Internationaler Aktienhandel: Börse Zürich: Die Ernüchterung kehrt zurück

Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich: Die Ernüchterung kehrt zurück

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag bei unterdurchschnittlichem Volumen mit einer knapp behaupteten Tendenz beendet. Über weite Strecken notierte der Standardwerte-Index wegen anhaltender Konjunktursorgen deutlich im Minus.

dpa-afx/awp ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Donnerstag bei unterdurchschnittlichem Volumen mit einer knapp behaupteten Tendenz beendet. Über weite Strecken notierte der Standardwerte-Index wegen anhaltender Konjunktursorgen deutlich im Minus. Der Aktienmarkt erholte sich jedoch im Zuge der Stabilisierung der US-Indizes im späten Handel deutlich, schaffte jedoch den Sprung in die Gewinnzone nicht ganz.

"Nach einem guten Anfang dieses Jahr liegt es auf der Hand, dass wieder Ernüchterung Eintritt", beschrieb ein Marktbeobachter den negativen Handelsverlauf. An der allgemeinen Wirtschaftslage habe sich nichts verändert und Anzeichen dafür, dass die Konjunktur einen Boden gefunden habe, gebe es nicht.

Neue Konjunkturdaten aus der Eurozone bestärkten denn auch die Pessimisten am Markt. So ist die Wirtschaftsstimmung im Dezember auf ein neues Tief gesunken und der Geschäftsklimaindex auf den tiefsten Stand seit Januar 1985 abgerutscht.

Als zusätzliche Belastung erweise sich die Gewinnwarnung des US-Einzelhandelsunternehmens Wal-Mart Stores . Die besser als erwartet ausgefallenen Daten zu den US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe stützen dagegen leicht. Die Zinssenkung der Bank of England um 50 Basispunkte auf nun 1,5 Prozent lieferte dagegen keinen Impuls für den Aktienmarkt.

Der SMI sank 0,18 Prozent auf 5 751,07 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 0,65 Prozent auf 825,24 Punkte und der breite SPI 0,34 Prozent auf 4 740,84 Punkte.

Versicherungstitel zählten zu den größten Verlieren, allen voran Baloise (-5,1 Prozent auf 77,95 Franken). Swiss Life (-2,8 Prozent auf 77,10 Franken) und ZFS (-1,6 Prozent auf 236,10 Franken) folgten dahinter. Swiss Re (-0,4 Prozent auf 52,25 Franken) schafften kurz vor Handelsende noch den Sprung ins Plus, fielen jedoch wieder zurück.

Die Bankaktien Credit Suisse (-2,9 Prozent auf 29,90 Franken), UBS (+2,7 Prozent auf 16,27 Franken) und Julius Bär (+0,1 Prozent auf 43,08 Franken) zeigten sich uneinheitlich, nachdem die Titel über weite Strecken des Handels allesamt im Minus tendiert hatten.

Deutlich Abwärts ging es bei SGS (-5,0 Prozent auf 1 138,00 Franken) und Swatch (-4,9 Prozent auf 147,50 Franken). Richemont verbilligten sich um 3,3 Prozent auf 20,80 Franken. SGS wird als erster Blue Chips nächste Woche die Zahlen 2008 veröffentlichen.

Petroplus (-4,2 Prozent auf 23,88 Franken) litten unter einem Brand in der Raffinerie Ingolstadt. Das Feuer konnte zwar rasch unter Kontrolle gebracht werden, Analysten erwarten dennoch im ersten Quartal 2009 negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens.

ABB (-2,8 Prozent auf 15,90 Franken) gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Der Industriekonzern hat ein bisher zu 21 Prozent gehaltenes Gemeinschaftsunternehmen in Finnland vollständig übernommen. Auf Geberit (-1,2 Prozent auf 121,80 Franken) lastete eine Kurszielsenkung von Morgan Stanley.

Kühne + Nagel (-3,1 Prozent auf 71,05 Franken) litten unter einer Kurszielsenkung durch Morgan Stanley. Für den SPI-Titel Panalpina (-6,8 Prozent auf 60,00 Franken) gab es gar eine Absenkung auf "Underweight" bei einem neuen, mehr als halbierten Kursziel von jetzt 48 Franken.

Auf der Gewinnerseite standen die defensiven Novartis (+0,3 Prozent auf 54,00 Franken) und Roche (+1,5 Prozent auf 172,50 Franken). Zudem legten Actelion (+1,1 Prozent auf 61,00 Franken) zu. Händler verwiesen auf anhaltende Übernahmefantasien, nachdem mehrere internationale Pharmaschwergewichte zur Zeit auf Einkaufstour gehen.

Spitzenreiter waren Syngenta (+3,6 Prozent auf 232,60 Franken), die nach den gestrigen Avancen infolge der positiven Zahlen und Prognosen des US-Wettbewerbers Monsanto erneut zulegen können.

Im breiten Markt standen Emmi (+2,0 Prozent) im Interesse der Anleger. Die Milchverarbeiterin hat die Übernahme des US-Käsespezialisten Roth Käse bekannt gegeben. Damit verdoppelt das Unternehmen seinen Umsatz im amerikanischen Geschäft.

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