Internationale Aktienmärkte
Europa Börsen wieder mit Verlusten

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Donnerstag nach schwachen US-Daten und negativen Impulsen von der Wall Street einmal mehr im Minus geschlossen. Der Philly-Fed-Index, der die Stimmung der Industrie in Philadelphia wiedergibt und ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung der USA ist, ging deutlich stärker zurück als prognostiziert. Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der angesichts der Konjunkturabschwächung in den USA weitere Zinssenkungen signalisierte, waren laut Börsianern keine Überraschung und konnte den Markt nicht beeindrucken.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 ging 1,04 Prozent schwächer bei 4 065,76 Zählern aus dem Handel. Der auch schweizerische und britische Werte umfassende Stoxx 50 schloss mit minus 0,88 Prozent bei 3 402,38 Punkten. Der Euronext 100 büßte 1,03 Prozent auf 904,77 Punkte ein. In Paris verlor der CAC 40 1,31 Prozent auf 5 157,09 Zähler. Für den Londoner Ftse 100 ging es um 0,68 Prozent auf 5 902,40 Punkte bergab.

In London sprangen Scottish & Newcastle (S & N) nach Meldungen über die Aufnahme von Gesprächen mit Carlsberg und Heineken hoch. Sie schlossen mit einem Plus von 5,37 Prozent auf 765,00 Pence. Nach eigenen Angaben verhandelt der britische Brauereikonzern nun mit seinen beiden Wettbewerbern um eine mögliche Offerte von 800 Pence je S & N-Aktie. In dem seit Oktober laufenden Übernahmekampf haben die Briten bisher drei Angebote des dänisch-niederländischen Konsortiums abgelehnt - zuletzt waren 780 Pence geboten worden. Carlsberg verloren 4,68 Prozent auf 570,00 dänische Kronen. Dagegen ging es für Heineken um 1,76 Prozent auf 40,00 Euro nach oben. Grund für die unterschiedliche Entwicklung beider Aktien war laut Händlern, dass Carlsberg die Mehrkosten von 20 Pence je Aktie für die neueste Offerte vollständig übernimmt.

Associated British Foods gewannen nach einem Zwischenbericht zum Weihnachtsgeschäft, der die Unternehmenserwartungen übertroffen hatte, als Spitzenreiter im "Footsie" 8,13 Prozent auf 838,00 Pence. Enterprise Inns stiegen nach einem wie erwartet ausgefallenen Zwischenbericht um 3,16 Prozent auf 416,00 Pence. Rentokil Initial legten um 2,60 Prozent auf 106,60 Pence zu. Hier verwiesen Händler auf vage Marktgerüchte über eine mögliche Übernahme des Dienstleisters durch das eigene Management für 140 Pence je Aktie. Ein Marktteilnehmer sagte indes, der Kurs sei hinter dem genannten Übernahmepreis zurückgeblieben, da diese Spekulationen bereits früher die Runde gemacht hätten, ohne sich zu bewahrheiten.

Die Aktien der Brauerei Sabmiller gaben dagegen nach der Vorlage eines Zwischenberichts um 4,58 Prozent auf 1 207,00 Pence nach. Der Konzern setzte zwar im dritten Geschäftsquartal mehr Bier ab als im Vorjahr, verfehlte aber dennoch die Markterwartungen.

Mit plus 3,13 Prozent auf 132,55 Euro profitierten Alstom im CAC 40 von ihren Umsatzzahlen. Dank der starken Auftragslage seiner Kraftwerk-Sparte sei der Umsatz im dritten Geschäftsquartal deutlich gestiegen, teilte der Bahntechnik-Konzern und Energieanlagen-Konstrukteur am Morgen mit. Die Gesamtgeschäftsjahresprognose wurde bestätigt. Davon profitierten auch Bouygues mit Gewinnen von 0,44 Prozent auf 49,82 Euro, denn der Baukonzern ist mit 30,1 Prozent an Alstom beteiligt.

Alcatel-Lucent gewannen 2,65 Prozent auf 4,64 und reagierten damit auf die Bestätigung des Telekomausrüsters, als einziger Partner der Brasil Telecom für deren Netzwerk-Service beauftragt worden zu sein. Finanzielle Details zum Auftragsvolumen wurden nicht bekannt gegeben. In Presseberichten war die Rede von einem Zweijahresvertrag in Höhe von 773 Mill. Euro gewesen. Delhaize verteuerten sich nach Zahlen um 1,74 Prozent auf 50,27 Euro. Zwar hat die stark in den USA engagierte belgische Supermarktkette wegen Währungseffekten im Schlussquartal sowie im Gesamtjahr 2007 erwartungsgemäß einen Umsatzrückgang verbucht. Doch für das laufende Jahr gab sich der Konzern optimistisch.

Remy Cointreau büßten indes nach der Vorlage von Umsatzzahlen für das dritte Geschäftsquartal des Getränkeherstellers kontinuierlich an Wert ein und schlossen 11,05 Prozent niedriger bei 38,73 Euro. Ein Analyst sprach von einem "enttäuschenden Zahlenmix". Im Gefolge sanken auch Pernod Ricard um 6,14 Prozent auf 66,55 Euro.

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