Internationale Aktienmärkte
Wiener Börse beschleunigt Talfahrt

Die Wiener Börse hat am Montag ihre Talfahrt vor dem Hintergrund der Finanzkrise beschleunigt. Der ATX stürzte um 241,38 Punkte oder 8,05 Prozent auf 2 756,70 Einheiten und verbuchte damit den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte.

dpa-afx/apa WIEN. Die Wiener Börse hat am Montag ihre Talfahrt vor dem Hintergrund der Finanzkrise beschleunigt. Der ATX stürzte um 241,38 Punkte oder 8,05 Prozent auf 2 756,70 Einheiten und verbuchte damit den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte. Die heutige Entwicklung des Leitindex lag rund 173 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2 930 Punkten.

Neue Hiobsbotschaften von Fortis und Hypo Real Estate hatten am Montag Ängste vor einem weiteren Übergreifen der US-Finanzkrise auf Europa geschürt und damit die Börsen auf Talfahrt geschickt. Besonders deutlich fiel das Minus in Wien aus. Unter Börsianern gilt der Wiener Markt wegen seiner verhältnismäßig geringen Größe, dem Engagement vieler Unternehmen in Schwellenländern und der starken Gewichtung der Bankenwerte als besonders anfällig für die aktuelle Krise.

Auch die Liquiditätssituation habe sich an den Märkten weiter angespannt, berichteten Aktienhändler. "Es ist immer schwieriger an Liquidität zu kommen. Die Frage ist, wem kann man überhaupt noch etwas glauben", sagte ein Aktienhändler in Wien.

Die Börsenumsätze waren dabei Händlern zufolge wie schon in den vergangenen Tagen auffällig gering, Verkaufsaufträgen standen kaum mehr Kauforder entgegen. "Kaufen mag niemand mehr, also gehen wir immer weiter runter", sagte ein Händler. Ein Ende der Korrektur sei derzeit noch nicht in Sicht, so die Einschätzung des Marktteilnehmers.

Stark unter Druck kamen am Montag vor dem Hintergrund der Finanzkrise in ganz Europa die Bankschwergewichte. In Wien fielen Erste Group um 9,51 Prozent auf 35,20 Euro. Raiffeisen International büßten sogar 13,64 Prozent auf 51,20 Euro ein . Investoren würden sich derzeit von allen mit Risiko assoziierten Positionen - unabhängig von fundamentalen Begründungen - trennen, erklärten Händler. Die Raiffeisen-Aktie leide daher besonders unter ihrem Russland-Engagement, hieß es am Markt.

Auch andere Blue Chips kamen am Montag stark unter die Räder. Voestalpine verloren 12,72 Prozent auf 20,11 Euro. OMV büßten 7,92 Prozent auf 29,65 Euro ein. Die Aktie ist damit erstmals seit Juni 2005 unter die Marke von 30 Euro gerutscht. Unternehmensspezifische Hintergründe für die Verkäufe waren am Markt nicht bekannt. "Es werden generell alle Aktien, die mit Risiko zu tun haben, gemieden", meinte ein Händler.

Besonders kräftige Abschläge gab es zu Wochenbeginn für einige Immobilienwerte. So büßten Conwert 22,39 Prozent auf 6,83 Euro ein. CA Immo Anlagen verloren 20,71 Prozent auf 6,70 Euro. Abschläge von mehr als zehn Prozent gab es für Immoeast und Immofinanz. Unter den weiteren Tagesverlierern rangierten AUA mit einem Minus von 18,17 Prozent auf 4,55 Euro.

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