Internationale Marktberichte
Osteuropa-Börsen: Finanztitel unter Druck

Die Börsen in Osteuropa haben teils deutliche Verluste erlitten. Händler verwiesen insbesondere auf enttäuschende US-Daten als Bremsfaktor. Finanzwerte standen mit Nachwehen um die Zerschlagung und die Kapitalerhöhung der ING unter Druck.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die Börsen in Osteuropa haben am Dienstag teils deutliche Verluste erlitten. Händler verwiesen insbesondere auf enttäuschende US-Daten als Bremsfaktor. Finanzwerte standen mit Nachwehen um die Zerschlagung und die Kapitalerhöhung der ING unter Druck.

In Prag verlor der PX 1,43 Prozent auf 1 152,30 Punkte. Der tschechische Versorger Ceske Energeticke Zavody (CEZ) will einen Aktienanteil von 21,3 Prozent an dem ostdeutschen Versorger Energie Sachsen Ost (Enso) von Vattenfall übernehmen, teilte CEZ in einem Schreiben an die Warschauer Börse mit. Erst am vergangenen Freitag hatte CEZ verkündet, die sächsische Energieholding Geso des Energiekonzerns ENBW kaufen zu wollen. Enso ist zu mehr als 50 Prozent im Besitz von Geso. Wegen des Einstiegs beim ostdeutschen Gasimporteur VNG muss sich ENBW von Geso trennen. CEZ-Aktien stiegen um 0,86 Prozent auf 906,70 Kronen.

Unter den anderen tschechischen Werten legten Telefonica O2 um 1,41 Prozent auf 433 Kronen zu. Central European Media gewannen leicht um 0,21 Prozent auf 478 Kronen. Komercni Banka verloren hingegen kräftig um 4,05 Prozent auf 3 646 Kronen und zeigten sich damit gemeinsam mit anderen europäischen Finanztiteln schwach. Die Aktie der Erste Group Bank fiel um 3,46 Prozent auf 753 Kronen.

Auch in Budapest gab es Verluste - der BUX schloss mit minus 2,52 Prozent auf 21 017,56 Punkten. Die Raiffeisen International (RI), Ostholding der Raiffeisen Zentralbank (RZB), wird am kommenden Freitag 20 der insgesamt 161 Filialen in Ungarn schließen. Der Sparkurs in Ungarn wurde verschärft: Nachdem bereits im März 2009 der Abbau von 315 Stellen oder acht Prozent der Bankmitarbeiter angekündigt wurde, ist im August eine weitere Personalkürzung zwischen acht und zehn Prozent in Aussicht gestellt worden.

Branchenkollegen, wie die OTP Bank (minus 5,37 Prozent auf 5 337 Forint), gaben im Einklang mit schwächeren Finanzwerten in Europa ebenfalls nach. Die Aktien der Magyar Telekom reduzierten sich um 0,61 Prozent auf 815 Forint. Mol gaben um 2,51 Prozent auf 16 280 Forint nach. Richter Gedeon reduzierten sich um 0,26 Prozent auf 40 995 Forint.

In Warschau gab der Leitindex WIG-20 um 2,12 Prozent auf 2 330,69 Zähler nach. Der breiter gefasste WIG-Index ging um 1,84 Prozent auf 39 146,97 Punkte zurück. Wie auch an den übrigen Börsen sorgten US-Daten für Verluste. Unter den polnischen Einzeltiteln verloren Enea 1,50 Prozent auf 19,30 Zloty. RWE-CEO Jürgen Grossmann teilte mit, mit dem Erwerb eines Teils des polnischen Unternehmens zu warten um einen besseren Preis herauszuhandeln.

KGHM Polska Miedz fielen zum zweiten Mal in Folge (minus 3,90 Prozent auf 97,10 Zloty). Händler begründeten dies mit fallenden Kupferpreisen. Telekomunikacja Polska fielen zum ersten Mal seit drei Tagen und gaben um 1,30 Prozent auf 18,80 Zloty nach. Das Unternehmen wird morgen Quartalsergebnisse bekanntgeben. Analysten erwarten einen Gewinn-Einbruch um 44 Prozent zum dritten Quartal auf 354 Mill. Zloty.

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