Internationaler Aktienhandel
Eingreifen der Notenbanken verunsichert Europas Börsianer

dpa-AFX PARIS/LONDON. Belastet von Sorgen über die Stützungsmaßnahmen der Zentralbanken haben die europäischen Börsen am Freitag sehr schwach geschlossen. Händler sagten, die Anleger seien verunsichert darüber, dass das Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer Notenbanken nötig ist, um die Liquidität am Geldmarkt sicherzustellen. Börsianer verwiesen überdies auf Befürchtungen, wonach es angesichts der anhaltenden Krise am US-Hypothekenmarkt zu einem Engpass bei der Versorgung mit Krediten kommen könnte. Vor allem bei Bankenwerten kam es zu Abschlägen, die Händler mit drohenden Finanzierungsproblemen der Institute wegen der anhaltenden Kreditkrise begründeten.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 fiel um 2,66 Prozent auf 4 161,29 Zähler. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, sank um 3,24 Prozent auf 3 630,04 Punkte. Der Euronext 100 stand mit 2,87 Prozent auf 965,73 Zähler im Minus. In Paris verlor der CAC 40 3,13 Prozent auf 5 448,63 Punkte. Für den Ftse 100 ging es um 3,71 Prozent auf 6 038,30 Punkte nach unten.

Finanztitel zählten vor dem Hintergrund der Kreditkrise zu den größten Verlierern. Im Mittelpunkt standen erneut Aktien von ABN Amro Holding , die um 3,48 Prozent auf 33,85 Euro nachgaben. Im Handelsverlauf waren die Titel um mehr als elf Prozent auf 31,20 Euro eingebrochen. Händler begründeten die Kursverluste mit Befürchtungen, wonach die geplante Übernahme der niederländischen Bank an Problemen bei der Finanzierung von Krediten scheitern könnte.

So könnte Fortis die zur Finanzierung geplante Ausgabe von Anleihen im Wert von zwei Mrd. Euro "etwas verschieben", sagte Finanzvorstand Gilbert Mittler der Wirtschaftszeitung "Financieele Dagblad" (Freitagausgabe). Die belgische Bank plant zusammen mit der schottischen Royal Bank of Scotland Group (Rbos) und der spanischen Banco Santander (Bsch) die Übernahme von ABN Amro. Fortis-Aktien verloren 3,39 Prozent auf 26,82 Euro, Rbos-Anteile gaben 3,85 Prozent auf 562,00 Pence ab. Anteile der Banco Santander sanken um 3,24 Prozent auf 13,43 Euro.

Ein anderer Börsianer verwies auf vage Spekulationen, wonach auch Barclays sein Übernahmeangebot für ABN Amro wegen Finanzierungsschwierigkeiten zurückzieht. Die britische Bank hat aber derartige Gerüchte derweil dementiert. Barclays-Anteile gaben 6,38 Prozent auf 638,00 Pence ab.

Auch andere Bankentitel verzeichneten erneut Kursverluste. Neben der anhaltenden Kreditkrise setzten Börsianern zufolge negative Vorgaben aus den USA die Kurse unter Druck. Allied Irish Banks (AIB) fielen um 6,01 Prozent auf 18,29 Euro und waren damit schwächster Wert im europäischen Leitindex. Societe Generale gaben 5,00 Prozent auf 122,20 Euro ab. BNP Paribas verloren 4,36 Prozent auf 78,97 Euro. Am Vortag hatte die französische Großbank bekanntgegeben, dass sie die Rücknahme von Anteilen einiger Fonds eingestellt hat, die in den in Turbulenzen geratenen US-Markt für Hypothekenkredite niedriger Bonität investiert hatten.

Unilever gaben 2,27 Prozent auf 21,07 Euro ab. Goldman Sachs hatte dem Titel von "Neutral" auf "Sell" gesenkt und das Kursziel auf 1 434 Pence gesenkt. Die Aktie habe sich im vergangenen Jahr sehr gut entwickelt. Das neue Kursziel basiere auf zwei Szenarien. In einem sei eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent für eine größere Übernahme enthalten. Konkurrent Groupe Danone gewann hingegen 0,16 Prozent auf 54,73 Euro.

Titel von Alitalia verloren im schwachen Markt nur 0,71 Prozent auf 0,8 055 Euro. Einem Artikel des "Corriere della Serra" zufolge habe eine Gruppe von sechs Industrie- und Finanzinvestoren Interesse an der Fluggesellschaft geäußert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%