Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich: SMI geht tiefrot aus dem Handel

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit großen Verlusten in den Tag gestartet und nach einer zwischenzeitlichen Erholung auch mit tiefroten Notierungen aus dem Handel gegangen. Zunächst hatten schwache Vorgaben aus den USA die Börse belastet.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit großen Verlusten in den Tag gestartet und nach einer zwischenzeitlichen Erholung auch mit tiefroten Notierungen aus dem Handel gegangen. Zunächst hatten schwache Vorgaben aus den USA die Börse belastet. Danach diente das Banken-Hilfspaket des Bundes und der SNB dem Markt als Stütze und brachte die Verluste zum schmelzen. Am frühen Nachmittag ließ dann die Hoffnung auf US-Zinssenkungen den Markt für kurze Zeit sogar in die Gewinnzone drehen, ehe Rezessionsängste zum erneuten Kurseinbruch führten.

Händler verwiesen auf insgesamt schwach ausgefallene US-Konjunkturdaten. Die Anleger seien ängstlich, nachdem der Markt bereits am Mittwoch angesichts einer Flut schwacher Konjunkturzahlen eingebrochen war, und rechneten mit einer ernsthaften Rezession, hieß es. Während die sinkenden Inflationsgefahren noch positiv aufgenommen wurde und auf Zinssenkungen hoffen ließ, bestätigten die sehr schwachen Daten zur Industrieproduktion und der teilweise "desaströse" Philli-Fed-Index die Rezessionsbefürchtungen.

Bis Börsenschluss sank der SMI um 3,26 Prozent respektive 192,64 Einheiten auf 5 718,53 Punkte. Das Tagestiefst lag bei 5 613,10 Stellen. Der 30-Titel umfassende SLI ging um 4,39 Prozent auf 818,71 Zähler und der breitere SPI um 3,27 Prozent auf 4 755,98 Punkte zurück.

Im Fokus waren einmal mehr die Bankentitel, die nach einer Berg- und Talfahrt mit Verlusten aus dem Handel gingen. UBS büßten zum Schluss 4,9 Prozent auf 19,09 Franken und bei CS blieb nur ein Minus von 0,9 Prozent auf 45,50 Franken. Beide Werte tendierten über weite Strecken deutlich fester, nachdem der Bund der UBS sechs Mrd. Franken zur Stärkung der Eigenkapitalbasis zusicherte und die SNB die Auslagerung fauler oder illiquider Wertpapiere von 60 Mrd. Dollar einleitete.

Die Credit Suisse (CS) hat sich ihrerseits frisches Kapital im Umfang von zehn Mrd. Franken bei einer kleinen Gruppe von Investoren beschafft. Auf Staatshilfe ist die CS im Unterschied zur UBS nicht angewiesen, was von Analysten begrüßt wurde. Außerdem musste die Großbank für das dritte Quartal "nur" einen Verlust von 1,3 Mrd. Franken bekannt geben.

Bei den Bluechips notierten zum Schluss die Titel von OC Oerlikon (-13,9 Prozent auf 113,60 Franken), Petroplus (-10,4 Prozent auf 27,50 Franken) sowie jene von Nobel Biocare (-9,6 Prozent auf 19,99 Franken) am schwächsten. Syngenta gaben um 9,3 Prozent auf 168,00 Franken nach. Die Titel des Agrochemiekonzerns wurden von Merrill Lynch auf Neutral von BUY zurückgestuft.

Bei Roche (-0,8 Prozent auf 159,00 Franken) hielten sich die Verluste in Grenzen. Novartis (-2,0 Prozent auf 53,15 Franken) und Nestle (-2,3 Prozent auf 40,92 Franken) gaben da schon etwas mehr nach. Nestle profitierten zwischenzeitlich von guten Quartalszahlen des Süsswarenproduzenten Hershey"s.

Ciba (unverändert auf 46,30 Franken) blieben als einziger Wert im SMI/SLI ohne Verluste. Im Übernahmeprozess hat das Swiss Takeover Board eine Intervention des Ciba-Grossaktionärs Bestinver auf Verlängerung der Angebotsfrist und Überprüfung des Angebotspreises zurückgewiesen. Somit dürfte BASF die Akquisition von Ciba gelingen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%