Internationale Marktberichte
Verluste auch in Osteuropa

Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben sich am Dienstag der Tendenz der westeuropäischen Aktienmärkte angeschlossen und nachgegeben. Erneut aufgekommene Sorgen über die finanzielle Stabilität Europas belasteten die Stimmung.
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dpa-afx WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben sich am Dienstag der Tendenz der westeuropäischen Aktienmärkte angeschlossen und nachgegeben. Erneut aufgekommene Sorgen über die finanzielle Stabilität Europas belasteten die Stimmung.

In Prag gab der Leitindex PX um 1,41 Prozent auf 1 145,60 Zähler nach. Das Handelsvolumen belief sich auf 0,61 (Vortag: 0,53) Mrd. Kronen. Nicht nur das negative internationale Umfeld belastete die Marktstimmung, sondern auch heimische Konjunkturnachrichten. So legte die tschechische Industrieproduktion im Juli weniger stark als erwartet zu. Wie in ganz Europa zeigten sich vor allem die Aktien aus dem Finanzsektor schwach: Komercni Banka sanken daher um 1,32 Prozent auf 4 046,0 Kronen.

Telefonica O2 schlossen mit einem Minus von 1,52 Prozent auf 389 Kronen. Das Telekomunternehmen wird von der tschechischen Wettbewerbsbehörde wegen unlauteren Wettbewerbs unter die Lupe genommen. Sollte sich die Vermutung bestätigten, könnte dies laut Medienberichten in einer Kronen-Strafen in Milliardenhöhe resultieren. Ungebremst auf Höhenflug befanden sich hingegen die Orco-Aktien mit einem Kursaufschlag von 8,56 Prozent auf 196,00 Kronen.

In Budapest fiel der Leitindex Bux um 0,95 Prozent auf 22 955,66 Zähler. Der Umsatz betrug 7,83 (Vortag: 8,83) Mrd. Forint. Ein negatives europäisches Umfeld drückte auch den ungarischen Markt in den Minusbereich. Die Sorge vor einem erhöhten Kapitalbedarf europäischer Banken mit neuen Eigenkapitalregeln belastete international, hieß es. Die Papiere der OTP Bank sackten in Budapest um 3,38 Prozent auf 4 850 Forint ab. Ein Plus von 1,10 Prozent auf 1 194 Forint wiesen hingegen FHB Land Credit & Mortgage Bank auf. Magyar Olay es Gazipari (Mol) schlossen mit einem Abschlag von 0,59 Prozent auf 21 560 Forint. Laut Medienberichten ist die ungarische Regierung gegen eine ausländische Beteiligung in Unternehmen wie Mol.

In Warschau gab der Leitindex WIG-20 um 0,36 Prozent auf 2 478,75 Punkte nach. Der breiter gefasste WIG-Index schloss mit einem Minus von ebenfalls 0,36 Prozent bei 42 991,99 Punkten. Das Volumen belief sich auf 1,12 (Vortag: 1,41) Mrd. Zloty. Auf Unternehmensseite hob Kghm Polska Miedz seine Ergebnisprognose an. Das Management des Minenbetreibers erhöhte für das laufende Geschäftsjahr 2010 die Schätzung für das Nettoergebnis um 35 Prozent. Die neue Prognose liegt laut Einschätzung der Analysten von KBC Securities über den Markterwartungen. Kghm gaben dennoch um 1,77 Prozent auf 110,90 Zloty nach. Händler begründeten dies mit gesunkenen Kupferpreisen.

Bioton stiegen um 4,76 Prozent auf 0,22 Zloty. Das führende Biotechnologieunternehmen in Polen unterzeichnete eine Verkaufsvereinbarung mit der Actavis Group über den 51-prozentigen Anteil an Biopartners./s

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