Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Finanzwerte einmal mehr unter Druck

Nach anfänglichen Kursgewinnen sind die wichtigsten europäischen Börsen am Freitag deutlich abgerutscht. Börsianer begründeten dies vor allem mit dem überraschend eingetrübten Konsumklima in den USA und dem entsprechend schwachen Handel an der Wall Street.

Paris/London (dpa-AFX) - Nach anfänglichen Kursgewinnen sind die wichtigsten europäischen Börsen am Freitag deutlich abgerutscht. Börsianer begründeten dies vor allem mit dem überraschend eingetrübten Konsumklima in den USA und dem entsprechend schwachen Handel an der Wall Street. Finanzwerte gerieten besonders unter Druck.

Der Eurostoxx 50 verlor 1,34 Prozent auf 2 669,41 Zähler. Nach vier Wochen mit Kursgewinnen büßte er in den vergangenen fünf Handelstagen 1,36 Prozent ein. Der Pariser CAC-40-Index sank um 0,83 Prozent auf 3 495,27 Punkte. Er gab auf Wochensicht um 0,73 Prozent nach. Der Ftse 100 in London schloss 0,87 Prozent tiefer bei 4 713,97 Punkten - ein Wochenverlust von 0,37 Prozent.

Im Leitindex wurden europaweit schwache Banken und Versicherer angeführt von Papieren der ING , die 4,02 Prozent auf 9,569 Euro verloren. Aegon als größte Verlierer des Vortages sackten um weitere 3,18 Prozent ab auf 5,208 Euro. Der niederländische Finanzkonzern hatte die am Vortag angekündigte Kapitalerhöhung von etwa einer Milliarde Euro durchgeführt. Die neuen Titel wurden zu 5,25 Euro je Aktie in Amsterdam und zu 7,50 Dollar je Aktie in New York platziert. Im "Footsie" waren Anteile des Versicherers Old Mutual mit minus 3,62 Prozent auf 90,45 Britische Pence zweitgrößte Verlierer und im SMI sackten Julius Bär besonders deutlich um 3,40 Prozent auf 48,88 Franken ab.

Es gab allerdings auch Ausnahmen: So sprangen in Irland die Papiere der Allied Bank um 6,19 Prozent auf 2,230 Euro an. Laut einem Bericht der "Irish Times" erwägt eine große kanadische Bank einen Einstieg in das Finanzinstitut. Die Bank bestätigte am Nachmittag Interesse Dritter, Gespräche hätten allerdings noch vorläufigen Charakter. Auch Titel des Wettbewerbers Bank of Ireland gewannen 3,59 Prozent auf 2,137 Euro. Die Royal Bank of Canada erklärte über einen Sprecher, nicht an Gesprächen mit der Allied Bank beteiligt zu sein.

Schwächster Sektorindex in Europa war wegen des Rutsches der Volkswagen-Stammaktien derjenige des Automobil- und Zuliefersegments. VW Stämme waren mit minus 15,62 Prozent mit Abstand Schlusslicht im Eurostoxx. Die "künstlich hochgehaltene" Aktie des Autobauers, der im Laufe des Jahres 2011 mit dem Sportwagenbauer und Noch-Großaktionär Porsche verschmelzen will, pendele sich nun bei ihrem "richtigen fundamentalen Wert" ein, sagten Händler. Noch höhere Kursverluste schmolzen am Nachmittag nach dem offiziell bekannt gegebenen Einstieg des Scheichtums Katar ab. Renault sackten auch deutlich um 5,17 Prozent auf 31,85 Euro ab. Peugeot-Anteile büßten 3,66 Prozent auf 20,53 Euro ein. Ebenfalls hohe Abschläge mussten Rohstofftitel hinnehmen. Dabei erwischte es Eurasian Natural im "Footsie" mit minus 5,57 Prozent auf 807,00 Pence am härtesten.

Es gab jedoch auch deutliche Kursgewinner: So sprangen die Papiere der Swatch Group als Favorit im SMI um 12,80 Prozent auf 237,00 Schweizer Franken an. Der Uhrenhersteller hatte mit seinen Halbjahreszahlen die durchschnittlichen Markterwartungen übertroffen. Sowohl der Bruttoumsatz als auch der Reingewinn hätten über den Prognosen gelegen, sagten Börsianer. Im Kielwasser verteuerten sich die Papiere des Luxusgüterkonzerns Compagnie Financiere Richemont um 5,54 Prozent auf 28,56 Franken. Zudem stiegen die Titel von Lvmh Moët-Hennessy - Louis Vuitton an der Spitze des europäischen Leitindex um 3,34 Prozent auf 65,62 Euro. Der Luxusgüter-Hersteller hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass er einen Anteil von 50 Prozent an zwei Premium-Weinherstellern erworben hatte.

Im Ftse 100 zogen die Papiere von British Land um 3,93 Prozent auf 529,66 Pence an. Einem Bericht des "Daily Telegraph" zufolge erwägt ein Konsortium, das aus einem der reichsten Familien der Welt besteht, eine Übernahme des Immobilienunternehmens. Zu diesem Konsortium sollen der indische Stahlmagnat Lakshmi Mittal und die führende Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi gehören.

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