Infineon-Aktie im Fokus Dax behauptet 4 700-Punkte-Marke

Trotz Kursverlusten an den US-Börsen hat der deutsche Leitindex Dax am Montag in der Gewinnzone geschlossen. Allerdings hielten sich die Anleger auf dem Höhepunkt der US-Berichtssaison spürbar zurück.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss mit 4 719,57 (+ 6,67) Punkten nahezu unverändert, nachdem er mit 4 732,70 Punkten zuvor den höchsten Stand seit Juni 2002 erreicht hatte. Die Affäre um Schmiergeldzahlungen brachte die Aktien des Chipherstellers Infineon unter Druck. Die Aktien der Deutschen Telekom und der Post reagierten dagegen kaum auf den neuerlichen Verkauf von Anteilen des Bundes an die staatliche Förderbank KfW. Der MDax der mittelgroßen Standardwerte verlor 0,19 % auf 6 525,56 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,14 % auf 584,55 Punkte nach unten.

„Wir haben ein neues Jahreshoch gesehen, aber dann kamen Gewinnmitnahmen“, sage ein Händler einer Frankfurter Bank. Zudem enttäuschten die Quartalszahlen des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup die Anleger und belasteten den Dax. Citibank-Rivale Bank of America übertraf hingegen die Schätzungen der Analysten, ohne aber den Märkten nachhaltigen Auftrieb zu geben. Die deutschen Banktitel gingen wenig verändert aus dem Handel. Der Kurs der Deutschen Bank erholte sich von zwischenzeitlichen Verlusten und schloss 0,17 % fester mit 69,12 €. Der Kurs der Hypo-Vereinsbank fiel um 0,59 % auf 21,75 €, Commerzbank-Aktien verbilligten sich um 0,27 % auf 18,43 €. Zu den Kursgewinnern im Dax gehörten vor allem vermeintlich risikoarme Werte, beobachtete ein Händler.

Händler beschrieben den Handel als lethargisch. „Nach den guten Umsätzen der Vorwoche ist jetzt wohl die Luft raus. Viele Anleger scheinen auch gar nicht mehr da zu sein“, sagte ein Händler. „Und die, die noch nicht in die Ferien gefahren sind, wollen erstmal die IBM-Zahlen abwarten.“ Der Computerriese, dessen enttäuschender Zwischenbericht vor drei Monaten weltweit fallende Aktienkurse ausgelöst hatte, will am Montag nach Börsenschluss seinen Quartalsbericht vorlegen. Im Wochenverlauf stehen unter anderem noch die Zahlen des deutschen Softwarekonzerns SAP, des weltgrößten Handyherstellers Nokia und des weltgrößten Chipherstellers Intel an. Auch die Autokonzerne Ford und General Motors werden diese Woche über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal berichten.

Mit einem Abschlag von gut einem Prozent auf 8,31 € reagierten die Aktien von Infineon Händlern zufolge vor allem auf den Rücktritt des für die Speicherchipsparte verantwortlichen Vorstands Andreas von Zitzewitz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Manager wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, der Untreue und der Steuerhinterziehung. Dies könnte Händlern zufolge zu einem Imageschaden für Infineon führen und die Spekulationen auf einen Börsengang der Speicherchipsparte dämpfen. „So eine Affäre bringt natürlich negative Schlagzeilen und trübt die Stimmung“, sagte Analyst Karsten Iltgen von der WestLB. Einige Händler begründeten die Kursverluste auch mit der enttäuschenden Aufnahme des Zwischenberichts des größten europäischen Unterhaltungselektronikherstellers Philips. Auch die Aktien von Siemens - der ehemalige Mutterkonzern hält noch rund 18 % an Infineon - fielen um 0,5 %.

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