Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich: Klares Plus dank Öl und Dollar

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit deutlichen Gewinnen beendet. Als Grund für die steigenden Kurse nannten Marktkreise vor allem den weiter sinkenden Ölpreis, der zuletzt in der Region von 116 Dollar pro Fass notierte, sowie eine gegenüber gestern beschleunigte Talfahrt des Euro gegenüber dem Dollar.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Freitag mit deutlichen Gewinnen beendet. Als Grund für die steigenden Kurse nannten Marktkreise vor allem den weiter sinkenden Ölpreis, der zuletzt in der Region von 116 Dollar pro Fass notierte, sowie eine gegenüber gestern beschleunigte Talfahrt des Euro gegenüber dem Dollar. Der SMI stieg bis zum Handelsschluss 80,03 Punkte beziehungsweise 1,11 Prozent auf den 7 262,10 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) legte 0,75 Prozent auf 1 085,21 Punkte zu, der breite Swiss Performance Index (SPI ) um 0,99 Prozent auf 6 067,24 Zähler.

Größter Gewinner waren Ciba mit einem Plus von 3,7 Prozent auf 32,24 Franken. Der Spezialitätenchemiehersteller profitiert besonders vom tieferen Ölpreis. Auch Clariant (+0,7% auf 10,21 Franken) konnten davon profitieren, auch wenn nicht in gleichem Ausmass wie Ciba.

An zweiter Stelle schlossen Richemont mit einem Gewinn von 3,4 Prozent auf 64,10 Franken. Die komplizierte Transaktion zur Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile ermöglicht Anlegern ein Engagement in Aktien eines "reinen" Luxusgüterkonzerns, was von Analysten als positiv bewertet wird. Der Bewertungsabschlag des Luxusgüterteils zur Luxusbranche betrage noch immer deutlich über zehn Prozent, hieß es dazu.

Die Grundzüge der Transaktion waren zwar schon bekannt, das Ganze kommt nun aber viel früher als erwartet. Grund für die Aufspaltung sind Änderungen der Steuergesetze in Luxemburg, die aber erst 2010 in Kraft treten werden. Swatch konnten im Fahrwasser von Richemont ebenfalls zulegen (+2,6% auf 255,50 Franken). Geberit stiegen im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom nächsten Dienstag um 3,4 Prozent auf 150 Franken.

Zu den größten Gewinnern gehörten auch Nestle (+2,4% auf 48,32 Franken). Die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers wurden somit von den Anlegern heute deutlich positiver beurteilt. Gestern hatte die Aktie nach schwachem Anfang zum Schluss lediglich ein kleines Plus erreicht. Auch die Pharmaschwergewichte Roche (+1,7%) und Novartis (+1,3%) waren gesucht.

Ein klares Plus von 1,2 Prozent auf 22,00 Franken erzielten auch UBS . Hier haben am Nachmittag News beflügelt, dass sich die Großbank in den USA im Rechtsstreit um von der Finanzkrise betroffene Wertpapiere (ARS) mit den entsprechenden Behörden geeinigt hat. Die UBS wird nun für fast 20 Mrd. Dollar solche Papiere zurückkaufen und zudem noch eine Geldbuße von 150 Mill. Dollar bezahlen. Eine definitive Einigung wurde für Anfang nächster Woche angekündigt.

Petroplus (+1,1% auf 50,15 Franken) stiegen - beflügelt von Ratingänderungen nach der Zahlenvorlage - deutlich, auch wenn es gegen Schluss zu Gewinnmitnahmen kam. Die Aktie hatte am Donnerstag nach guten Zahlen bereits 8,5 Prozent zugelegt.

Am Tabellenende standen zum Schluss Julius Bär (-1,4% auf 70,50 Franken), sowie die Versicherer Swiss Re (-1,2% auf 68,25 Franken) und Baloise (-1,2% auf 102,80 Franken). Nobel Biocare (+0,4% auf 36,80 Franken) avancierten im Vorfeld der Zahlen vom Montag knapp .

Im breiten Markt verloren Charles Vögele nach einer Gewinnwarnung 9,5%. Bei Straumann (-3,7%) kam es nach dem gestrigen Kursanstieg von 13% zu Gewinnmitnahmen. größere Verluste erlitten u.a. noch COS, EFG oder Eichhof, größere Gewinne gab es bei Walter Meier, Villars oder SNB.

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