Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen schließen deutlich schwächer

Die europäischen Aktienindizes sind am Montag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Marktteilnehmer begründeten diese mit deutlicher Skepsis hinsichtlich der Wirtschaftserholung. Diese negativere Einschätzung sei nicht zuletzt in sinkenden Öl- und Rohstoffpreisen zum Ausdruck gekommen, unter denen besonders die Schwergewichte dieser Sektoren sowie Finanztitel gelitten hätten.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 verlor bis Handelsende 1,37 Prozent auf 2 343,88 Punkte. In Paris sank der CAC-40-Index um 1,20 Prozent auf 3 082,16 Zähler. Der Londoner Ftse 100 büßte 0,98 Prozent auf 4 194,91 Punkte ein.

Der Subindex für Rohstoffwerte im marktbreiten Stoxx 600 rutschte um knapp sechs Prozent ab, gefolgt von Öl & Gas mit minus 2,81 Prozent. Gefragt waren indes als defensiv geltende Branchen wie Pharma, Telekom und Nahrungsmittel.

Im britischen "Footsie" fielen Minenwerte am Indexende entsprechend mit besonders hohen Verlusten auf: Lonmin rutschten um 8,54 Prozent auf 1 066,12 Pence ab, Xstrata sanken um 7,45 Prozent auf 606,00 Pence. Rio Tinto , Kazakhmys , Antofagasta und Vedanta verloren zwischen fünf und sieben Prozent. Der Kupferpreis fiel in London zu Wochenbeginn um mehr als drei Prozent und näherte sich dem tiefsten Stand der vergangenen zwei Wochen. Neben den Nachfragesorgen belastete laut Marktteilnehmern auch der erstarkte Dollar. Auch andere Edelmetalle wurden deutlich tiefer gehandelt.

Ölwerte standen ebenfalls unter Druck: BP sanken um 2,62 Prozent auf 466,70 Pence und Royal Dutch Shell büßten 2,33 Prozent auf 1 466 Pence ein. Im Eurostoxx verloren Eni 2,25 Prozent auf 16,49 Euro und Total verbilligten sich um 36,95 Euro. Die Ölpreise setzten ihre Talfahrt fort und rutschten dabei zeitweise unter die Marke von 64 Dollar.

Finanztitel gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Aktien der ING Groep sackten um 4,52 Prozent auf 6 674 Euro ab. Aegon und AXA sowie Papiere der Deutschen Bank gehörten ebenfalls zu den größten Verlierern. Titel der Societe Generale (Socgen) gaben ungeachtet positiver Aussagen zum zweiten Quartal 1,74 Prozent auf 37,245 Euro nach. Wie auch die anderen Finanzwerte litten Societe-Generale-Aktien auch unter Gewinnmitnahmen nach wieder eingetrübten Konjunkturerwartungen. Analyst Matthias Engelmayer von Independent Research beließ die Aktie jedoch auf "Akkumulieren" mit einem unveränderten Kursziel von 40,00 Euro. Die Erwartung der Bank, im zweiten Quartal ein leicht positives Nettoergebnis erzielt zu haben, habe seine fundamentale Einschätzung für das Kreditinstitut bestätigt, so der Experte.

In Zürich gingen die Aktien der UBS unverändert mit 12,96 Franken aus dem Handel. Die Großbank plant offenbar Neubesetzungen an der Spitze des US-Brokerage. UBS-Chef Oswald Grübel wolle Managementposten neu besetzen, nachdem er sich nach anfänglichen Verkaufsabsichten gegen einen Verkauf der Sparte entschieden habe, schreibt die "Financial Times" mit Bezug auf mit der Sache vertraute Kreise. Aktien der Credit Suisse hielten sich mit minus 0,79 Prozent auf 47,62 Franken ebenfalls besser als europäische Branchenkollegen.

Anteilsscheine des französischen IT-Dienstleisters Atos Origin sprangen um 4,99 Prozent auf 26,41 Euro an - zeitweise war es gar um mehr als acht Prozent nach oben gegangen. Händler verwiesen auf Gerüchte, dass der US-Computerhersteller Dell Atos übernehmen wolle.

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