Internationale Märkte
Autotitel führen Erholung in Asien an

Gestützt von einer optimistischeren Konjunkturprognose der US-Notenbank haben die Börsen in Fernost am Mittwoch überwiegend Gewinne verbucht. In Grenzen gehalten wurden die Kursaufschläge jedoch von Sorgen, dass Finanzkonzerne weiter den Kapitalmarkt anzapfen müssen.
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HB HONGKONG/TOKIO. In Tokio profitierten Autobauer wie Toyota vom Wachstum der japanischen Exporte im Oktober. Zu den Verlierern gehörten hingegen vor allem Aktien aus dem Technologie- und dem Bankensektor. Der Zusammenbruch des Baukonzerns Anabuki Construction - die fünftgrößte Firmenpleite in Japan in diesem Jahr - lastete zudem auf Branchentiteln.

An der Tokioter Börse schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent fester bei 9 441 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 0,5 Prozent auf 833 Zähler zu. Auch die Märkte in Australien, Südkorea, Taiwan, Singapur und Shanghai verzeichneten Gewinne. Die Börse in Hongkong notierte dagegen tiefer.

"Nach den jüngsten Verlusten kaufen einige Investoren in Erwartung einer Erholung des Marktes, aber der Markt tendiert dazu, schnell zu verflachen oder leicht schwächer zu notieren. Ein Muster, das wir schon in den vergangenen Wochen gesehen haben", sagte der Analyst Mitsuo Shimizu von Cosmo Securities. "Wir können derzeit über die Japan-spezifischen Faktoren nicht hinwegschauen. Wir haben schlechte Angebots- und Nachfragebedingungen wegen der Welle von Kapitalbeschaffungsmaßnahmen und der wachsenden Skepsis gegenüber der Wirtschaftspolitik der Regierung." Hinzu komme der starke Yen.

Bankaktien wurden von Befürchtungen belastet, dass die Geldhäuser den Markt weiter anzapfen müssen. Marktführer Mitsubishi UFJ Financial Group hatte vergangene Woche Pläne für eine Rekordkapitalerhöhung bekanntgegeben. MUFG-Aktien fielen 0,7 Prozent. Tech-Titel befanden sich ebenfalls auf der Verliererstraße. Tokyo Electron-Papiere büßten 1,4 Prozent ein, die von Advantest 0,5 Prozent.

Die Aktien von Japan Airlines gewannen hingegen 3,5 Prozent. Am Dienstag waren sie aus Furcht vor einer Insolvenz der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft auf ein Rekordtief gefallen. "Das JAL-Problem ist grundsätzlich dem von General Motors sehr ähnlich, aber es wird gemunkelt, dass ein Zusammenbruch von JAL nicht erlaubt wird", sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities und verwies damit auf den GM-Konzernumbau in der zeitweiligen Insolvenz im Sommer.

Der Euro kostete in Fernost 1,4981 Dollar nach 1,4960 Dollar im späten US-Handel. Zur japanischen Währung notierte er mit 132,35 Yen. Der Dollar wurde für 88,34 Yen nach 88,56 Yen im späten US-Geschäft gehandelt.

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