Inflationsrisiken
Fed-Warnung lässt Wall Street ins Minus sacken

Mit einer erneuten Warnung vor Inflationsrisiken hat die US-Notenbank (Fed) die Furcht auf dem New Yorker Börsenparkett vor einem länger anhaltenden Zinssteigerungsprozess genährt. Die führenden US-Börsenindizes sackten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus ab.

HB NEW YORK. Zunächst hatten ein deutlicher Rückgang der Ölpreise und ein überraschend starker Zuwachs der US-Industrieaufträge im August der Wall Street zu Kursgewinnen verholfen. Gebremst wurde der Kursaufschwung jedoch, weil einige Firmen, wie der Druckerhersteller Lexmark warnten, sie könnten die Gewinnerwartungen nicht erfüllen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,9 Prozent ermäßigt mit 10.441 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er sich zwischen 10.568 und 10.435 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um ein Prozent auf 1214 Zähler. Der Nasdaq-Composite der Technologiebörse gab um 0,75 Prozent auf 2139 Stellen nach.

Die Warnung mehrerer Fed-Vertreter vor Inflationsgefahren bekräftigte der Gouverneur der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher. Die Notenbank müsse wachsam sein gegenüber der Inflation, weil es eindeutig inflationären Druck gebe, sagte er. Rezessionsgefahren sah er aber nicht.

Boeing gefragt

Die Aussicht auf die Freigabe weiterer Roh- und Heizölmengen aus der strategischen Reserve der USA ließ die Ölpreise beiderseits des Atlantiks um rund 1,70 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) absacken. Davon profitierten in erster Linie konjunktursensible Werte. Bei diesen Unternehmen rechnen die Anleger bei sinkenden Energiekosten mit besseren Geschäften und somit höheren Gewinnen. Gefragt waren deshalb Aktien des Luft- und Raumfahrtkonzerns Boeing, die sich dadurch um gut 1,2 Prozent auf 67,95 Dollar verteuerten.

Der Drucker-Hersteller Lexmark hatte angekündigt, der Gewinn werde wegen der aggressiven Preispolitik des Konkurrenten Hewlett-Packard nur etwa halb so hoch ausfallen, wie noch im Juli vorausgesagt. Die Börse bestrafte dies mit einem satten Abschlag auf den Kurs von fast 29 Prozent auf 43,50 Dollar. Die Papiere von Hewlett-Packard verloren um gut 1,2 Prozent auf 28,55 Dollar.

Der Konsumgüterriese Procter & Gamble und Goodyear Tire wiesen ebenfalls Minuszeichen auf. Sun Microsystems und Google wollen bei Bürosoftware gemeinsam gegen Microsoft gemeinsam vorgehen. Google und Microsoft lagen deutlich tiefer, während Sun Microsystems leicht zulegen konnte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1100 Werte legten zu, 2199 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,03 Milliarden Aktien 1191 im Plus, 1834 im Minus und 150 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 2/32 auf 98-31/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,375 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs 9/32 auf 111-15/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,604 Prozent.

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