Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Kursgewinne bei Bank- und Rohstoffwerten

Beflügelt von deutlichen Kursgewinnen bei Banken- und Rohstofftiteln sind die europäischen Aktienmärkte am Dienstag nach einem knapp behaupteten Start kräftig ins Plus geklettert.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der Leitindex Eurostoxx 50 stand am Mittag mit einem Aufschlag von 2,02 Prozent auf 2 293,37 Zähler so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr. Der Londoner Ftse 100 stieg um 1,23 Prozent auf 4 032,81 Punkte. Für den französischen CAC-40-Index ging es um 1,47 Prozent auf 3 017,84 Zähler nach oben. Börsianer begründeten die anhaltend positive Stimmung mit überraschend starken Zahlen von Goldman Sachs , die die Finanzwerte nach oben trieben und damit auch den Markt beflügelten. Auch Rohstoffwerte legten kräftig zu. Hinzu komme die positive Technik als Antriebsfeder. Der europäische Leitindex habe einen kurzfristigen Aufwärtstrend etabliert und zudem eine viel beachtete Durchschnittslinie überwunden und sich damit weiteres Potenzial bis in die Region von 2 500 Zählern verschafft, sagte Analyst Thomas Nagel von equinet.

Bankentitel setzten sich nach Zahlen der US-Bank Goldman Sachs und dank einer positiven Reaktion der Finanzwerte in Tokio an die Spitze der europäischen Aktienindizes. Aktien der ING Groep standen mit plus 11,27 Prozent auf 6,890 Euro an der Eurostoxx-Spitze, Societe Generale verteuerten sich in Paris um 6,50 Prozent auf 38,550 Euro. Auch in Zürich sammelten sich die Finanzwerte ganz oben auf der Einkaufsliste.

Goldman bescherte mit einem überraschend hohen Milliardengewinn der US-Finanzbranche einen positiven Auftakt zur Bilanzsaison. Anleger werten dies als weiteres Hoffnungszeichen für den möglichen Beginn einer Erholung der Banken von den Stürmen der Finanzkrise. Zudem kündigte Goldman eine 5-Mrd.-Dollar schwere Kapitalerhöhung an, die zur Rückzahlung des Regierungsdarlehens genutzt werden soll. Aktien von Goldman selbst wurden in Frankfurt wegen des Verwässerungseffektes umgerechnet 1,99 Prozent tiefer gehandelt. Die von Börsianern zunächst negativ aufgenommenen Zahlen von Philips belasteten die Aktien nur kurz.

Die Titel des niederländischen Elektronikkonzerns standen zuletzt 7,93 Prozent höher bei 13,195 Euro. Philips sieht sich zwar vollständig von der Wirtschaftsflaute erfasst. Nach der Lichttechnik und der Konsumelektronik sei jetzt auch die Medizintechnik betroffen. Ein Börsianer verwies aber auf Aussagen in der Analystenkonferenz, denen zufolge der Abbau von Lagerbeständen sich einem Ende nähere.

Rohstoffwerte legten dank steigender Metallpreise ebenfalls kräftig zu. Im Eurostoxx profitierte der Stahlwert Arcelormittal mit einem Plus von 5,79 Prozent auf 20,370 Euro. In London standen die schwer gewichteten Minenwerte zusammen mit den Banken an der Indexspitze: Vedanta verteuerten sich um 13,22 Prozent auf 989 Pence, Kazakhmys legten 10,62 Prozent auf 515 Pence zu. Aktien der Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft (Swiss Re) verteuerten sich in Zürich um 10,50 Prozent auf 27,16 Schweizer Franken. Ein Analyst der ZKB führte das Kursplus neben dem allgemein besseren Börsensentiment vor allem auf Übernahmespekulationen zurück. Bei diesen Spekulationen werde vor allem auf die Gesellschaft Berkshire Hathaway verwiesen, welche derzeit drei Prozent an Swiss Re halte.

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