Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Ausverkauf auf breiter Front

Nach unerwartet schlecht ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger den europäischen Aktienmarkt am Donnerstag auf breiter Front abgestraft. Nach weiterhin schwachen US-Autoabsatzzahlen im Juni führten Autoaktien die Verliererliste im europäischen Leitindex an.

dpa-afx PARIS/LONDON. Nach unerwartet schlecht ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten haben die Anleger den europäischen Aktienmarkt am Donnerstag auf breiter Front abgestraft. In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Beschäftigten im Juni überraschend deutlich gesunken. Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) hingegen habe die Kurse kaum bewegt, sagten Händler. Der Leitzins für den Euroraum liegt weiterhin bei 1,0 Prozent. Auch auf absehbare Zeit signalisierte die EZB unveränderte Leitzinsen.

Der Eurostoxx 50 sackte um 3,27 Prozent auf 2 369,65 Zähler ab, nachdem er Mitte der Woche noch um 2,00 Prozent nach oben gesprungen war. Der Pariser CAC-40-Index sank um 3,13 Prozent auf 3 116,41 Zähler. Der Londoner Ftse 100 verbuchte bei einem Punktestand von 4 234,27 einen Abschlag von 2,45 Prozent.

Nach weiterhin schwachen US-Autoabsatzzahlen im Juni führten Autoaktien wie Volkswagen (VW) und Renault die Verliererliste im europäischen Leitindex an. VW verbilligten sich am Index-Ende um 7,80 Prozent auf 228,85 Euro. Renault-Titel fielen um 4,81 Prozent auf 25,555 Euro zurück. Zudem senkten die Experten der Credit Suisse ihr Sektor-Rating nach der zuletzt kräftigen Kurserholung von "Overweight" auf "Market Weight". Außerdem wird 2010 den Experten zufolge für die Franzosen ein schwieriges Jahr, weil die Abwrackprämien in verschiedenen Staaten bis dahin auslaufen.

Rückläufige Rohstoff- und Ölpreise drückten zudem Schwergewichte wie Total um 3,77 Prozent auf 37,77 Euro nach unten. Bei den Rohstoffaktien gehörten zudem Arcelormittal mit minus 4,76 Prozent auf 22,79 Euro und Rio Tinto mit Abschlägen von 5,70 Prozent auf 2035,00 Französische Pence zu den größten Verlierern. Der hochverschuldete Bergbaukonzern sicherte sich den ersten Teil seiner milliardenschweren Finanzspritze fast vollständig. 96,97 Prozent der in London notierten Aktien hätten Abnehmer gefunden, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag mit. Damit erhält der britisch-australische Konzern 7,1 Mrd. britische Pfund (8,3 Mrd. Euro) frisches Kapital.

Positiver Ausbrecher im Eurostoxx 50 waren die Papiere von Repsol-YPF , die um 0,12 Prozent auf 16,22 Euro zulegten. Alle anderen Werte im europäischen Leitindex verbuchten Verluste. Der spanische Ölkonzern teilte mit, mehrere Angebote für sein Argentinien-Geschäft bekommen zu haben.

Titel von Sanofi-Aventis verloren indes nur unterdurchschnittliche 1,90 Prozent auf 42,325 Euro, nachdem die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Herzmittel "Multaq" die Zulassung erteilt hat. Auf wenig Gegenliebe stieß aber in Paris ein Artikel der Zeitung "La Tribune" über deutlich gesunkene Umsätze bei Air France-KLM - dies zeigte der Kursverlust von 5,32 Prozent auf 8,711 Euro. Wie die Zeitung berichtete, könnte der deutliche Umsatzrückgang im ersten Quartal die Gesamtjahresziele in Frage stellen.

Aus dem Finanzsektor machte Zurich Financial Services (ZFS) von sich reden. Der Finanzdienstleister teilte mit, die 1,9 Mrd. Dollar schwere Übernahmen des Autoversicherungsgeschäftes vom US-Konkurrenten American International Group (AIG) abgeschlossen zu haben. Die Papiere fielen um 2,88 Prozent auf 188,80 Schweizer Franken zurück. Auch insgesamt verbuchten die meisten Bankaktien angesichts der trüben Stimmung am Markt Verluste: ING Groep sackten um 6,10 Prozent auf 6,865 Euro ab und die Titel des Branchenkollegen Aegon fielen um 5,68 Prozent auf 4,301 Euro.

Aktien von Elan Corp aber schnellten in Dublin um 24,55 Prozent auf 5,966 Euro in die Höhe. Der US-Pharma- und Medizintechnik-Konzern Johnson & Johnson (J & J) übernimmt gut die Hälfte der Alzheimer-Forschung des irischen Arzneimittelherstellers. J & J-Papiere fielen zuletzt an der Wall Street um knapp zwei Prozent.

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