegen lassen. "Viele Investoren befürchten nun, dass dieser Kursaufschwung übertrieben war", sagte der Händler. "Wir sind an einer Grenze angelangt", warnte auch Christian Jasperneite, Volkswirt bei der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Es müsse sich zeigen, ob sich nicht wie im Vorjahr eine "Erwartungsblase" gebildet habe, die von der Wirtschaft dann wieder enttäuscht werde.

Infineon-Papiere setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und gaben als Dax-Schlusslicht um 5,10 % auf 11,36 ? nach. Tags zuvor hatte Merrill Lynch den Titel des Chipherstellers zum Verkauf empfohlen. Am Vortag hatten sich auch die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) negativ zu dem Euroopäischen Halbleitersektor geäußert. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung um 12 Euroo habe sich damit zerschlagen und die technischen Verkaufssignale wirkten weiter, urteilten technische Analysten. Die Anteilsscheine des Software- Unternehmens SAP büßten 1,57 % auf 108,62 ? ein. Siemens-Aktien rückten dagegen um 0,54 % auf 51,95 ? vor.

Tendenziell positiv wurde die Nachricht aufgenommen worden, dass die Deutsche Telekom Gespräche über einen vollständigen Erwerb des polnischen Mobilfunkbetreiber PTC beendet hat. DrKW-Analyst Hannes Wittig bezeichnete es als sinnvoll, dass die Telekom bei den Verhandlungen hart geblieben sei und keine weitere Nachbesserung des Preises mitgemacht habe. Auch ein anderer Händler meinte: "Vor dem Hintergrund der Verschuldung der Telekom würde ich das eher als gute Neuigkeit einschätzen.". Es sei jedenfalls besser, von einer Übernahme Abstand zu nehmen, als einen überhöhten Preis zu zahlen. Telekom-Aktien legten um 0,4 Prozent auf 12,62 Euroo zu.

Continental stiegen auf einen neuen Jahres-Höchststand. Mindestens eine größere Adresse baue Bestände auf, sagte eine Händlerin. Die Aktie gewann 3,7 Prozent auf 24,96 Euroo. Auch ThyssenKrupp, Linde und MAN erholten sich von den Verlusten der vergangenen Tage, ohne dass Händler unmittelbare Gründe für den Anstieg der Titel ausmachen konnten.

Die Autowerte tendierten uneinheitlich. Volkswagen-Aktien verloren 0,35 % auf 39,56 ?. Die Analysten von J.P. Morgan hatten die Gewinnerwartungen je Aktie für 2003 und 2004 gekappt. Auch DaimlerChrysler-Aktien verbilligten sich um 0,81 % auf 30,70 ?. Dagegen gewannen BMW-Titel 1,62 % auf 33,15 ?.

In der zweiten Reihe profiterten EADS von positiven Aussagen zur Auftragslage und stiegen um 3,1 Prozent auf 13,82 Euro. Stada verloren dagegen 2,2 Prozent auf 45,85 Euro. Das Unternehmen hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates den Bezugspreis für die erste Tranche der Kapitalerhöhung auf 37,50 Euro je Aktie festgelegt. Entsprechend dem Bezugsverhältnis kann auf jeweils vier alte Stada-Aktien eine neue Stada-Aktie zum Bezugspreis von 37,50 Euro je Aktie bezogen werden.

Beiersdorf-Aktien reagierten mit einem zeitweiligen Kursplus bis auf 112,35 ? auf neue Übernahme-Spekulationen. Nach dem Dementi ging die Aktie des Nivea-Herstellers mit einem moderaten Plus von 0,34 % auf 109,76 ? aus dem Handel. einem Pressebericht zufolge will Ex-Tchibo-Miteigentümer Günter Herz für rund 3,8 Mrd. ? den Anteil der Allianz in Höhe von 43,6 % an Beiersdorf übernehmen. Die Allianz-Aktie gewann 0,21 % auf 75,83 ?.

Die Vorgaben von den Weltbörsen waren zu Handelsende in Deutschland negativ. An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index um 0,03 % auf 9341 Punkte. Der Nasdaq Composite verlor 0,49 % auf 1808 Zähler. Der EurooStoxx 50 gab um 0,70 % auf 2447,92 Punkte nach.

Am Rentenmarkt stieg der Bund Future um 0,4 % auf 114,87 Punkte. Der Rex gewann 0,02 % auf 118,52 Punkte. Die Umlaufrendite verharrte bei 3,77 %. Der Euroo-Kurs sank leicht. Die Euroopäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1487 (Donnerstag: 1,1493) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8705 (0,8701) Euroo.

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