Internationaler Aktienhandel
Breite Aufschläge an Schweizer Börse

Gestützt durch die Erholung an den US-Börsen hat der Schweizer Aktienmarkt am Montag nach einem zunächst schwachen Verlauf mit breiten Aufschlägen geschlossen. Allerdings dominierte die Angst vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Schweinegrippe. Viele Marktakteure hätten die Grippe zum Vorwand genommen, nach den jüngsten Kurszuschlägen Gewinne mitzunehmen, hieß es.

dpa-afx ZÜRICH. Die Pandemie-Ängste sorgten für ein kräftiges Plus bei Roche . Dagegen traten Unternehmens- und Wirtschaftszahlen - am Berichtstag ohnehin Mangelware - in den Hintergrund.

Bei Börsenschluss um 17.30 Uhr gewann der SMI 1,23 Prozent auf 5 175,97 Zähler, das Tagestief lag bei 5 048,59. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI stieg um 0,89 Prozent auf 773,93 Stellen, der SPI um 1,1 Prozent auf 4 405,58 Punkte.

Roche profitierte von den Pandemie-Ängsten und legte um 3,5 Prozent auf 144,50 Franken zu. Am Markt werde spekuliert, dass die Regierungen nun große Mengen von Grippemitteln wie Tamiflu bestellen werden, auch wenn ihre Wirksamkeit gegen die neue Krankheitsform noch nicht bewiesen sei, erklärte ein Händler die Aufschläge. Dagegen profitierte Novartis (unv. auf 42,46 Franken) nicht von den Pandemie-Ängsten und erlitten zeitweise deutliche Einbußen.

Mit an der Tabellenspitze schlossen im SMI OC Oerlikon (+5,0 Prozent auf 64,80 Franken) oder Givaudan (+3,3 Prozent auf 697,50 Franken). Nach Beendigung des Anrechtehandels im Zusammenhang mit der Aktiendividende sei der Druck vom Titel gewichten, sagten Beobachter zu Givaudan.

Auch UBS-Papiere (+4,1 Prozent auf 14,58 Franken) gehörten zu den größten Kursgewinnern, Credit Suisse (+1,6 Prozent auf 44,16 Franken) verteuerten sich etwas moderater. Bei der UBS gehen die politischen Bemühungen weiter. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat in den USA dafür geworben, Klagen der US-Behörden gegen die UBS zurückzuziehen. Dafür schlage die Schweiz ein neues Steuerabkommen zwischen beiden Ländern vor, sagte ein Regierungsvertreter am Sonntag.

Die Großbank hat zudem am Montag eine neue Führung für ihre Investmentbank ernannt. Jerker Johansson, bisheriger CEO der Investment Bank, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten; Nachfolger auf der Position werden zwei Manager.

Von den übrigen Finanzwerten schlossen noch ZFS (+1,4 Prozent auf 192,70 Franken) im Plus, Baloise (+0,1 Prozent auf 82,40 Franken) und Julius Bär (-0,1 Prozent auf 37,00 Franken) kaum verändert, Swiss Re (-0,4 Prozent auf 26,90 Franken) und Swiss Life Holding (-1,6 Prozent auf 88,95 Franken) im Minus.

Ebenfalls gesucht waren Geberit (+2,3 Prozent auf 122,80 Franken) oder Actelion (+2,0 Prozent auf 52,30 Franken). Das Medikament Tracleer von Actelion hat in der EU vom Ausschuss für Humanarzneimittel (Chmp) eine positive Beurteilung erhalten. Synthes (+0,1 Prozent auf 128,90 Franken) schlossen am Vortag der Ergebnispublikation kaum verändert.

Die rote Laterne hielten bei Börsenschluss Kühne+Nagel (-2,4 Prozent auf 82,00 Franken) und Swatch (-2,4 Prozent auf 165,90 Franken). Richmont schlossen mit einem Minus von 1,3 Prozent auf 20,92 Franken. Hier wirke sich die Schweinegrippe aus, welche die Reiselust zahlungskräftiger Touristen hemmen dürfte, erklärte ein Händler. Die Situation erinnere an das Frühjahr 2003, als sich das Lungenvirus Sars ausbreitete, was in den beiden Aktien zu heftigen Kursrückgängen und bei den Unternehmen zu vorübergehend starken Umsatzrückgängen führte. Die Branche erzielt einen beträchtlichen Umsatzanteil mit Touristen.

Mit deutlichen Verlusten schlossen auch SGS (-2,3 Prozent auf 1 279 Franken) oder Clariant (-2,2 Prozent auf 5,91 Franken).

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