Internationale Märkte: Alle Asien-Börsen im Minus

Internationale Märkte
Alle Asien-Börsen im Minus

Die Unruhen in Libyen haben an den asiatischen Märkten erneut für Verluste gesorgt. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,8 Prozent im Minus.
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Tokio/HongkongDie Unruhen im Ölexportland Libyen haben auch am Mittwoch die asiatischen Aktienmärkte belastet. Unter dem Druck steigender Ölpreise scheuten die Anleger das Risiko, so dass die Börsen in Fernost der New Yorker Wall Street ins Minus folgten. Investoren sahen die Erholung der Weltkonjunktur in Gefahr, sollte der Ölpreis wegen der Proteste in Libyen weiter anziehen. Das nordafrikanische Land fördert fast zwei Prozent des weltweiten Rohölbedarfs. Neben Libyen verdarb auch der höhere Yen den Anlegern die Laune. "Doppeltes Pech für den Markt“, resümierte Hiroichi Nishi von Nikko Cordial Securities.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,8 Prozent im Minus bei 10.579 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor gut ein Prozent auf 946 Punkte. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Korea, Shanghai und Hongkong mussten Federn lassen.
Die Revolte gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi ließ den Ölpreis zwischenzeitlich bereits auf den höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren steigen. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent übertraf am Dienstag in London die Marke von 108 Dollar, gab nach beruhigenden Signalen der Opec aber wieder nach auf rund 106 Dollar. Das Erdölkartell will notfalls eingreifen, sollte es zu Versorgungsengpässen kommen.

„Weltweit versuchen die Investoren zu ergründen, ob die Nahost-Krise eine größere Verschiebung des geopolitischen Kräftegleichgewichts in der Region bedeutet und ob die USA dort an Einfluss verlieren“, sagte Fondsmanager Masayuki Kubota von Daiwa SB Investments. Dies könne weitere Instabilität und möglicherweise weitere Ölpreisanstiege bedeuten. „Wenn höhere Ölpreise die Inflation so anheizen, dass sie die Konjunkturerholung ernsthaft gefährdet, dann kann es an den Aktienmärkten sehr düster aussehen.“

Angesichts höherer Treibstoffkosten trennten sich die Anleger von ihren Anteilen an Fluggesellschaften wie Korean Air Line, deren Aktien 1,8 Prozent nachgaben. Der stärkere Yen belastete vor allem Exporttitel: So gaben Sony-Aktien 1,9 Prozent nach und für den Baumaschinenhersteller Komatsu ging es 1,8 Prozent in die Tiefe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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