Internationaler Aktienhandel
Börse Zürich: SMI stoppt kurz vor 6 000er-Marke

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen bewegten Handelstag mit großen Verlusten erlebt.

dpa-afx BERN. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch einen bewegten Handelstag mit großen Verlusten erlebt. Nachdem die schlechten Vorgaben aus dem Ausland und die anhaltende Unsicherheit über den Fortgang der Finanzkrise den SMI am Morgen auf einen Tagestiefststand von 6 004,62 Punkten geführt hatte, ließ die koordinierte Zinssenkungsrunde von sechs Notenbanken - darunter auch die Schweizer Zentralbank SNB - etwas Hoffnung aufkommen. Der Leitindex stieg auf das Tageshoch von 6 371,16 Punkte. Bis Handelsschluss kam der SMI allerdings nochmals deutlich unter Druck und ging nahe den Tiefstständen aus dem Handel.

Die SNB senkte mit Blick auf die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten das Zielband für den Dreimonats-Libor um 25 Basispunkte auf zwei bis drei Prozent. Neu wird ein Wert von 2,5 Prozent nach zuvor 2,75 Prozent angestrebt. Da der Libor bei rund drei Prozent liegt, strebt die SNB de facto einen Rückgang um 50 Basispunkte an. Mit dieser Maßnahme schließt sie sich den Senkungen der Bank of Canada, der Bank of England, der Europäischen Zentralbank, der Federal Reserve sowie der Schwedischen Reichsbank an.

Bis Börsenschluss sank der SMI um 354,31 Punkte oder 5,51 Prozent auf 6 073,45 Zähler. Auf einem solch tiefen Stand hatte der Index zuletzt im Mai 2005 geschlossen. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI gab um 4,97 Prozent auf 873,49 Punkte und der breite SPI um 5,29 Prozent auf 5 051,12 Punkte nach.

Die Lockerung der Zinsschraube führte an den internationalen Märkten nicht zu allzugroßem Optimismus. So rutschte auch die Wall Street nach einer volatilen Eröffnung wieder deutlich in die Minuszone. Das Vertrauen der Investoren stelle sich auch mit den heutigen Maßnahmen nicht so schnell wieder ein, hieß es dazu in Marktkreisen.

Uneinheitliche Tendenzen waren bei den Banken auszumachen. Während Julius Bär (+2,6 Prozent auf 44,00 Franken) anzogen, bauten UBS (-6,1 Prozent auf 18,21 Franken) und Credit Suisse (-16,1 Prozent auf 42,10 Franken) stark ab. Marktteilnehmer sprachen von aggressiven Deckungskäufen. Bei den Credit-Suisse-Aktien nützten auch positive Aussagen von Unternehmenschef Brady Dougan bei einer Investorenkonferenz nichts mehr. Die Titel durchbrachen zum Schluss mehrere technische Unterstützungsmarken. Händler sahen keine fundamentalen Gründe für diesen Abschlag.

Äußerst schwach gingen auch einige Versicherungstitel aus dem Handel. So gaben Swiss Re um 11,1 Prozent auf 44,28 Franken, Baloise um 8,4 Prozent auf 62,00 Franken und ZFS um 6,1 Prozent auf 260,25 Franken nach. Bei ZFS bestätigte Finanzvorstand Dieter Wemmer an derselben Investorenkonferenz in London die mittelfristigen Ziele des Unternehmens. Der Swiss-Re-Chef machte in seinem Referat klar, dass er sein Unternehmen im derzeit schwierigen Marktumfeld gut positioniert sieht. Diese Aussagen fanden an den Märkten allerdings kaum Beachtung.

Weit hinten im SMI /SLI-Tableau waren am Ende auch noch OC Oerlikon (-10,1 Prozent auf 148,40 Franken), Clariant (-7,3 Prozent auf 9,10 Franken) und Petroplus (-9,2 Prozent auf 31,12 Franken) zu finden. Givaudan , die am Morgen solide Neunmonatsumsätze vorgelegt hatten, ließen am Ende mit 5,1 Prozent auf 840,00 Franken ebenfalls stark nach.

Keine Stütze waren die defensiven Schwergewichte. Nestle (-3,2 Prozent auf 44,50 Franken), Roche (-4,5 Prozent auf 167,10 Franken) und Novartis (-6,2 Prozent auf 56,85 Franken) konnten sich der negativen Marktstimmung nicht entziehen.

Im Plus waren nebst Julius Bär bei den Bluechips lediglich noch Swatch (+0,2 Prozent auf 176,00 Franken) und SGS (+0,3 Prozent auf 1 200 Franken) zu finden.

Am breiten Markt gingen die größten Verluste auf das Konto von Ascom (-16,3 Prozent), gefolgt von Charles Vögele (-16,0 Prozent) und Temenos (-15,4 Prozent). Die wenigen Gewinner wurden vom "Pennystock" 4M Technologies (+10,0 Prozent), COS (+8,3 Prozent) und Swissmetal (+6,8 Prozent) angeführt. Dies allerdings ohne fundamentale Nachrichten zu den jeweiligen Unternehmen.

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