Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Negative Vorgaben und Konjunktursorgen belasten

Die europäischen Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt an die Verluste der vergangenen Woche angeknüpft. Händlern zufolge lasteten die negativen Vorgaben auf der Stimmung an den europäischen Börsen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienmärkte haben zum Wochenauftakt an die Verluste der vergangenen Woche angeknüpft. Händlern zufolge lasteten die negativen Vorgaben auf der Stimmung an den europäischen Börsen. Außerdem beschäftige die Anleger weiterhin die Sorge um die weltweite Konjunktur, zudem seien die Marktteilnehmer vor der Sitzung der US-Notenbank in dieser Woche sehr nervös, sagten Börsianer. Sowohl die US-Börsen als auch der japanische Nikkei-225-Index hatten mit deutlichen Verlusten geschlossen.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 stand gegen Mittag mit 2,00 Prozent im Minus bei 3 701,46 Punkten. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 gab 2,01 Prozent auf 3 180,61 Zähler ab. Auch die Euronext-Börsen standen im Minus. Der breit gefasste Euronext 100 verlor 1,96 Prozent auf 847,23 Punkte. Der Pariser CAC 40 sank um 2,38 Prozent auf 4 762,05 Zähler und der Londoner Leitindex Ftse 100 stand mit 1,64 Prozent im Minus bei 5 772,80 Punkten.

Die internationale Finanzkrise war erneut beherrschendes Thema am Markt. Fortis erholten sich trotz einer Gewinnwarnung von ihrem Kurssturz am Freitag und stiegen um 4,77 Prozent auf 13,84 Euro. Analysten begrüßten, dass die Bank weder eine Kapitalerhöhung noch eine Kürzung der Dividende plant. Petercam-Analyst Mark Janssens sagte, das Statement sei sehr beruhigend, auch wenn es etwas spät komme. Seiner Einschätzung nach dürften sich die Aktien nun deutlich erholen. Sollte die Erholung aber zu stark ausfallen, dürfte der Markt neue Zweifel finden, so Janssens. So könnte die Kürzung der Gewinnprognose für 2008 zum Beispiel Spekulationen hervorrufen, ob die Dividende nun 2008 gesenkt werde. Außerdem könnten sich Anleger fragen, ob es noch Einbußen über die Vermögenswerte geben wird, die von ABN Amro Holding übernommen werde.

Societe Generale gaben hingegen 7,27 Prozent auf 68,50 Euro ab. Nach Bekanntwerden von Milliardenverlusten aus Handelspositionen und der Ankündigung einer Kapitalerhöhung reduzierte die Citigroup ihr Kursziel von 130 auf 65 Euro und senkte die Titel von "Buy" auf "Sell". WestLB-Analyst Christoph Bossman senkte die Titel von "Buy" auf "Hold" und das Kursziel von 140 auf 78 Euro. Seiner Einschätzung nach könnte es ernsthafte Übernahmespekulationen geben, sobald die Kapitalerhöhung durch sei und die Aktie wieder attraktiver werde.

In London war die Übernahme der Bergbaugesellschaft Xstrata erneut Thema. Der brasilianische Minenkonzern Compania Vale do Rio (Vale) hat sich Presseberichten zufolge einen Mrd.-Kredit in Höhe von 50 Mrd. Dollar für die geplante Übernahme des britisch-schweizerischen Minenkonzerns Xstrata gesichert. Einem Bericht des britischen "Observer" zufolge könnte Vale ein Übernahmeangebot in Höhe von insgesamt 80 Mrd. Dollar schon in dieser Woche vorlegen. Allerdings dürfte Vale noch einige Zeit brauchen, um die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Grund sei die Vorsicht der Banken nach den Tumulten an den Märkten weltweit. Aktien von Xstrata stiegen dennoch als zweistärkster Wert im"Footsie" um 0,66 Prozent auf 3 523 Pence. Wettbewerter Anglo American , dem ebenfalls Interesse an Xstrata nachgesagt worden war, verlor 5,41 Prozent auf 2 450 Pence.

Shire Pharmaceuticals verloren 3,69 Prozent auf 953 Pence. Die Analysten von Bernstein hatten die Titel von "Market Perform" auf "Underperform" abgestuft und das Kursziel von 1 120 auf 910 Pence gesenkt. Sie verwiesen auf die enttäuschende Entwicklung beim Start neuer Medikamente als Grund für die negative Bewertung.

In Zürich verloren Roche Holding mit 0,82 Prozent auf 192,40 Schweizer Franken etwas weniger als der Gesamtmarkt. Der Pharmakonzern hat für sein Krebsmittel Avastin von der Europäischen Kommission eine erhebliche Zulassungserweiterung für die Indikation Dickdarmkrebs erhalten.

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