Internationale Aktienmärkte
Börse Zürich mit mäßigen Verlusten

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Dienstag mit mäßigen Verlusten beendet. Das Geschehen habe sich nach einem guten Start am Morgen schnell abgeflacht, hieß es in Handelskreisen. Man warte auf den Zinsentscheid der US-Notenbank, der kurz nach 20 Uhr hiesiger Zeit veröffentlicht werde und der weitere Impulse in die eine oder andere Richtung bringen könnte.

Geprägt war das Geschehen von Übernahmen und vor allem Übernahmespekulationen. So legten etwa die Aktien der österreichischen, aber an der SWX gelisteten SEZ durch Lam Reserach 36 Prozent zu. In der Folge profitierten aber auch andere Techwerte wie Micronas, ADB oder Austriamicrosystems von Spekulationen. Aber auch bei Clariant kam es zu erneuten Spekulationen um einen Kauf des unterbewerteten Unternehmens.

Bis zum Schluss verlor der Swiss Market Index (SMI ) 29,47 Zähler oder 0,33 Prozent auf 8 855,86 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI büßte 0,35 Prozent auf 1 344,85 Zähler ein, der breit gefasste SPI 0,23 Prozent auf 7 193,94 Stellen.

Nach dem gestern verkündeten Abschreiber über zehn Mrd. Dollar und dem Einstieg von ausländischen Aktionären waren auch heute die UBS -Aktien im Fokus der Anleger. Nachdem der Titel gestern zum Schluss 1,4 Prozent gewonnen hatte, verloren die Titel heute 1,8 Prozent auf 56,95 Franken, zwischendurch war der Titel gar bis auf 55,95 Franken gefallen.

Nach den Turbulenzen am gestrigen Tag und dem Kursgewinn zum Schluss sei es heute zu einigen Gewinnmitnahmen gekommen, hieß es. So haben etwa verschiedene ausländische Banken ihr Kursziel für die Aktie der größten Schweizer Bank zum Teil deutlich zurückgenommen. Die Investorenpräsentation vom heutigen Nachmittag brachte dagegen wenig Neues. Das Management wiederholte mehrheitlich nochmals, was gestern bereits gesagt wurde. Die Aktien der CS (+0,3 Prozent auf 71,70 Franken) profitierten weiter davon, dass die Bank laut eigenen Angaben von der Subprimekrise wenig betroffen ist.

Im Fokus standen heute aber auch wieder einmal die Aktien von Clariant . Kurz nach 15 Uhr stieg die Aktie massiv an, zum Schluss gewann sie 7,4 Prozent auf 10,51 Franken. Der Höhenflug sei auf neu aufgekommene Übernahmegerüchte für die billigen Aktien zurückzuführen, meinte ein Händler. Ein anderer Marktteilnehmer erklärte, dass am Markt Gerüchte kursierten, wonach Lanxess zwölf Franken je Clariant -Aktie biete. In diesem Zusammenhang sei es zu panikartigen Deckungskäufen gekommen. Die Aktie notiere derzeit unter Buchwert, meinte zudem ein Händler, so dass auch Schnäppchenjäger angezogen worden seien. Auch eine Investoren-Präsentation, die Morgen stattfindet, für die aber bereits Slides abrufbar waren, wurde als Kaufargument ins Feld geführt.

Ansonsten war das Geschehen bei den SMI -Titeln eher ruhig. Größte Verlierer neben UBS waren Syngenta (-2,7 Prozent auf 284,00 Franken), Julius Bär (-1,7 Prozent auf 97,70 Franken) sowie Nobel Biocare (-1,0 Prozent auf 318,25 Franken).

Auch Novartis wurden um 0,6 Prozent auf 64,40 Franken zurückgenommen. Konzernchef Vasella hat in einem Zeitungsinterview zusätzliche Restrukturierungen in Aussicht gestellt und für die kommenden Quartale von einem Ertragsdruck gesprochen.

Größter Gewinner nach Clariant waren Holcim (+1,7 Prozent auf 127,00 Franken). Die Titel profitierten laut Händlern nochmals von der Branchenstärke im Zuge der Übernahme von Orascom durch Lafarge.

Auch Swiss Re standen leicht in der Gunst der Anleger (+0,4 Prozent auf 85,75 Franken). Der Rückversicherer führt derzeit in London einen Investorentag durch und teilte am Morgen mit, das Aktienrückkaufprogramm werde eher früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.

Unter den SLI-Werten lagen neben den bereits erwähnten Petroplus (-2,0 Prozent) und Actelion (-0,9 Prozent) deutlich im Angebot. Auf der Gewinnerseite legten OC Oerlikon 1,6 Prozent zu.

Im Gesamtmarkt sorgt unter den Technologiewerten das Übernahmeangebot von LAM Research für SEZ für Fantasie. Die satte Prämie zeige, dass mögliche Käufer bereit seien, einen markant über den aktuellen Kursen liegenden Preis zu bezahlen, hieß es im Handel. SEZ schlossen 36,1 Prozent höher auf 37,15 Franken an; LAM bietet 38 Franken je Aktie. Aufgrund dieser Übernahme und weiterer Gerüchte in der Branche legten diverse andere Technologietitel ganz stark zu. Micronas etwa 11,1 Prozent, wobei hier Infineon als möglicher Käufer genannt wurde, Advanced Digital 6,4 Prozent, die Tec-Sem Group 6,0 Prozent oder Austriamicrosystems 5,0 Prozent.

Stark gesucht waren daneben auch Dätwyler (+6,4 Prozent), Komax (+5,9 Prozent) oder Sopracenerina (+4,9 Prozent). Zu Gewinnmitnahmen kam es dagegen nach dem gestrigen Anstieg um 15 Prozent bei Kudelski mit einem Minus von 5,6 Prozent.

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