Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Hoffnung auf Zinssenkung stützt

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag dank positiver Vorgaben an der Wall Street bis zum Mittag freundlich entwickelt. Nach Einschätzung von Händlern bewegt die Hoffnung auf eine deutliche Zinssenkung der US-Notenbank an diesem Mittwoch die Anleger.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag dank positiver Vorgaben an der Wall Street bis zum Mittag freundlich entwickelt. Nach Einschätzung von Händlern bewegt die Hoffnung auf eine deutliche Zinssenkung der US -Notenbank an diesem Mittwoch die Anleger. Die Vorgaben aus Übersee stützten den Markt zudem am Vormittag: So hatte der US-Leitindex nach Handelsschluss in Europa noch rund 84 Punkte gewonnen, ins Plus gedreht und fest geschlossen. Auch der Nikkei-225-Index erholte sich von den Vortagesverlusten und legte am Morgen mit plus 2,99 Prozent kräftig zu.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 gewann bis zum Mittag 1,03 Prozent auf 3 804,13 Punkte. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 stieg um 1,03 Prozent auf 3 245,44 Zähler. Auch die Euronext -Börsen standen im Plus. Der breit gefasste Euronext 100 gewann 1,54 Prozent auf 873,50 Punkte. Der Pariser CAC 40 legte um 1,43 Prozent auf 4 917,48 Zähler zu. Der Londoner Leitindex Ftse 100 stand mit 1,19 Prozent im Plus bei 5 857,70 Punkten.

In London stiegen Tui Travel nach einem Zwischenbericht um 2,51 Prozent auf 245,00 Pence. Die britische Tui -Tochter will ihre schwächelnde deutsche Fluglinie Tuifly mit dem Lufthansa -Ableger Germanwings zusammenführen. Außerdem rechnet mit höheren Synergieeffekten als erwartet aus der Fusion der Tui -Touristiksparte mit der britischen First Choice Holidays. Für die laufende Wintersaison verzeichnet Tui Travel in Großbritannien derzeit einen Zuwachs beim Buchungsumsatz von drei Prozent. Von den guten Buchungszahlen profitierte auch Konkurrent Thomas Cook . Die Aktien stiegen an der Spitze des "Footsie" um 5,38 Prozent auf 259,75 Pence.

Aktien von Alliance & Leicester verloren nach der Nachricht neuer Abschreibungen als drittschwächster Wert im britischen Leitindex 0,83 Prozent auf 719,00 Pence. Der britische Baufinanzierer hat im vergangenen Jahr 185 Mill. Pfund (249 Mill. Euro) auf strukturierte Wertpapiere abgeschrieben. Nach Einschätzung von Analysten von Panmure Gordon ist die Nachricht aber bereits größtenteils am Markt eingepreist.

Prudential stiegen nach Zahlen um 1,81 Prozent auf 646,50 Pence. Der britische Lebensversicherer konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Ertragssteigerung von 21 Prozent verbuchen. Severn Trent gewannen nach einem Zwischenbericht 0,28 Prozent auf 1 416,00 Pence. Der Versorger hat wird mit seinem Gesamtjahresergebnis trotz der Flutschäden im Sommer 2007 im Rahmen der Erwartungen liegen. Das Unternehmen geht bei den Kosten für die Flutschäden derzeit von 25 bis 35 Mill. britischen Pfund aus.

Einige Titel profitierten zudem von positiven Analysteneinstufungen. In Paris legten Lagardere an der Spitze des CAC-40 um 6,63 Prozent auf 50,51 Euro zu, nachdem Merrill Lynch die Titel von "Neutral" auf "Buy" gehoben hatte. Die Aktie sei günstiger als gewöhnlich, hieß es in einer Analysten, da die Vermögenswerte des Medienkonzerns defensiver seien als gedacht. Außerdem sollten die Umstrukturierungen zu einem größeren Umsatzwachstum führen als in den vergangenen Jahren.

France Telecom gewannen 2,00 Prozent auf 23,51 Euro, nachdem die Societe Generale die Titel von "Hold" auf "Buy" hochstufte. Der derzeitige Kurs biete eine gute Einstiegsgelegenheit, hieß es in der Studie. Belgacom verloren nach einer Abstufung von Goldman Sachs 0,48 Prozent auf 31,14 Euro. Die Analysten hatten die Titel von "Neutral" auf "Sell" gesenkt.

In Madrid gewannen Aktien des Börsenneulings Iberdrola Renovables 3,58 Prozent auf 5,21 Euro, nachdem die Deutsche Bank die Titel mit "Buy" und einem Kursziel von 7,50 Euro gestartet hatte. Die Analysten hoben das niedrige Risiko-Profil des Unternehmens hervor. Die Titel der Windenergie-Tochter des spanischen Stromkonzerns Iberdrola waren Mitte Dezember zum ersten Mal an der Börse in Madrid notiert worden.

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