Internationale Marktberichte
Asien-Börsen feiern Chinas Konjunkturpaket

Die chinesische Regierung plant zur Stärkung der Wirtschaft ein milliardenschweres Konjunkturpaket und will in den nächsten beiden Jahren umgerechnet 460 Milliarden Euro investieren. Die Pläne haben zu Wochenbeginn an den asiatischen Börsen für ein wahres Kursfeuerwerk gesorgt. In Japan sprang der Nikkei um fast sechs Prozent und schloss wieder über der wichtigen 9 000-Punkte-Marke.

HB TOKIO/PEKING/HONGKONG. Auch die positiven Vorgabe der Wall Street ließen den Nikkei-Index wieder über die psychologisch wichtige Marke von 9 000 Punkten klettern. Zum Handelsschluss notierte das Börsenbarometer für 225 führende Werte ein kräftiges Plus von 498,43 Punkten oder 5,80 Prozent bei 9 081,43 Punkten. Der breit gefasste Topix verbesserte sich um 37,65 Punkte oder 4,28 Prozent auf den Schlussstand von 916,65 Punkten. Dazu trug Händlern zufolge auch die jüngste Festigung des Dollars zum Yen bei.

Der Shanghai Composite Index stieg am Montag im frühen Handel um 5,7 Prozent, der Nikkei-Index in Tokio gewann 5,5 Prozent hinzu. Der Hang Seng Index in Tokio stieg um 2,7 Prozent. Peking hatte am Sonntag angekündigt, in den kommenden beiden Jahren vier Billionen Yuan (460 Mrd. Euro) zur Ankurbelung der Konjunktur zu investieren. Das Geld soll unter anderem in den Wohnungsbau, in neue Straßen, Eisenbahnlinien oder Flughäfen sowie in den Gesundheits- und Bildungssektor fließen. Die stark von Exporten abhängige chinesische Wirtschaft bekommt nach und nach die Auswirkungen der Finanzmarktkrise in den USA und Europa zu spüren: Das Wirtschaftswachstum hat sich im dritten Quartal auf neun Prozent abgeschwächt, den niedrigsten Wert seit fünf Jahren.

Analyst Yutaka Miura von Shinko Securities verwies auf das Konjunkturprogramm, die US-Vorgaben sowie einen schwächeren Yen als Stütze. „Allerdings ist es fraglich, ob China der Weltwirtschaft mit diesem Programm Auftrieb geben kann, da deren Wirtschafte ebenfalls stark durch Exporte nach Europa und die USA gestützt wird“, sagte er.

Maschinenbauer legten dank des geplanten Konjunkturprogramms zu - Hitachi Construction sprangen um 19 Prozent auf 1.252 Yen nach oben, für Komatsu ging es um 12 Prozent auf 1.254 Yen hoch und Kubota legten um 16,9 Prozent auf 547 Yen zu. Auch Aktien von Schifffahrtsunternehmen profitierten kräftig, der Schifffahrtsindex war mit plus 10,4 Prozent der Spitzenreiter unter den Tokioter Unterindizes. Mitsui kletterten um 12 Prozent auf 523 Yen, Nippon Yusen K.K. gewannen 9,9 Prozent auf 500 Yen.

Auch Exporttitel waren dank des schwächeren Yen gefragt. Canon stiegen um 5,2 Prozent auf 3.440 Yen, Honda Motor erholten sich von ihrem Kursrutsch am Freitag und gewannen 4,7 Prozent auf 2.365 Yen. Auch defensive Werte wie Astellas Pharma waren gefragt - die Titel gewannen 8,3 Prozent auf 4.170 Yen.

Von einem Großauftrag profitierten unterdessen Kawasaki Heavy Industries mit plus Prozent auf 14,1 Prozent auf 211 Yen. Der Maschinenbauer wird für New York weitere 140 U-Bahnwagen bauen. Der Auftrag habe einen Wert von 275 Millionen Dollar, teilte das Unternehmen mit.

Der Dollar tendierte zum Mittag in Tokio fester bei 99,12-17 Yen nach 97,58-60 Yen am späten Freitag. Der Euro lag fester bei 1,2864-69 Dollar nach 1,2776-78 Dollar am späten Freitag. Zum Yen lag er bei 127,58-63 Yen nach 124,67-71 Yen am späten Freitag.

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