Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen schließen gut behauptet

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag gut behauptet geschlossen und damit an die Kursgewinne vom Wochenbeginn angeknüpft. Die starken Verluste im Feiertagshandel am Vortag seien offenbar nur eine Verschnaufpause gewesen, sagten Marktteilnehmer.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag gut behauptet geschlossen und damit an die Kursgewinne vom Wochenbeginn angeknüpft. Die starken Verluste im Feiertagshandel am Vortag seien offenbar nur eine Verschnaufpause gewesen, sagten Marktteilnehmer. Sie erklärten die gute Stimmung zum Wochenschluss unter anderem mit Kursgewinnen bei führenden europäischen Minenwerten im Zuge steigender Preise an den Rohstoffmärkten und positiven Analystenkommentaren.

Der Eurostoxx 50 legte um 0,40 Prozent auf 2 433,52 Zähler zu, der Londoner Ftse 100 gewann 0,46 Prozent auf 4 365,29 Punkte. Für den CAC-40-Index ging es in Paris um 0,33 Prozent auf 3 227,97 Zähler nach oben.

In London legten vor allem die Minenwerte zu. Kazakhmys stiegen mit plus 6,06 Prozent auf 682 Britische Pence an die Spitze des Footsie. Rio Tinto gewannen 4,22 Prozent auf 2 771 Pence. Analysten von Goldman Sachs stuften die Aktien von zuvor "Sell" auf "Neutral" nach oben. Außerdem will der chinesische Aluminium-Konzern Chinalco laut einem Pressebericht die australische Regierung mit einem Kompromissvorschlag doch noch zu einer Zustimmung für den Einstieg beim Bergbaukonzern Rio Tinto bewegen, hieß es in einem Bericht der "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.

Die britische BHP Billiton zieht nach eigenen Angaben die Erschließung einer großen Uranmine im Westen Australiens in Erwägung. Damit soll der weltweite Aufschwung der Atomenergie bedient werden. Zugleich dementierte der Konzern einen Zeitungsbericht, wonach es Verhandlungen über den Verkauf der Nickel-Verarbeitung in Australien gebe. Die Aktien von BHP Billiton legten um 1,79 Prozent auf 1 431,00 Pence zu. Anglo American gingen mit einem Plus von 2,85 Prozent auf 1 615,00 Pence in den Feierabend. Sie profitierten ebenfalls von einem positiven Analystenkommentar von Goldman Sachs.

Wie bereits in den vergangenen Tagen zogen neue Aussagen vom italienischen Autokonzern Fiat zum möglichen Einstieg beim schwer angeschlagenen Autobauer Opel das Interesse der Anleger auf sich. Demnach sehen sich die Italiener in einer "führenden Position" im Rennen um den Einstieg bei Opel. Um die eigenen Chancen im Bieterkampf im Opel zu erhöhen, ging Fiat sogar ein Bündnis mit einem chinesischen Wettbewerber ein. Fiat habe einer Produktionspartnerschaft mit Guangzhou Automobile zugestimmt, sagte Guangzhou-Generaldirektor Zeng Qinghong der Zeitung "Shanghai Securities News". Wie viele und welche Fahrzeuge hergestellt werden sollen, ließ er offen. Die Verhandlungen liefen bereits seit mindestens einem dreiviertel Jahr. Fiat-Aktien konnten aber von den Meldungen nicht profitieren und rutschten gegen den Markttrend um 0,19 Prozent auf 7,80 Euro ab.

Aktien des britischen Pharmakonzerns Glaxosmithkline zählten mit einem Abschlag von 1,13 Prozent auf 1 048 Pence zu den Verlierern am Markt. Das Unternehmen sieht sich einer Steuerdiskussion in den USA gegenüber. In dem Fall, den das "Wall Street Journal" aufrollte, geht es um 1,9 Mrd. Dollar, die der Konzern durch einen Bilanztrick dem Fiskus vorenthalten haben soll. Bei dem sogenannten "earnings stripping" werden die zu versteuernden Gewinne gedrückt, indem hohe Zinszahlungen an ausländische Schwestergesellschaften anfallen. Glaxo hatte bereits in seinem Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr über eine Diskussion mit der US-Steuerbehörde (Internal Revenue Service/IRS) berichtet.

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