Instabilität in Taiwan wird ebenfalls mit Sorge gesehen
Dow rettet 10 000-Punkte-Marke ins Ziel

Die Furcht vor einem weiteren Auflammen des Nahost-Konflikts hat am Montag an der Wall Street eine Verkaufswelle ausgelöst und die Indizes deutlich im Minus schließen lassen. Die Indizes der Standardwerte sackten um mehr als ein Prozent ab, wobei der Dow-Jones sich zetweise bis auf zwölf Punkte der psychologisch wichtigen Marke von 10 000 Zählern näherte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor mehr als 1,5 %. Technische Analysten sehen noch kein Ende der Korrektur.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 1,2 % niedriger mit rund 10 064 Punkten. Der breiter gefasste S&P-Index gab um 1,29 % auf etwa 1 095 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor sogar 1,57 % auf rund 1 909 Punkte. Dow Jones und Nasdaq fielen damit auf ihr niedrigstes Niveau seit Mitte Dezember.

Wie bereits die europäischen Aktienmärkte stand auch die Wall Street unter dem Eindruck der gespannten Lage im Nahen Osten. Die israelische Armee hatte am Montagmorgen den Gründer und Anführer der für zahlreiche Selbstmordanschläge verantwortlichen Hamas-Bewegung, Scheich Ahmed Jassin, mit einem gezielten Raketenangriff getötet. Die Hamas und andere Palästinenser-Organisationen schworen Rache.

„Das Fehlen jeglicher Konjunkturdaten und die Wartezeit bis zu den Quartalsergebnissen der Unternehmen haben den Investoren keine andere Wahl gelassen, als die weltpolitischen Ereignisse zu verfolgen“, sagte Peter Cardillo, Analyst bei SW Bach and Co. „Es gibt keine Frage, dass es eine breite Spanne geopolitischer Ereignisse gibt, die Anlass zur Sorge geben, ob das nun Israel, Taiwan, Irak oder Spanien ist. Die Welt ist eindeutig ein unruhiger, gefährlicher Platz, und das demoralisiert die Anleger“, sagte Hugh Johnson von der First Albany Corp. Zudem seien die Investoren zunehmend besorgt über die Wirtschaft und darüber, dass die Gewinne nicht so gut ausfallen, wie zumeist vorausgesagt, sagte Johnson mit Blick auf den hohen Ölpreis und den anhaltend schwachen Arbeitsmarkt. „Es gibt viele Gründe über die Wirtschaft und die Gewinne 2004 und 2005 besorgt zu sein“, fügte er hinzu.

Der Anstieg der Rohstoffpreise schürte Börsianern zufolge zudem Befürchtungen, die Inflation könnte anziehen und die US-Notenbank (Fed) deshalb die Zinsen erhöhen. In der vergangenen Woche hatte die Fed ihren Schlüsselzins mit 1,0 % unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 1958 belassen und ihre abwartende Haltung bekräftigt. „Die Inflation könnte schneller als erwartet ein Problem werden und das bedeutet, die Fed könnte die Zinsen früher anheben müssen, als am Markt angenommen wird“, sagte Cardillo.

Zudem deute die technische Verfassung der Märkt noch kein Ende der Korrektur an. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es noch weiter nach unten gehe, bevor die Überverkauftheit das für eine Gegenbewegung notwendige Ausmaß erreicht habe.

Seite 1:

Dow rettet 10 000-Punkte-Marke ins Ziel

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%