Internationale Aktienmärkte
Europas Börsen im Minus

Die europäischen Börsen sind am Mittwoch zum Handelsschluss noch ins Minus gerutscht. Während Banken zu einer Erholung ansetzten, kamen Einzelhändler und Stahlwerte unter Druck. Auch der Handelsverlauf an der Wall Street verlief eher schleppend und belastete zuletzt die Stimmung.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Mittwoch zum Handelsschluss noch ins Minus gerutscht. Während Banken zu einer Erholung ansetzten, kamen Einzelhändler und Stahlwerte unter Druck. Auch der Handelsverlauf an der Wall Street verlief eher schleppend und belastete zuletzt die Stimmung. Konjunkturdaten gaben kaum Impulse und Anleger hielten sich laut Händlern bereits vor dem anstehenden langen Wochenende in den USA zurück. Zudem sind die US-Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche überraschend deutlich gesunken.

Der Eurostoxx 50 ging mit minus 0,13 Prozent auf 3 288,52 Zähler aus dem Handel, nachdem er gegen Mittag noch bis auf 3 335 Zähler gestiegen war. Der Stoxx 50 fiel um 0,35 Prozent auf 2 840,56 Zähler. Der Londoner Ftse 100 verlor belastet von schwachen Minenwerten 0,98 Prozent auf 5 426,30 Zähler. Der CAC-40-Index gab um 1,03 Prozent auf 4 296,48 Zähler nach.

Banken waren dank positiver Aussagen der Deutschen Bank , der UBS und Credit Agricole gefragt. Der deutsche Branchenprimus sieht keinen Bedarf für eine Kapitalerhöhung. Die UBS sei unterdessen aus dem Gröbsten raus, sagte der neue Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SF. Er gehe auch davon aus, dass die Bank eine weitere Kapitalerhöhung benötige. UBS-Aktien gewannen daraufhin 1,58 Prozent auf 20,62 Franken. Für Credit Agricole ging es um 0,81 Prozent auf 12,47 Euro nach oben. Die Bank hatte über Nacht mitgeteilt, dass die Kapitalerhöhung - ohne die Beteiligung des Hauptanteilseigners - 1,3-fach überzeichnet gewesen sei.

Stahlwerte litten weiter unter den am Vortag bekannt gegebenen Preisverdoppelungen für Eisenerz durch Rio Tinto in Asien. Arcelormittal büßten als schwächster Wert im Eurostoxx 6,12 Prozent auf 55,95 Euro ein. Unterdessen gewannen France Telecom nach einer Hochstufung durch die HSBC 3,47 Prozent auf 19,825 Euro. Die Analysten hatten die Einschätzung von "Neutral" auf "Overweight" angehoben.

In London stürzten Marks & Spencer am Ende des "Footsie" um 24,53 Prozent auf 256,25 Pence ab. Der britische Bekleidungs- und Lebensmittelhändler erlitt im abgelaufenen Quartal einen Umsatzeinbruch. In Großbritannien sank der Umsatz auf vergleichbarer Fläche in den 13 Wochen bis 28. Juni um 5,3 Prozent. Die Experten von Landsbanki Kepler wiesen darauf hin, dass der angekündigte Umsatzeinbruch einer Gewinnwarnung gleichkomme und kündigten an, die Prognosen um zehn Prozent kürzen. Wettbewerber Carrefour wurde mit minus 2,76 Prozent auf 33,81 Euro ebenfalls belastet.

An der Spitze des britischen Leitindex kletterten unterdessen Astrazeneca um 4,84 Prozent auf 2 253,00 Pence. Der zweitgrößte britische Pharmakonzern hat in den Vereinigten Staaten einen wichtigen juristischen Sieg im Zusammenhang mit dem Anti-Depressions Medikament Seroquel erzielt. Der Patentschutz müsste nicht über alle Instanzen hinweg verteidigt werden, sondern sei bereits jetzt bestätigt worden, teilte Astrazeneca mit. Von diesen positiven juristischen Nachrichten profitierte auch die Konkurrenz: Glaxosmithkline stiegen um 3,90 Prozent auf 1 147,00 Pence, für Sanofi-Aventis ging es um 3,19 Prozent auf 43,06 Euro hoch.

In der Londoner zweiten Reihe halbierten sich Taylor Wimpey nach einer gescheiterten Kapitalerhöhung fast und rutschten um 41,67 Prozent auf 35,00 Pence ab. Nun droht dem britischen Bauunternehmen, das Geld auszugehen. Die mit den Banken ausgemachten neuen Kreditlinien setzten eine Kapitalspritze durch Aktionäre voraus, teilte das Unternehmen mit. Die Analysten der Dresdner Kleinwort kappten die Einstufung in einer ersten Reaktion von "Hold" auf "Sell". Die Nachricht über das Ausbleiben der erwarteten Kapitalspritze von den Aktionären sei ein Schock, schrieb Analyst Alastair Stewart.

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