Internationaler Aktienhandel
An der Börse Zürich geht es aufwärts

Die Schweizer Börse ist am Dienstag freundlich aus dem Handel gegangen, jedoch unter den Niveaus vom frühen Nachmittag. Auftrieb für die Märkte habe es europaweit durch den zuvor in den USA erzielten politischen Kompromiss zu Steuererleichterungen gegeben, hieß es im Handel.

dpa-afx ZÜRICH. Die Schweizer Börse ist am Dienstag freundlich aus dem Handel gegangen, jedoch unter den Niveaus vom frühen Nachmittag. Auftrieb für die Märkte habe es europaweit durch den zuvor in den USA erzielten politischen Kompromiss zu Steuererleichterungen gegeben, hieß es im Handel. Entsprechend tendierten auch die US-Börsen im frühen Geschäft freundlich. US-Makrodaten zeigten derweil keinen nachhaltigen Effekt.

Die Sorgen wegen der Eurokrise und mögliche Zinssatzerhöhungen in China seien zeitweise etwas in den Hintergrund getreten, meinten Börsianer. Auch Konjunkturhoffnungen wurden als Gründe für die gute Stimmung angeführt. Hierzulande profitierten vor allem zyklische Werte von den Wachstumserwartungen.

Der Swiss Market Index (SMI ) schloss um 0,78 Prozent höher auf 6 462,53 Punkten, unter dem Tageshoch von 6 510 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,89 Prozent auf 1 027,97 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,78 Prozent auf 5 811,45 Punkte.

Unter den Bluechips legten konjunkturabhängige Titel deutlich zu, darunter ABB (+2,2 Prozent). Ein Marktteilnehmer verwies dabei auch auf Fantasien im Zusammenhang mit dem kommerziellen Potenzial der Smart Grids - intelligente Stromnetze. Swatch (+2,9 Prozent) und Adecco (+1,3 Prozent) sowie Holcim (+1,8 Prozent) waren ebenfalls sehr gefragt.

Vor allem in den Schwellenländern wird mit einem markanten Wirtschaftswachstum gerechnet. So erwartet beispielsweise Swiss Re für das nächste Jahrzehnt ein durchschnittliches Wachstum der Weltwirtschaft um 3,8 Prozent pro Jahr, wobei die Schwellenländer um 5,9 Prozent jährlich zulegen dürften, hieß es am Economic Forum des Rückversicherers.

Unter den Finanztiteln waren Julius Bär (+2,4 Prozent) am stärksten gefragt und erreichten mit 43,49 Franken gar ein neues Allzeithoch. Die Papiere profitierten weiterhin von Umschichtungen in die weniger von der Schuldenproblematik betroffenen Privatbanken, sagte ein Marktbeobachter. UBS (+0,4 Prozent) und Credit Suisse (+0,5 Prozent) notierten unterdurchschnittlich.

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (+1,0 Prozent) schlossen fester. Die Ökonomen des Rückversicherers sehen gute Zeiten auf die Branche zukommen. Nach Einschätzung der Experten wird sich das Wachstum in der Versicherungs- und Rückversicherungsindustrie 2011 weiter beschleunigen. Die Papiere Zurich Financial Services(Zurich Financial Services ) gewannen ebenfalls 1,0 Prozent, während Swiss Life Holding Holding um 0,9 Prozent und Bâloise um 0,6 Prozent avancierten.

Lonza rückten um 0,7 Prozent vor. Dem Lifescience-Konzern macht der starke Franken zu schaffen, wie CEO Stefan Borgas vor den Medien ausführte. Beim Ebit betrage der negative Effekt im laufenden Jahr rund 30 Mill. Franken, bestätigte der Firmenchef frühere Aussagen. Am Vortag hatten die Titel deutlich fester geschlossen, vor allem wegen einer positiven Goldman-Sachs-Studie zum Chemiesektor.

Bei den Pharmawerten prägten Analysten-Studien den Kursverlauf. So senkte die Credit Suisse die Bewertung für den europäischen Pharmasektor auf "Market Weight". Novartis (+0,8 Prozent) wurden von "Neutral" auf "Outperform" hochgestuft und zum Branchenfavoriten erklärt. Roche (+0,5 Prozent) dagegen erhielten eine Kurszielsenkung und eine Rückstufung von "Overweight" auf "Neutral".

Für Actelion (+0,9 Prozent) machten die Credit-Suisse-Analysten Gegenwind aus und verwiesen unter anderem auf Sättigungserscheinungen auf dem Markt für Medikamente gegen Lungenbluthochdruck-Erkrankungen. An den Vortagen hatte der Titel im Zuge abflauender Übernahmespekulationen verloren.

Die defensiven Nestle-Papiere schlossen bei +0,4 Prozent, sie hatten zeitweise von einer Hochstufung des europäischen Nahrungsmittelsektors von "Cautious" auf "In-Line" durch Morgan Stanley profitiert. Schwach zeigten sich dagegen die Aktien von Nobel Biocare (-0,4 Prozent), Petroplus (-0,4 Prozent) und Sonova (-0,5 Prozent) am Tabellenende im SMI/SLI.

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