Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Am Ende leichte Verluste

An den europäischen Börsen hat am Donnerstag die Sorge vor steigenden Leitzinsen den Handel belastet. Trotz einer guten Vorgabe der US-Märkte mussten wichtige Indizes am Ende Verluste verkraften. Nur an der Börse in London gingen die Kurse mit Gewinnen aus dem Handel.

dpa-afx PARIS/LONDON. An den europäischen Börsen hat am Donnerstag die Sorge vor steigenden Leitzinsen den Handel belastet. Trotz einer guten Vorgabe der US-Märkte mussten wichtige Indizes am Ende Verluste verkraften. Nur an der Börse in London gingen die Kurse mit Gewinnen aus dem Handel. Großbritannien zählt nicht zur Eurozone und wäre daher von einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) auch nicht betroffen.

Der Eurostoxx 50 schloss mit einem Minus von 0,44 Prozent auf 3 682,83 Punkten. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, fiel 0,12 Prozent auf 3 119,39 Zähler. Der Ftse 100 legte hingegen 0,42 Prozent auf 5 995,30 Punkte zu, während der CAC-40-Index 0,16 Prozent auf 4 907,06 Zähler verlor.

Im frühen europäischen Handel hätten sich die Anleger noch zurückgehalten, hieß es von Händlern. "Die haben einfach auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank gewartet." Die EZB hatte dann am frühen Nachmittag die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen. Für Aufregung sorgte allerdings EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, der auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung Hinweise für eine Zinserhöhung lieferte. Der Zinsschritt könnte nach den Aussagen des obersten europäischen Währungshüters schon bei der nächsten Entscheidung im Juli Realität werden. Die Aussicht auf steigende Zinsen habe den Aktienhandel sofort belastet, kommentierte ein Händler.

Neben der Zinsentscheidung sorgte aber auch das offizielle Übernahmeangebot der France Telecom für den skandinavischen Konkurrenten Teliasonera für Bewegung an den Börsen. Am Markt wurde das Angebot von umgerechnet rund 27 Mrd. Euro heiß diskutiert. "Sie tasten sich wahrscheinlich erst einmal vor, so schwach wie das Angebot ausgefallen ist", sagte ein Pariser Händler. Immerhin setzte die Offerte die Aktien von France Telecom stark unter Druck und sie gingen mit einem Minus von 5,10 Prozent auf 18,25 Euro aus dem Handel.

Die Papiere vom italienischen Mitbewerber Telecom Italia zählten dagegen zu den Gewinnern des Tages mit einem Plus von 0,75 Prozent auf 1,45 Euro. Händler sehen die Ursache für die Kauflaune in den jüngsten Sparmaßnahmen des Konzerns. Telecom Italia will mit einem umfangreichen Stellenabbau in den kommenden zwei Jahren rund 300 Mill. Euro jährlich einsparen. Von den Kürzungen sind laut Konzernangaben 5 000 Arbeitsplätze in Italien betroffen. Die Umstrukturierung führt den Angaben zufolge allerdings auch zu zusätzlichen Kosten von rund 250 Mill. Euro, die vor allem im Jahr 2008 auf die Ergebnisse drücken dürften.

Auch die Aktien von Unilever und Groupe Danone konnten am Ende zulegen. Die Papiere profitierten von einer positiven Branchenstudie. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte die Empfehlung für den Lebensmittelsektor von "Negative" auf "Positive" angehoben. Die Experten hoben den Wettbewerbsvorteil von international aufgestellten Unternehmen im Vergleich zu lokalen Herstellern hervor. Die Empfehlung zeige auch die Unterbewertung der organischen Wachstumsprognosen und Margenverbesserungen in den Konsensschätzungen. Unilever stiegen um 1,08 Prozent auf 1 681 Pence, Danone gewannen 0,50 Prozent auf 56,09 Euro.

Schließlich gab es noch einen negativen Analystenkommentar von Sachs zu den Aktien des britischen Minenkonzerns Lonmin . Die Experten hatten ihre Kaufempfehlung zurückgezogen, was den Kurs der Aktie nach Einschätzung von Händlern unter Druck setzte. Am Ende schlossen sie mit einem Minus von 3,01 Prozent auf 3 346 Pence. Die Analyse setzte aber auch die Aktien anderer großer Minenbetreiber unter Verkaufsdruck. Die Papiere von BHP Billiton rutschten am Ende 1,16 Prozent auf 1 879 Pence ab. Rio Tinto verbilligten sich um 0,70 Prozent auf 5 875 Pence.

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