Internationaler Aktienhandel: Europa-Börsen: Moderate Verluste im EuroStoxx 50

Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Moderate Verluste im EuroStoxx 50

Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstagmittag moderate Verluste verzeichnet. Belastend auf die Stimmung der Anleger wirkten sich wie schon am Vortag vor allem neue Sorgen um die Aussichten für den Finanzsektor aus. Der EuroStoxx 50 gab bis zum Mittag um 0,12 Prozent auf 2 295 Punkte nach.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstagmittag moderate Verluste verzeichnet. Belastet hätten wie schon am Vortag Sorgen um die Aussichten für den Finanzsektor, kommentierten Börsianer. "Viele Banken müssen sich wegen der anhaltenden Abwertung ihrer Vermögensgegenstände mit frischem Kapital ausstatten", sagte Sebastien Barthelemi, Analyst bei Louis Capital Markets. Dies und steigende Rückstellungen für ausfallbedrohte Kredite hätten die Bankaktien am Vormittag auf Talfahrt geschickt. Allerdings konnten sich die Notierungen zuletzt wieder etwas erholen.

Der EuroStoxx 50 gab bis zum Mittag um 0,12 Prozent auf 2 295,62 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 sank um moderate 0,05 Prozent auf 4 178,62 Punkte, und für den französischen CAC-40-Index ging es ebenfalls um leichte 0,05 Prozent auf 3 050,53 Zähler nach unten.

Die Investoren warteten nun gespannt auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), sagten Händler. Experten erwarten am frühen Nachmittag mehrheitlich eine Senkung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte auf dann 2,00 Prozent. Allerdings sei die Spannbreite der Schätzungen sehr hoch, kommentierte ein Börsianer. Am Nachmittag stehen zudem noch US-Konjunkturdaten wie der New York Empire State Index und die Erzeugerpreise für Dezember auf der Agenda.

Unter den Finanztiteln fielen die Papiere der Unicredit am Ende des europäischen Leitindexes um 8,02 Prozent auf 1,60 Euro. Titel des niederländischen Versicherers Aegon sanken dahinter um 6,02 Prozent auf 4,060 Euro, und Papiere der ING Groep verbilligten sich um 4,07 Prozent auf 7,04 Euro.

Außerhalb der Finanzbranche rückten die Titel von Asml um 2,23 Prozent auf 12,165 Euro vor und stemmten sich damit trotz eines Verlustes im vierten Quartal gegen den negativen Markttrend. Börsianern zufolge fielen die Unternehmenszahlen insgesamt in etwa wie erwartet oder sogar etwas besser aus. Zudem stütze ein positiv aufgenommener Analystenkommentar der Citigroup. Im zweiten Quartal 2009 dürften die Fundamentaldaten der Branchen-Unternehmen wieder verstärkt in den Fokus rücken, schrieb Analyst Timothy M. Arcuri. Er bevorzuge unter den stark kapitalisierten Werten die Papiere von Asml und auch die Titel des US-Chipausrüsters Applied Materials .

In London schossen die Papiere von Rio Tinto um 7,17 Prozent auf 1 479,00 Pence in die Höhe. Die fallenden Kupfer- und Aluminiumpreise haben den Gewinn des Bergbaukonzerns in der zweiten Jahreshälfte zwar belastet, der Rückgang bei der Produktion von Eisenerz hingegen fiel im vierten Quartal wie vom Unternehmen erwartet aus. Der Produktionsbericht habe die Vorhersagen des Marktes wohl nicht allzu weit verfehlt, kommentierte Glyn Lawcock, Leiter des Rohstoffresearch bei der UBS. Wichtiger sei nun jedoch, wie hoch die Abschreibungen auf den Lagerbestand ausfallen dürften.

Die Titel von Carphone Warehouse gaben um 2,52 Prozent auf 96,75 Pence nach. Der Filialist für Telekommunikation berichtete zwar von einem starken Weihnachtsgeschäft in Großbritannien. Händler verwiesen aber auch auf Gerüchte um eine Platzierung neuer Aktien - dies habe auf den Kurs gedrückt.

An der Börse in Zürich schließlich brachen die Titel des Maschinen- und Anlagenbauers Sulzer um 8,57 Prozent auf 57,10 Schweizer Franken ein. Die Auftragseingänge im abgelaufenen Geschäftsjahr seien hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben, betonten Börsianer. Die Bank Vontobel erwartet nun für 2009 einen "merkbar zurückgehenden" Auftragsbestand.

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