Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Öl- und Chemie-Aktien profitieren

Europas wichtigste Aktienindizes haben sich am Donnerstag fest gezeigt. Gegen Mittag gewann der Leitindex Eurostoxx 50 1,52 Prozent auf 2 662 Punkte. Händler sahen vor allem die Entwicklung in Asien als Kursstütze, nachdem der weitere Rutsch der chinesischen Aktien am Vortag noch ein drohendes Bärenmarkt-Szenario suggeriert hatte.

dpa-afx PARIS/LONDON. Europas wichtigste Aktienindizes haben sich am Donnerstag fest gezeigt. Gegen Mittag gewann der Leitindex Eurostoxx 50 1,52 Prozent auf 2 662,74 Punkte. Der Pariser CAC-40-Index stieg um 1,55 Prozent auf 3 503,69 Zähler. In London legte der Ftse 100 um 1,38 Prozent auf 4 754,47 Punkte zu.

Händler sehen vor allem die Entwicklung in Asien als Kursstütze, nachdem der weitere Rutsch der chinesischen Aktien am Vortag noch ein drohendes Bärenmarkt-Szenario suggeriert hatte. "Auch wenn uns der Blick auf die Wirtschaft zeigt, dass wir aus dem Gröbsten noch nicht raus sind, wächst am Markt mittlerweile wieder der Optimismus", ergänzte Analyst Brian Myers von ODL Securities. Die weitere Richtung dürfte am späten Nachmittag dann noch von den US-Frühindikatoren für Juli und dem Philly-Fed-Index für August vorgegeben werden.

Ölaktien konnten von den stark gestiegenen Ölpreisen profitieren. Diese haben am Donnerstag ihre starken Kursgewinne nach einem überraschend starken Anstieg der US-Ölreserven verteidigt und standen deutlich über der Marke von 70 Dollar. Am Vortag hatten bereits an den US-Börsen die steigenden Ölpreise für Kursgewinne bei Energiewerten gesorgt und die Stimmung am Markt insgesamt aufgehellt. Total stiegen um 2,61 Prozent auf 38,785 Euro, BP verteuerten sich um 1,38 Prozent auf 516,70 Pence und Royal Dutch Shell legten um 1,74 Prozent auf 1 583,00 Pence zu.

Papiere aus dem Chemiesektor stießen ebenfalls auf Nachfrage. Stützend wirkte einem Händler zufolge die Nachricht der BASF , die Kurzarbeit im Stammwerk in Ludwigshafen aussetzen zu wollen. "BASF gilt als Sprachrohr für die europäische Chemiebranche", sagte ein Analyst. Neben BASF konnten Chemietitel europaweit Kursgewinne verbuchen, darunter Air Liquide , Akzo Nobel , DSM , Syngenta und auch Johnson Matthey.

Außerdem rückten einige Unternehmen mit Quartals- und Halbjahreszahlen in den Fokus. Der australisch-britische Bergbaukonzern Rio Tinto erlitt im ersten Halbjahr wegen der gesunkenen Rohstoffpreise einen Gewinneinbruch. Der Überschuss ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Drittel zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Rio Tinto gab sich aber für die Zukunft angesichts der vorgenommenen Stellenstreichungen und Produktionskürzungen und nicht zuletzt auch wegen der reduzierten Schulden zuversichtlich. An der Londoner Börse legten die Titel um 1,95 Prozent auf 2 356,50 Pence zu. Andere Minenwerte zählten ebenso zu den Gewinnern.

In Amsterdam verbuchten die Papiere von Ahold mit plus 3,95 Prozent auf 8,468 Euro kräftige Kursaufschläge. Der niederländische Einzelhändler steigerte im zweiten Quartal seinen operativen Gewinn kräftiger als von Analysten erwartet. Geholfen haben dem Konzern dabei Kosteneinsparungen. "Die Maßnahmen zur Verbesserung des Preis-Images zeigen Wirkung", schrieben die Analysten der DZ Bank. Sie bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Titel.

Auch Unternehmen aus Österreich und der Schweiz standen im Blick. Die Schweiz will sich von ihrer Beteiligung an der Schweizer Großbank UBS trennen. Eine von ihr gehaltene Pflichtwandelanleihe (Mandatory Convertible Notes, Mcns) mit Laufzeit bis 2011 im Umfang von sechs Mrd. Schweizer Franken solle vollständig in Aktien der UBS AG gewandelt und diese bei institutionellen Investoren platziert werden. Händlern zufolge sind die Bücher für die Platzierung bereits gegen zehn Uhr geschlossen worden. Diese werde bei 16,50 Franken je Aktie erwartet, hieß es zuletzt. Die UBS-Aktien stiegen um 3,41 Prozent auf 17,31 Franken.

In Zürich waren zudem die Titel von Holcim stark gefragt. Die Papiere kletterten im Swiss-Market-Index (SMI) mit einem Plus von 6,65 Prozent auf 69,80 Franken an die Spitze und bauten ihre Gewinn vom Vormittag sogar noch aus. Anleger honorierten vor allem die Kosteneinsparungen des Zementherstellers. Zudem rechnet Holcim für 2010/11 mit einem Aufwärtstrend in den Industrieländern. Derzeit befindet sich der Konzern allerdings weiterhin im Griff der weltweiten Rezession. Im ersten Halbjahr 2009 brach der Nettogewinn um mehr als 50 Prozent ein. Die Rückgänge erstrecken sich über alle Konzernregionen.

Bei dem Stahlkonzern Voestalpine gingen im ersten Geschäftsquartal Umsatz und Ergebnis deutlich zurück. Das Geschäftsjahr 2009/10 erweise sich vom konjunkturellen Umfeld her als das schwierigste seit Jahrzehnten, hieß es von dem Unternehmen. Für das zweite Quartal 2009/10 strebt Voestalpine aber ein ausgeglichenes Ergebnis an. Am Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr ändere sich nichts, hieß es. Die Aktien stiegen an der Wiener Börse um 4,90 Prozent auf 21,64 Euro.

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