Internationale Marktberichte
Asien-Börsen schließen uneinheitlich

Die nackte Angst vor einer anhaltenden Dollar-Schwäche hatte die Investoren in Fernost nachhaltig verunsichert. Heute zeigte sich ein Silberstreif am Horizont: Die US-Währung erholte sich leicht.
  • 0

HB PEKING/TOKIO/HONGKONG. Aufgekommene Zweifel an aggressiven Staatsanleihen-Käufen der US-Notenbank Fed haben dem Dollar am Mittwoch in Fernost eine Atempause verschafft. Die US-Währung stieg verglichen zu einer Reihe von Währungen um rund 0,7 Prozent an. Der Euro sank damit auf Kurse von rund 1,3825 Dollar nach 1,3855 im späten New Yorker Devisenhandel. Zum Yen lag der Dollar in Fernost bei 81,70 Yen und damit ebenfalls höher.

Als Grund für die leichte Erholung des Dollar nannten Händler Zweifel der Anleger daran, das die Fed bei ihrer mit Spannung erwarteten Sitzung in der nächsten Woche weniger Geld in die Hand nehmen wird, um am Markt US-Staatsanleihen zu kaufen, als zuletzt gedacht. Seit Tagen wird über eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Fed spekuliert. Das „Wall Street Journal“ schrieb nun ohne Angaben von Quellen, die Fed werde voraussichtlich für „einige Milliarden Dollar“ Anleihen kaufen. US-Primärhändler hatten das Volumen zuletzt auf 500 Milliarden bis 1,5 Billionen Dollar taxiert. Dem Bericht zufolge würde der Schritt also vergleichsweise klein ausfallen, was dem Dollar half.

„Ich denke, es ist noch keine ausgemachte Sache, dass die geldpolitische Lockerung im November kommt, wenngleich der Markt das schon eingepreist hat“, sagte Brian Dolan von Forex.com. Masafumi Yamamoto von Barclays Capital sagte, der Markt habe Zahlen von einer Billion Dollar oder mehr im Kopf gehabt. „Wir waren bereits in einer Situation, in der das zu einer Schwächung des Dollar geführt hat“, sagte der Währungsexperte.

In dem Zeitungsbericht hieß es weiter, die Fed könne sich die Tür offenhalten für weitere Käufe von Staatsanleihen in der Zukunft. Sollte sich die Konjunktur oder die Inflation deutlich entfalten, könnte das Programm auch eingestellt werden. An den Aktienmärkten in Fernost überwogen unterdessen die Kursverluste.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index dennoch mit einem kleinen Plus von 0,1 Prozent auf 9387 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index schloss kaum verändert bei 817 Zählern. Die leichte Erholung des Dollar zum Yen kam Händlern zufolge grundsätzlich gut an am Markt. Vor allem Export-Werte profitierten davon. So stiegen die Aktien von Toyota und Honda jeweils um knapp zwei Prozent.

An den Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong Taiwan und Singapur gaben die Kurse überwiegend nach. In New York hatte die Wall Street am Dienstag kaum verändert geschlossen. Der Dow-Jones-Index stieg minimal auf 11.169 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index trat mit 1186 Zählern ebenfalls auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,3 Prozent auf 2497 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent im Minus bei 6614 Punkten.

Kommentare zu " Internationale Marktberichte: Asien-Börsen schließen uneinheitlich"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%