Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich büßt Vortagesgewinne wieder ein

dpa-afx/awp ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Kursgewinne vom Vortag am Donnerstag größtenteils wieder eingebüßt. Nachdem gestern eine technische Erholung verbunden mit grösseren Eindeckungskäufen zu einer Hausse geführt habe, seien heute schon wieder die Skeptiker im Vordergrund gewesen, hieß es in Handelskreisen.

Vor allem sei auch wieder die Immobilienkrise in den USA ins Bewusstsein gerückt, nachdem die französische Grossbank BNP wegen der so genannten Subprime-Krise die Rücknahme von Immobilienfonds vorübergehend eingestellt habe. Etwas Beruhigung beziehungsweise eine Stabilisierung habe erst am Nachmittag die Eröffnung in den USA gebracht, wo die Kurse nach schwachem Beginn etwas angestiegen seien.

Das Blue Chips Barometer SMI verlor bis zum Schluss 158,86 Punkte beziehungsweise 1,77 Prozent auf den Stand von 8 805,32 Zählern. Der 30 Titel umfassende SLI büßte 1,97 Prozent auf 1:342,97 Zähler ein, der breiter gefasste SPI 1,67% auf 7 201,84 Stellen.

Mit Abstand größter Verlierer waren die Aktien von Nobel Biocare mit einem Minus von 8,2% auf 340,00 Franken. Das Medizinaltechnikunternahmen hat vorbörslich Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei enttäuscht. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr 2007 etwas gesenkt, was von Marktteilnehmern mit Abgaben quittiert wurde. Allerdings hatte der Titel gestern im Vorfeld der Zahlen über 5% zugelegt.

Synthes, das andere Medizinaltechnikunternehmen, deren Aktien im SMI sind, hat ebenfalls Halbjahreszahlen veröffentlicht. Im Vergleich zu Nobel hat deren Zahlenset schon eher überzeugt, wobei auch hier wahre Begeisterung nicht aufkam. Analysten zeigten sich insbesondere enttäuscht vom Rückgang der Bruttomarge. Die Finanzziele für das Gesamtjahr 2007 hat Synthes bestätigt. Die Aktie war zum Schluss mit einem kleinen Minus von 0,2% auf 145,30 Franken immerhin der beste SMI -Titel und wäre an einem guten Tag sicher deutlich im Plus gewesen.

Deutliche Verluste gab es neben Nobel vor allem für die beiden Swatch-Titelkategorien (I -5,0% auf 339 Franken, N -4,7% auf 65,35 Franken), wobei hier keine fundamentalen News vorhanden waren. Nach der Erholung gestern büßten die Bankentitel wegen der US-Hypokrise ebenfalls wieder klar an Terrain ein. Julius Bär waren mit -4,3% auf 79,30 Franken die größten Verlierer aus dem Finanzsektor. Hier gab es zudem noch Spekulationen, die Bank könnte ihr US-Asset-Management-Geschäft an die Börse bringen. CS büßten 2,9% auf 83,15 Franken ein, UBS 1,8% auf 67,05 Franken.

Verluste zwischen 2% und 3% erlitten zudem noch Clariant , ZFS , Adecco (H1-Zahlen Morgen Freitag), ABB , Swiss Re , Baloise , Swiss Life und Givaudan . Swisscom , die gestern nach Halbjahreszahlen stark zulegten, verloren heute 1,9% und waren damit knapp mit dem Index.

An der Spitze neben Synthes mit Verlusten unter 1% waren Holcim , Richemont und Lonza . Die defensiven Index-Schwergewichte Novartis , Nestle und Roche büßten zwischen 1,1 und 1,4% ein und waren damit ein weiteres Mal stabilisierend für den Gesamtmarkt.

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