Internationaler Aktienhandel
Anleger schöpfen wieder Mut

Das Eingreifen der Notenbanken zur Eindämmung der Krise am US-Hypothekenmarkt hat die verunsicherten Anleger wieder zurück an die europäischen Aktienbörsen gelockt. Der Stoxx50-Index der 50 größten börsennotierten europäischen Unternehmen kletterte am Montag um 1,4 Prozent auf 3 680 Punkte.

HB FRANKFURT. Er holte damit einen Teil seiner Verluste von insgesamt fünf Prozent von den vergangenen beiden Handelstagen auf. Der Euro-Stoxx50 der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone stieg um 1,3 Prozent auf 4126 Zähler.

„Wenn die wichtigsten Notenbanken der Welt Liquidität zur Verfügung stellen, dann beruhigt das schon“, sagte ein Händler einer Münchener Bank. „Allerdings ist die Höhe der Finanzspritze schon beachtlich. Daran kann man sehen, wie ernst die Notenbanken die Lage einstufen.“ Die japanische Notenbank und die Europäische Zentralbank (EZB) pumpten zu Wochenbeginn weitere Mrd. in den Geldkreislauf.

Die EZB stellte der Kreditwirtschaft zum dritten Mal seit Donnerstag zusätzliche Liquidität von 47,6 Mrd. Euro zur Verfügung. In der vergangenen Woche hatten die Zentralbanken rund um den Globus zusammen rund 300 Mrd. Dollar locker gemacht, um eine weltweite Kreditkrise zu verhindern. Aus Furcht vor den Folgen weiterer Schieflagen im Zuge der US-Hypothekenkrise hatte sich Banken untereinander nur noch zögernd Geld geliehen.

In ihre Depots nahmen die Anleger zu Wochenbeginn auch Finanzwerte auf, von denen sie sich in der vergangenen Woche getrennt hatten. In Zürich kletterten die Papiere von Credit Suisse um 2,1 Prozent, in Paris gewannen die Titel von BNP Paribas 2,2 Prozent. Die französische Großbank, die den Markt mit der Schließung dreier Fonds geschockt hatte, sieht sich von der Pleite der US-Hypothekenbank HomeBanc kaum betroffen. Zu den Kreditgebern von HomeBanc zählen auch die Deutsche Bank und die Commerzbank, deren Aktien jeweils mehr als ein Prozent gewannen.

Von der Erholung der Finanzwerte nicht profitieren konnte dagegen die Deutsche Postbank, deren Papiere 1,5 Prozent verloren. Das Finanzinstitut hat nach eigenen Angaben 600 Mill. Euro in die Bücher genommen, die sie zwei Untergesellschaften der angeschlagenen Rhineland Funding abseits der Bilanz zur Verfügung gestellt hatten.

Eine Erholung an den Rohstoffmärkten ließ die Anleger auch bei Bergbautiteln wieder zugreifen. Mit Kursaufschlägen von bis zu acht Prozent waren fünf Unternehmen aus der Branche unter den zehn größten Gewinnern im Londoner Auswahlindex FTSE. Die Sorge über ein Nachlassen des weltweiten Wirtschaftswachstums im Zuge der US-Immobilienkrise hatte in der vergangenen Woche auch die Preise an den Rohstoffbörsen purzeln lassen.

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