Internationale Marktberichte
Atomtest belastet Asien-Börsen

Schlechte Nachrichten aus Nordkorea: Das Land testet wieder Atomwaffen. Solche Meldungen sind in aller Regel Gift für die Märkte. Dennoch reagieren die Händler besonnen. Der Nikkei schließt im Plus, der südkoreanische Aktienmarkt nur leicht im Minus. Ein Pharma-Titel legt deutlich zu: Das Unternehmen hat ein neues Grippemedikament entwickelt.

HB TOKIO/SEOUL. Die Explosion einer Atombombe in Nordkorea hat die asiatischen Märkte kaum erschüttert. Die Börsen in Fernost haben zum Wochenauftakt uneinheitlich tendiert. In Japan stützten positive Nachrichten aus verschiedenen Branchen die Aktienmärkte, die so den Schreck der Atomtest-Meldung aus Nordkorea vergleichsweise gut wegstecken konnten. Auf den anderen Börsen der Region lasteten am Montag aber die Nachrichten aus Nordkorea. Als das kommunistische Land einen Atomtest verkündete, rutschte der Aktienmarkt im benachbarten Südkorea ins Minus, die Landeswährung Won gab nach. Auch der Nikkei in Tokio gab einige Gewinne wieder ab.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,3 Prozent im Plus bei 9347 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,8 Prozent auf 883 Punkte. Auch die Börsen in Singapur und Shanghai verbuchten Gewinne. Der Aktienmarkt in Taiwan blieb kaum verändert, während die Börsen in Korea und Hongkong nachgaben.

Unmittelbar nach der Atomtest-Nachricht aus Nordkorea kam es an der Börse in Tokio zu einigen Gewinnmitnahmen. Doch langfristig zeigten sich die Experten dort eher gelassen und schienen an Provokationen aus Nordkorea schon fast gewöhnt zu sein. "Nordkorea ist so ein Land, das solche Sachen macht", sagte Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Deshalb seien die Auswirkungen auf den Markt eher gering. Allerdings trage die Entwicklung durchaus zur politischen Unsicherheit in der Region bei. Aber die Investoren interessierten sich trotzdem viel mehr für Konjunkturdaten und die Zukunft des US-Autobauers GM.

Am Montag brach die Schicksalswoche für den strauchelnden US-Autobauer an. Die Opel-Mutter muss bis zum 1. Juni ein tragfähiges Konzept vorlegen, sonst droht die Insolvenz. Am Mittwoch und Donnerstag werden Daten zum US-Immobilienmarkt erwartet. Verhaltenen Optimismus verbreitete der japanische Notenbankchef Masaaki Shirakawa. Japans Wirtschaft werde im Quartal von April bis Juni wieder wachsen, sagte er. Für die Weltwirtschaft rechnet er mit einer langsamen Erholung mit vergleichsweise geringen Wachstumsraten.

Für gute Stimmung sorgte in Tokio der Pharmahersteller Shionogi, der einem Bericht zufolge ein neues Grippe-Mittel entwickelt hat. Shionogi-Aktien legten 5,7 Prozent zu. Gefragt waren auch die Papiere der Baumaschinenhersteller Komatsu und Hitachi. Die Aktien der Caterpillar-Konkurrenten lagen dank einer mit robuster Nachfrage in China begründeten Broker-Heraufstufung jeweils mehr als zwei Prozent im Plus. Nippon Steel profitierte von einem Zeitungsbericht, dass Toyota in diesem Geschäftsjahr keine weiteren Preisnachlässe von den Stahlproduzenten verlangen will. Nippon-Steel-Papiere verteuerten sich um 2,7 Prozent. Toyota-Aktien schlossen 0,3 Prozent im Minus.

Hektische Verkäufe in Südkorea

Anders als in Japan lagen die Nerven in Südkorea nach dem Atomtest des abgeschotteten Nachbarn blank. "Nordkoreas Berichte über einen Atomtest haben an den Märkten Panik ausgelöst", sagte Kwak Joong-Bo von Hana Daetoo Securities. Ein solcher Test unterstreiche die geopolitischen Risiken Südkoreas. Der südkoreanische Aktienmarkt brach sechs Prozent ein, erholte sich später aber wieder und notierte noch 0,2 Prozent im Minus. Der Won verzeichnete deutliche Kurseinbußen zum Dollar.

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