Internationale Marktberichte
Europa-Börsen: Talfahrt am Nachmittag beschleunigt

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Montag belastet von überraschend schlechten Konjunkturdaten und kräftigen Kursverlusten an der Wall Street sehr schwach aus dem Handel gegangen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Montag belastet von überraschend schlechten Konjunkturdaten und kräftigen Kursverlusten an der Wall Street sehr schwach aus dem Handel gegangen. Der enttäuschende Start der New Yorker Börse in die neue Woche habe die Talfahrt der europäischen Indizes am Nachmittag noch beschleunigt, sagten Marktteilnehmer.

Der Eurostoxx 50 büßte am Ende schließlich 5,84 Prozent auf 2 288,39 Zähler ein. Der Londoner Ftse 100 gab 5,30 Prozent auf 4 056,55 Punkte ab. Der französische CAC-40-Index verzeichnete ein Minus von 5,59 Prozent auf 3 080,43 Zähler.

"Die Konjunkturdaten, die wir heute bislang gesehen haben, malen kein wirklich positives Bild für die Zukunft", erklärte Carsten Klude, Chefvolkswirt bei M.M. Warburg. Außerdem sorgten die bevorstehenden Daten aus den USA in dieser Woche für Unsicherheit. "Nach den teilweise deutlichen Gewinnen in der vergangenen Woche sehen wir sicher auch einige Gewinnmitnahmen." In der Eurozone und in Großbritannien hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im November überraschend stark eingetrübt. In der Eurozone war sie endgültigen Zahlen zufolge sogar auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor elf Jahren gesunken.

Arcelormittal brachen als schwächster Wert im Eurostoxx 50 um 11,87 Prozent auf 16,515 Euro ein. Der gesamte Stahlsektor sei von der Umsatz- und Gewinnwarnung des finnischen Stahlunternehmens Rautaruukki belastet worden, sagten Händler. Rautaruukki-Papiere beendeten den Handel 7,20 Prozent tiefer bei 11,09 Euro.

Sanofi-Aventis verloren als bester Eurostoxx-50-Titel lediglich 0,89 Prozent auf 43,065 Euro. Nachrichten zu dem französischen Pharmakonzern lagen nicht vor. Händler verwiesen zur Begründung des Kursverlaufs auf den defensiven Charakter der Titel.

In London sorgte eine angestrebte Übernahme im Luftfahrtsektor für Aufmerksamkeit. Europas größter Billigflieger Ryanair hat ein Übernahmeangebot für den kleineren irischen Konkurrenten Aer Lingus abgegeben, wie das Unternehmen am Montag in London mitteilte. Je Aktie von Aer Lingus will Ryanair demnach 1,40 Euro bieten. Aktien von Air Lingus schossen um 13,62 Prozent auf 1,2 725 Euro in Richtung des gebotenen Preises nach oben, während sich Ryanair-Titel um 2,76 Prozent auf 2,849 Euro verbilligten. Aer Lingus empfahl seinen Aktionären in einer ersten Reaktion, nichts zu tun.

Nokia gaben um 3,97 Prozent auf 10,65 Euro ab. Die südkoreanischen Konkurrenten des finnischen Mobiltelefonherstellers Samsung Electronics und LG Electronics haben laut einem Bericht der Zeitung "Maeil Business Newspaper" ihre Umsatzziele für 2009 gesenkt.

In Madrid gehörten Titel des spanischen Baukonzerns Sacyr Vallehermoso zu den spärlich gestreuten Gewinnern und legten um 0,79 Prozent auf 7,62 Euro zu. Das Unternehmen teilte mit, sein Autobahngeschäft Itinere an die Citigroup für 7,887 Mrd. Euro verkauft zu haben. Derweil biete der Konkurrent Acciona eine weiter Dienstleistungstochter zum Verkauf an, berichtete die Zeitung "Cinco Dias". Acciona-Titel verbilligten sich um 6,91 Prozent auf 66,05 Euro./

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