Internationale Marktberichte
Asien-Börsen: US-Pläne treiben Finanzwerte an

Beflügelt vom US-Programm zum Aufkauf fauler Wertpapiere sind die Börsen in Fernost mit Gewinnen in die Woche gestartet. Der wichtigste Index Asiens, der japanische Nikkei, schloss auf dem höchsten Stand seit sieben Wochen.

HB TOKIO/HONGKONG. Zum Wochenauftakt an den asiatischen Märkten gewannen vor allem Finanztitel nach der Ankündigung der US-Regierung, die Banken zusammen mit privaten Investoren von sogenannten toxischen Papieren in Höhe von bis zu einer Billion Dollar zu befreien. In Japan profitierten exportorientierte Unternehmen vom schwächeren Yen, auch Energietitel legten zu. Die Kurse stiegen in allen 33 Sektoren der Börse.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte stieg um 3,4 Prozent auf 8 215 Punkte. Bereits in der vergangenen Woche, in der die Tokioter Börse am Freitag wegen eines Feiertags geschlossen hatte, gewann der Nikkei fünf Prozent.

Der breiter gefasste Topix-Index kletterte am Montag um 3,5 Prozent auf 791 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Shanghai, Taiwan und Singapur notierten deutlich fester.

Im Mittelpunkt stand im asiatischen Handel der Plan der USA, Banken von ihren faulen Papieren zu befreien. Wie ein US-Regierungsvertreter am Montag mitteilte, will der Staat zwischen 75 und 100 Mrd. Dollar für ein öffentlich-privates Ankaufprogramm aus ihrem im Oktober verabschiedeten Rettungspaket zur Verfügung stellen. Die derzeit faktisch wertlosen Kredite und Wertpapiere gelten als Hauptursache für die gegenwärtige Kreditklemme und die Verschärfung der Rezession. Ob die gewünschte Größenordnung erreicht wird, hängt davon ab, wie stark sich Hedge Fonds und andere Investoren an dem Vorhaben beteiligen. Finanzminister Timothy Geithner will im Tagesverlauf (13.45 Uhr MEZ) Details zur geplanten Stabilisierung des US-Finanzsystems bekanntgeben.

Von der Ankündigung profitierten vor allem Finanzaktien. Die Papiere von Sumitomo Mitsui Financial gewannen 7,3 Prozent, die von Mizuho Financial legten 5,3 Prozent zu. Die Aktien der größten japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial verteuerten sich um 4,7 Prozent. Das Institut hatte zuvor die Schließung von 50 Filialen und den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen angekündigt.

"Die Stimmung auf den US-Märkten ist zuletzt optimistischer geworden", sagte Analyst Takahiko Murai. Nun warteten alle auf weitere Einzelheiten der US-Pläne. Außerdem würden Institutionen wie Rentenfonds vor dem Ende des japanischen Geschäftsjahres Ende März Aktien kaufen um Kurse zu stützen, sagte Murai. "Deshalb sollten wir die Gewinne nicht als Anzeichen dafür interpretieren, dass sich fundamentale Rahmendaten verbessert hätten", mahnte er.

Der Euro kletterte zum japanischen Yen auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Schwache Aussichten für die japanische Wirtschaft steigerten die Nachfrage nach der europäischen Gemeinschaftswährung. Der Euro gewann zum Yen rund ein Prozent auf 131,35 Yen. Zur US-Währung stieg der Euro auf 1,3659 Dollar und lag damit leicht unter seinem Zweieinhalb-Monatshoch von 1,3739 Dollar aus der vergangenen Woche. Ein Dollar war 96,16 Yen wert. Händler verwiesen auf Äußerungen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet, der in einem Interview erneut auf die Nachteile eine Nullzinspolitik hingewiesen hatte. In Japan und den USA liegen die Zinsen bei nahezu null Prozent.

Von dem schwächeren Yen profitierten in Tokio die Titel von stark exportorientierten Unternehmen. Der Elektronikkonzern Kyocera gewann 3,8 Prozent, Industrie-Roboter-Hersteller Fanuc legte um 4,1 Prozent zu. Energietitel verteuerten sich dank des gestiegenen Ölpreises. Die Aktien des Ipex-Konzerns, der Öl- und Gasfelder erschließt, kletterten um 6,7 Prozent.

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