Internationale Aktienmärkte
Europas Börsen tief im Minus

Wegen anhaltender Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems dies- und jenseits des Atlantiks haben die wichtigsten europäischen Börsen am Montag mit deutlichen Verlusten geschlossen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Wegen anhaltender Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems dies- und jenseits des Atlantiks haben die wichtigsten europäischen Börsen am Montag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Vor allem Bankaktien wurden Händlern zufolge von Befürchtungen belastet, dass der US-Rettungsplan für die angeschlagene Finanzbranche zu kurz greifen könnte. Auch der Kauf weiterer Teile der angeschlagenen US-Bank Wachovia durch die Citigroup habe auf die Stimmung gedrückt, hieß es. Neben den negativen Nachrichten aus den USA sorgten auch neue Hiobsbotschaften aus der europäischen Bankenbranche für tiefe Verunsicherung unter den Anlegern. So wird der angeschlagene Finanzkonzern Fortis teilweise verstaatlicht, und die ebenfalls angeschlagene britische Hypothekenbank Bradford & Bingley wird zerschlagen. Der Eurostoxx 50 sackte zum Handelsschluss um 4,69 Prozent auf 3 008,45 Zähler ab. Der Stoxx 50 schloss mit einem Abschlag von 4,89 Prozent auf 2 588,86 Zähler. Der französische CAC-40-Index verlor 5,04 Prozent auf 3 953,48 Punkte. Für den britischen Ftse 100 ging es schließlich um 5,30 Prozent auf 4 818,77 Zähler nach unten. Nach der staatlichen Rettungsaktion für den angeschlagenen Finanzkonzern Fortis sieht Bank-Chef Filip Dierckx die Zahlungsfähigkeit der Bank wieder gesichert. "Wir sind glücklich über die abgestimmte Aktion der Benelux-Regierungen", sagte Dierckx. "Wir haben das Problem der Liquidität gelöst." Die Kapitalerhöhung stelle das Vertrauen der Kunden wieder her. Die Aktie stürzte nach einem anfänglichen Kurssprung dennoch um 23,71 Prozent auf 3,967 Euro ab und setzte sich damit an das Ende des Eurostoxx 50. Papiere des belgisch-französischen Staatsfinanzierers Dexia Banque brachen unterdessen noch deutlicher ein. Nach Berichten über eine Kapitalerhöhung verbilligten sich die Aktien um 29,65 Prozent auf 7,07 Euro. Ein Dexia-Sprecher wollte die Berichte über die mögliche Kapitalspritze nicht kommentieren, bestätigte aber, dass der Dexia-Verwaltungsrat am Abend zusammenkommen will. Die französische Zeitung "Le Figaro" hatte berichtet, dass die Dexia wegen der angespannten Lage an den Finanzmärkten frisches Geld braucht. Auch andere Bankaktien konnten sich dem Sog der negativen Meldungen nicht entziehen. So fielen die Titel der ING Groep um 18,19 Prozent auf 14,345 Euro, und der Aktienkurs von Hbos gab um 18,06 Prozent auf 144,11 Pence nach. Papiere von Bradford & Bingley blieben den Tag über vom Handel ausgesetzt. Die angeschlagene britische Hypothekenbank Bradford & Bingley wird verstaatlicht und zerschlagen. Um einen Kollaps des Baufinanzierers zu vermeiden, springt der Steuerzahler für Hypotheken und Kredite in Höhe von 63 Mrd. Euro ein. Die Spareinlagen und das Filialnetz werden für rund 770 Mill. Euro vom spanischen Bankenkonzern Santander übernommen und an dessen britische Tochter Abbey übertragen. Damit bekommen 2,7 Mill. B & B-Kunden mit Einlagen von 25 Mrd. Euro eine neue Hausbank. Santander-Titel gaben marktkonforme 4,21 Prozent auf 10,46 Euro ab. In Frankreich sieht sich der Autokonzern PSA Peugeot Citroen trotz des aktuellen Markteinbruchs gut gerüstet, um seine Absatz- und Gewinnziele für 2010 zu erreichen. Die Aktien fielen im schwachen Marktumfeld dennoch um 4,24 Prozent auf 26,52 Euro. Auch der niederländische Elektronikkonzern Philips setzte sich ehrgeizige Ziele in seiner Lichtsparte. "Wir schaffen die Umsatzrendite von 14 Prozent bis 2010", sagte der Chef der Lichtsparte, Rudy Provoost, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe). Auch hier sank der Kurs trotz des ausgewiesenen Optimismus im schwachen Umfeld um 6,76 Prozent auf 18,48 Euro.

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