Internationale Aktienmärkte
Börse Zürich im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch trotz schwacher US-Konjunkturdaten und Abgaben an der Wall Street im Plus beendet.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch trotz schwacher US-Konjunkturdaten und Abgaben an der Wall Street im Plus beendet. Gegen Mittag war es zu einem kurzen Abschwung gekommen, von dem sich die Börse jedoch erholte, und auch einen Einbruch am Nachmittag machten die Indizes weitgehend wett. Finanzwerte tendierten uneinheitlich: Während Credit Suisse und UBS als Gewinner aus dem Handel gingen, mussten Julius Bär weitere massive Einbussen hinnehmen.

In den USA belasteten schlechte Konjunkturdaten die Börsen: Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in den USA verzeichnete einen regelrechten Einbruch, die Zahl der wöchentlichen Hypothekenanträge ging deutlich zurück. Eher positive Signale gab es dagegen vom US-Arbeitsmarkt und den Rohöllagerbeständen in Verbindung mit einem rückläufigen Ölpreis. Jetzt hänge viel von der weiteren Entwicklung des US-Rettungsplans für die Finanzbranche ab, sagten Händler. Der Senat will noch an diesem Mittwochabend über das 700-Mrd.-Dollar-Hilfspaket abstimmen, für den morgigen Donnerstag ist das Votum des Repräsentantenhauses angesetzt.

Der SMI stieg zum Handelsschluss um 72,74 Punkte oder 1,09 Prozent auf 6 727,63 Zähler. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI legte 0,51 Prozent auf 981,59 Punkte zu und der breite SPI um 0,8 Prozent auf 5 608,46 Stellen.

Vor der morgigen außerordentlichen Generalversammlung gingen UBS (+6,7 Prozent auf 19,70 Franken) an der Tabellenspitze im SMI /SLI aus dem Handel. Der Markt hatte mit Neuigkeiten zum Abschreibungsbedarf auf notleidenden Positionen gerechnet, die allerdings ausblieben. Die US-Bank Jpmorgan sagte der Großbank für das zweite Halbjahr indes einen Abschreibungsbedarf von 2,7 Mrd. Euro voraus. Auch CS (+3,5 Prozent auf 51,65 Franken) schlossen deutlich fester.

Noch im Plus hielten sich Swiss Re (+0,9 Prozent auf 61,25 Franken), Baloise (+1,5 Prozent auf 76,35 Franken) und Swiss Life (+0,5 Prozent auf 161,70 Franken).

Julius Bär (-6,3 Prozent auf 51 Franken, Tagestief 49,70 Franken) dagegen erlitten deutliche Verluste und gingen am Tabellenende aus dem Handel. Am Markt war weiterhin von massiven Mittelabflüssen bei GAM die Rede. Dabei sei ein Betrag von 18 Mrd. Franken genannt worden, hieß es. Die Bank ist über ihre auf alternative Anlagen spezialisierten Tochtergesellschaft GAM im Bereich Hedge-Funds tätig.

Auch ZFS (-2,3 Prozent auf 299 Franken) standen unter Druck. Als positiv werteten Händler zwar den Wegfall des Konkurrenten AIG. Doch war auch von einer möglichen milliardenschweren Akquisition in der Türkei die Rede, was auf den Kurs drückte.

Roche (+2,2 Prozent auf 178,40 Franken) zählten mit zu den größten Gewinnern. Auch Actelion (+2,3 Prozent auf 58,40 Franken) zeigten sich fester. Händler machten Übernahmespekulationen für die Avancen verantwortlich, wonach Pfizer und Sanofi-Aventis durch Kapitalmaßnahmen bis zu 35 Mrd. Dollar an Kapital freisetzen könnten. Novartis (+1,4 Prozent auf 59,35 Franken) tendierten im oberen Drittel.

Von den defensiven Werten erhielten Swisscom (+2,4 Prozent auf 339,50 Franken) Auftrieb durch eine Hochstufung der Credit Suisse auf "outperform" von "neutral" und einem Kursziel von 460 Franken, Nestle (+0,5 Prozent auf 48,42 Franken) gewannen hingegen unterdurchschnittlich.

In Ciba (+1,0 Prozent auf 47,98 Franken) begann heute das Übernahmeangebot von BASF über 50 Franken je Titel.

Swatch (-2,5 Prozent auf 198,50 Franken) wurden verkauft, es war von Umschichtungen in Richemont (+1,7 Prozent auf 49,74 Franken) zu hören. Zu größeren Abgaben kam es auch bei Syngenta (-4,0 Prozent auf 227,70 Franken) und Clariant (-3,6 Prozent auf 10,33 Franken).

Im breiten Markt erlebten Gottex (-22 Prozent) einen drastischen Einbruch. Der Hedge-Fund-Manager hat den von ihm verwalteten ABL Fund of Funds geschlossen und wird ihn abwickeln. Ferner wurde die Rücknahme von Anteilen des ABI Fund bis auf weiteres eingestellt. Auch Sulzer (-4,0 Prozent) verloren. Im Berufshandel war gerüchtehalber von einem größeren Verkaufsauftrag die Rede.

Weder Kuoni (-1,2 Prozent) noch Forbo (-2,3 Prozent) konnten nach Neuigkeiten zu Akquisitionen zulegen.

Acino (+5,8 Prozent) dagegen profitierten von einem Erfolg im Rechtsstreit mit Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb. Auch Rieter (+3,6 Prozent) verzeichneten deutliche Avancen. Händlern zufolge kauft das Lager der Großaktionäre zu den bestehenden Engagements hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%