Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich: Rally bei Bankentiteln

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit deutlichen Gewinnen auf breiter Basis beendet. Bereits am frühen Nachmittag erreichten die Indizes ein sattes Plus, doch mit der sehr starken Eröffnung an den US-Märkten kam es in der Schweiz gegen Handelsschluss nochmals zu weiteren Käufen. An der Spitze mit Avancen von fünf bis sechs Prozent standen die beiden Großbanken, die nach der gestrigen Finanzspritze für die Citigroup aus Abu Dhabi von Deckungskäufen im größeren Stil profitierten.

Händler führten daneben auch den wieder stärkeren Dollar als Kaufargument für viele Schweizer Aktien ins Feld, zudem sei der Ölpreis am Nachmittag deutlich gesunken, was ebenfalls positive Impulse freigesetzt habe. Eine technische Korrektur nach oben habe sich nach den schwachen letzten Wochen eigentlich abgezeichnet, hieß es im Handel. Ob dies allerdings die Wende beziehungsweise bereits das Ende der Finanzkrise ist, bezweifeln die meisten Marktteilnehmer. Die Finanzkrise könnte jederzeit wieder auf die Stimmung schlagen, sagte jedenfalls ein Experte.

Bis zum Schluss gewann der Swiss Market Index (SMI ) 219,72 Punkte oder 2,61 Prozent auf 8 650,82 Punkte. Der wichtigste Schweizer Aktienindex hat damit seit dem Tiefpunkt vor einer Woche bereits wieder über 7% zugelegt, das Minus für dieses Jahr hat sich damit auf 1,5 Prozent verringert. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg am Mittwoch gar um 2,98 Prozent auf 1 297,27 Punkte, der Swiss Performance Index um 2,56 Prozent auf 7 001,82 Punkte.

Die Titel der Banken standen ganz oben auf der Gewinnerliste: allen voran die UBS -Titel mit einem Plus von 6,7 Prozent auf 54,55 Franken, aber auch Julius Bär und Credit Suisse lagen mit plus 5,7 Prozent auf 92,80 Franken beziehungsweise plus 4,7 Prozent auf 66,40 Franken nur knapp zurück. Eine Mischung aus den Marktgerüchten um die UBS und die Finanzspritze für die Citigroup stützten die von der Hypothekarkrise geschundene Branche, hieß es bei Marktbeobachtern.

Bei der UBS sorgt die Spekulation um den Einstieg von chinesischen Investoren erneut für Fantasie. Bereits Ende der vergangenen Woche hatte es geheissen, chinesische Konkurrenz habe Interesse an einer Beteiligung an der UBS bekundet. Profitiert haben die UBS-Titel aber auch von einer Höherstufung durch die Analysten der Konkurrenz CS. Insgesamt sei der von der Subprime-Krise verursachte Druck auf die Bankentitel jedenfalls etwas gewichen, sagte ein Marktteilnehmer. Schlechte Nachrichten - heute etwa Wells Fargo - würden sich nicht mehr zwingend negativ auswirken.

Eine sehr gute Performance gelang auch den Versicherungstiteln. Swiss Life gewannen 3,3 Prozent auf 310,50 Franken, Swiss Re 3,2 Prozent auf 82,50 Franken und ZFS 3,1 Prozent auf 323,00 Franken. Letztere profitierten von einer Höherstufung durch Goldman Sachs. Das gleiche Institut senkte das Rating für die Aktien von Baloise , so dass diese zweitschlechtester SMI -Wert waren (+0,9 Prozent auf 212,50 Franken).

Neben den Finanztiteln profitieren Industrietitel, die zuletzt wegen der aufgekommenen Rezessionssorgen unter Druck gestanden hatten, so ABB mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 31,62 Franken. Syngenta gewannen 3,9 Prozent auf 267,50 Franken; Marktteilnehmern zufolge haben sich deren Manager vom hohen Ölpreis wenig besorgt gezeigt. Auch die Aktien der Uhren- und Luxusgüterkonzerne Swatch (+3,4 Prozent auf 306,25 Franken) und Richemont (+3,9 Prozent auf 75,50 Franken) waren stark gesucht.

Wie meist bei guter Stimmung konnten die defensiven Titel nicht ganz mithalten. So lagen Roche-Papiere am Schluss der SMI-Tabelle mit einem Plus von lediglich 0,2 Prozent auf 212,50 Franken, aber auch die anderen Schwergewichte Novartis (+0,9 Prozent auf 63,25 Franken) und Nestle (+1,1 Prozent auf 546,00 Franken) lagen hinten.

Größter SLI-Gewinner war OC Oerlikon mit einem Plus von 7,6 Prozent auf 512 Franken, ohne dass allerdings fundamentale Neuigkeiten bekannt geworden wären.

Im breiten Markt gehörten Sulzer (+7,8 Prozent) zu den größten Gewinner. Hier gab es Gerüchte, Großaktionär Renova (Vekselberg) habe seinen Anteil nochmals aufgestockt. Stark waren aber auch SEZ (+9,0 Prozent), Galenica (+6,1 Prozent) und Sonova (+5,6 Prozent). Helvetia (+4,8 Prozent) profitierten von Gerüchten eines Einstiegs der Münchener Rück . Letztere wollte die Gerüchte allerdings nicht kommentieren.

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