Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen dämmen Verluste nach Bernanke-Rede ein

Nach positiv aufgenommenen Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben die europäischen Börsen am Mittwoch ihre Verluste deutlich eindämmen können. Der Eurostoxx 50 schaffte es sogar in die Gewinnzone.

dpa-afx PARIS/LONDON. Nach positiv aufgenommenen Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke haben die europäischen Börsen am Mittwoch ihre Verluste deutlich eindämmen können. Der Eurostoxx 50 schaffte es sogar in die Gewinnzone. Bernanke hatte in einer Rede vor dem Repräsentantenhaus gesagt, die US-Notenbank werde die Inflationsentwicklung "genau beobachten", und die Möglichkeit weiterer Leitzinssenkungen angedeutet. Der Markt für verbriefte Hypotheken sei "werthaltig", doch es gebe hier "einiges zu tun", fügte er hinzu. Bei Einzelwerten sorgte eine Zahlenflut für Bewegung.

Der Eurostoxx 50 schloss 0,04 Prozent höher bei 3 856,69 Punkten, blieb aber unter seinem zu Handelsbeginn markierten Tageshoch bei 3 872,20 Punkten. Das Tagestief lag bei 3 795,23 Zählern. Der Stoxx 50 , der auch schweizerische und britische Werte umfasst, verlor 0,23 Prozent auf 3 301,02 Punkte. Beim Euronext 100 stand zum Schluss ein Minus von 0,22 Prozent auf 879,73 Zähler zu Buche. Der Pariser CAC 40 fiel um 0,09 Prozent auf 4 968,82 Zähler. In London schloss der Ftse 100 0,18 Prozent niedriger bei 6 076,50 Punkten.

Abseits der europäischen Leitindizes stachen Papiere von Agfa-Gevaert mit einem Kurseinbruch um 21,19 Prozent auf 6,75 Euro hervor. Der belgische Bildtechnikspezialist hatte nach einem Ergebniseinbruch im vierten Quartal die Dividende für 2007 gestrichen. Der Umsatz des Fotounternehmens brach ebenfalls ein, der Fehlbetrag wurde ausgeweitet. Analysten sprachen von enttäuschenden Ergebnissen.

Im "Footsie" stand mit Bilanzen von Hbos , der Royal & Sun Alliance Insurance Group und Old Mutual der Finanzsektor im Blick. Dabei rutschten Hbos als Tagesverlierer im "Footsie" um 6,81 Prozent auf 657,00 Pence ab. Die Bank hatte ihren bereinigten Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr um 3,0 Prozent auf 5,71 Mrd. britische Pfund gesteigert. Experten hatten mit einem Anstieg um rund vier Prozent gerechnet. Händler verwiesen zudem auf den vorsichtigen Ausblick. Das Geldinstitut geht davon aus, dass die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten auch in diesem Jahr anhalten wird.

Old Mutual verloren 3,50 Prozent auf 132,20 Pence. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Der Versicherer hatte im vergangenen Jahr den Vorsteuergewinn gesteigert und geht für das laufende Jahr trotz der schwierigen Marktbedingungen von einer widerstandsfähigen Geschäftsnetwicklung aus. Von Merrill Lynch hieß es, die Zahlen seien insgesamt besser als erwartet ausgefallen. Papiere von Royal & Sun Alliance legten dagegen um 0,35 Prozent auf 139,20 Pence zu. Der Versicherer hatte den operativen Gewinn im abgelaufenen Gesamtjahr trotz der Hochwasserschäden gesteigert und die Erwartungen von Analysten übertroffen.

In Paris legten Bouygues , Pinault-Printemps-Redoute (PPR) , Gaz de France und Accor ihre Bilanzen vor. Dabei hatte der Mischkonzern Bouygues seinen Überschuss im vergangenen Jahr um 32 Prozent auf 1,376 Mrd. Euro gesteigert und damit die durchschnittlichen Erwartungen getroffen. Andere Marktteilnehmer zeigten sich indes enttäuscht, Experten von Dexia hoben dabei insbesondere die Margenentwicklung hervor. Bouygues-Papiere fielen daraufhin um 6,45 Prozent auf 47,57 Euro ans Ende des CAC-40 zurück. Accor verloren trotz eines Gewinnsprungs im abgelaufenen Geschäftsjahr als zweitschwächster Wert 4,23 Prozent auf 50,95 Euro. Sowohl die Erträge aus Immobilienverkäufen als auch die Höhe der Ausschüttungen seien eine Enttäuschung, hieß es von Kepler Equities.

Gaz de France gehörten dagegen mit plus 2,35 Prozent auf 38,26 Euro zu den größten Gewinnern. Der französische Gaskonzern hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr bei leicht niedrigeren Umsätzen sein Ergebnis gesteigert und die Dividende angehoben. PPR legten um 0,73 Prozent auf 96,19 Euro zu. Die Puma-Mutter verzeichnete nicht zuletzt durch die mehrheitliche Übernahme des Sportartikelherstellers einen kräftigen Gewinnschub und will 2008 weiter wachsen. Vinci gewannen 0,98 Prozent auf 47,30 Euro.

Wolters Kluwer verloren in Amsterdam am Ende des AEX 8,54 Prozent auf 17,78 Euro. Der niederländische Verlagskonzern habe mit seinem Jahresergebnis 2007 und dem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr wenig beeindruckt, sagten Marktteilnehmer.

Iberia verteuerten sich nach der Bilanzvorlage um 3,80 Prozent auf 2,46 Euro. Die spanische Fluggesellschaft hatte ihren Gewinn 2007 mehr als verdoppelt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Statoilhydro gewannen 3,27 Prozent auf 160,90 norwegische Kronen. Der neue norwegische Energiekonzern hatte in den ersten Monaten seines Bestehens mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen gehabt und einen Gewinneinbruch verzeichnet, was das Unternehmen vor allem mit Kosten für die Fusion begründete. Aus dem Markt hieß es, die derzeitigen hohen Ölpreise hätten die schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen in den Hintergrund gedrängt.

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